Startseite 1. Mannschaft Dramatik pur in Hexenkessel Stählerwiese - TuS siegt 23:22
Dramatik pur in Hexenkessel Stählerwiese - TuS siegt 23:22
Sonntag, den 26. September 2010 um 02:03 Uhr
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Peter Dettling nimmt sich einen Wurf aus dem Rückraum (Foto: Schaumann)

Die Handballer des TuS Ferndorf haben auch ihr zweites Heimspiel der 3. Liga gewonnen. Am Samstagabend erlebten 1000 Zuschauer in der Stählerwiese Hochspannung im Duell gegen den TuS Wermelskirchen und den 23:22 (12:10)-Erfolg ihres TuS. Die relativ geringe Torausbeute macht deutlich, dass die Deckungsreihen im Mittelpunkt des Geschehens standen.


"Die Abwehr hat 100 Prozent Leistung geboten", lobte denn auch Trainer Caslav Dincic nach der Partie. "Aber im Angriff sind wir noch nicht auf Betriebstemperatur." Bleiben wir aber bei der Ferndorfer Abwehrarbeit. Die Gäste aus dem Bergischen benötigten eine Viertelstunde um ihr drittes Tor zu erzielen. Die Wermelskichener spielten den Ball um den Kreis herum, fanden dort ihren bestens abgeschirmten bulligen "Frontmann" Robert Heinrichs nicht. Der Kreisläufer mit Erst- und Zweitliga-Erfahrung ist zwar nicht 60 Minuten auszuschalten, doch in den ersten 20, 25 Minuten fand Heinrichs praktisch nicht statt. Über 4:2 (14.) und 7:3 (19.) führten die Gastgeber nach Peter Dettlings Treffer in der 22. Minute mit 10:3 (!). Hinten eine bombige Vorstellung, zu der auch Keeper Max Hamers beitrug. Der frühere Wermelskirchener wurde erstmals von Caslav Dincic in die Start-Sieben gestellt. Er wusste, dass es etwas Besonderes ist, gegen alte Kollegen anzutreten. "Natürlich gibt das zusätzliche Motivation", meinte der Keeper nachher, "doch hinter einer solchen Abwehr wächst du mit." 10:3 also geführt. Und die Hilflosigkeit, mit der der hoch gehandelte Gast in großen Teilen der ersten Hälfte agiert, spricht Bände.
Dincic, der seine Startformation auch nach diesem Zwischenstand mit nur kurzfristigen Ausnahmen auf dem Feld ließ, nahm in Kauf, dass der ersten Sechs langsam aber sicher die Kräfte schwanden. "Das war mir klar", so der Ferndorfer Coach, doch ließ er es drauf ankommen.
Von Rechtsaußen nahm jetzt Frank Berblinger immer wieder das Heft in die Hand, aus dem Rückraum unterstützt von Tobias Schwolow - Wermelskirchen machte sich an die Augholjagd. Auch Trainer Lars Hepp griff auf dem Feld ein, ordnete seine Reihen. Und der Rückstand schmolz. Sekunden vor dem Pausenpfiff machte Kreisläufer Heinrichs sein zweites Tor zum 12:10. Jedem in der Halle war klar, dass hier noch ein spannender Abend bevor stand.
Die Besucher sollten Recht behalten. 13:13 hieß es nach 36 Minuten, beim 13:14 (39.) führten die Gäste zum ersten Mal. Zum 15:16 traf Berblinger, zum 17:18 Lukas Tebbe (48.). Das Spiel also auf des Messers Schneide. Doch Ferndorf setzt sich nochmal ab. Dennis Aust trifft zum 21:18 (53.) - eine Vorentscheidung? Nein, noch mal geht es rückwärts. Berblinger schaffte wieder den Anschluss (22:21/56.), Heinrichs vom Kreis sogar den Ausgleich (57.). Die Nerven sind angespannt, "ein Spiel für's Handball-Herz", beschreibt Manager Harald Münker die Gemütslage, als er längst aber wieder lachen konnte. Dafür sorgte schließlich Christian Rommelfanger mit seinem Treffer zum 23:22. Da standen noch zwei Minuten auf der Uhr - kaum zu glauben, dass dieses Tor schon den Endstand herstellte. Doch die Wermelskirchener, die den Ball bis zur Schlusssirene nicht mehr hergeben, finden einfach die Lücke nicht. Aufopferungsvoll kämpft die Ferndorfer Abwehr, rückt mit zwei Mann raus, spielt variabel, wirft sich dazwischen.
Spannung pur in den letzten Sekunden. Immer wieder wird die Uhr angehalten. Noch sieben Sekunden. Kapitän Michael Feldmann muss vom Feld, Zeitstrafe - aber personeller Gleichstand, da Wermelskirchen seinen Kapitän Stefan Bauerkamp ebenfalls "verloren" hat. Ihn sogar mit der Roten Karte nach der dritten Zeitstrafe (59.).
Und dann fliegt der letzte Wurf von Martin Wozniak übers Tor - die Ferndorfer Spieler liegen sich in den Armen, die Halle gleicht einem Tollhaus. Die Nord-Siegerländer schaffen den zweiten Saisonsieg. Und Caslav Dincic hat eine Woche Zeit, nach der Stärkung des Abwehrblocks auch den Angriff auf 100 Prozent zu bringen.

TuS Ferndorf - TuS Wermelskirchen 23:22 (12:10).
Ferndorf: Hamers, Rottschäfer; Rommelfanger (9), Aust (3), Dettling (4), Hilger (1), Klatt (3), Feldmann (3/2), Mirza Sijaric, Stelzenbach, Krause, Alen Sijaric.
Wermelskirchen: Schlingmann, Mainka; van Walsem, Heinrichs (5), Berblinger (7/4), Hepp, Schwolow (6), Niegetiet, Wozniak (1), Katz (1), Tebbe (1), Neuenhofen, Bauerkamp (1).

Quelle:
expressi_sm
Hans Georg Möller / 25.09.2010

 


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