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Ferndorf verpasst Sensation knapp

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Hauchdünn an der Sensation vorbei - auch die 12 Treffer von Alex Koke reichten am Ende nicht. (Foto: Schaumann)

Hauchdünn an der Sensation vorbei – auch die 12 Treffer von Alex Koke reichten am Ende nicht. (Foto: Schaumann)

Es hat um Sekundenlänge nicht sollen sein… der TuS Ferndorf ist haarscharf an einer Sensation vorbeigeschrammt und hat zuhause in der 2. Handball-Bundesliga knapp mit einem Tor gegen den haushohen Favoriten GWD Minden verloren. 25:26 (12:12) stand am Ende der 60 packenden Minuten auf der Anzeigetafel der Kreuztaler Stählerwiese. Die Frage, wie sich ein Team im Abstiegskampf aus einem Spiel gegen eine auf dem Papier derart überlegene Mannschaft Selbstvertrauen und Rhythmus holen will, haben die Ferndorfer eindrucksvoll beantwortet und wurden dafür zurecht vom Publikum gefeiert. Und der vor dem Spiel von Trainer Michael Lerscht getätigte Spruch „Am Samstag zählt die Anzeigetafel nicht wirklich“ bekam durch den Spielverlauf und die dramatische Schlussphase beinahe schon dramatische Züge.

presenter3_lindenschmidtGebeutelt von der Verletzungsmisere, die die Siegerländer bereits die gesamte Saison fest im Griff hat, warf das Lerscht-Team von Beginn an alles in die Waagschale. Julian Schneider, Patrick Bettig, Uros Paladin – und in der Trainingswoche vor dem Spiel verletzte sich auch noch Lucas Schneider schwer. Ohne diese Leistungsträger überraschte man die Ostwestfalen mit beinharter, schneller und aggressiver Deckungsarbeit, dahinter präsentierte sich besonders Lucas Puhl in guter Verfassung. Mit nie mehr als zwei Toren ließ man das Topspieler-Ensemble der Mindener vor der Pause davonziehen, bliebt ständig in Schlagdistanz und erarbeitete sich viele Strafwürfe, die Alex Koke – auch heute mit 12 Toren wieder bester Ferndorfer Werfer – gewohnt sicher nutzte. Als die Teams die Seiten wechselten stand ein 12:12 auf der Anzeigetafel – schon zu diesem Zeitpunkt ein überraschendes Ergebnis und eine Belohnung für die Arbeit des TuS Ferndorf.

In Halbzeit Zwei setzten die Siegerländer noch einmal einen drauf: Durchgehend führte die Lerscht-Truppe mit einem oder zwei Toren, hielt den Favoriten in Schach, spielte konzentriert und leidenschaftlich. Nach 39 Minuten zwang das 19:11 den Gegner ins Team-Timeout und als es sechs Minuten später gar 21:17 stand, schnupperten die Heimfans an der Sensation. Doch Frank Carstens, Trainer von GWD, reagierte auf die Abschluss- und Torwartschwäche in seiner Mannschaft und legte kurzerhand Spieler wie Kim Sonne-Hansen (Tor) oder den baumlangen Rückraum-Shooter Nenad Bilbija. Eben jener zeichnete dann auch in der 55. und 57. Minute für zwei wichtige Tore zum jeweiligen Ausgleich verantwortlich (23:23 und 24:24) und hielt damit die Ostwestfalen im Spiel. In einer dramatischen Schlussphase gelang es den Gästen dann, durch Tore von Larsson und Sjöstrand sogar noch das Spiel zu drehen – es war die erste Mindener Führung in Halbzeit Zwei und erfolgte Sekunden vor dem Ende. Den letzten Wurf des Spiels wehrte Sonne-Hansen ab, der TuS stand mit leeren Händen da. Dennoch: Die gezeigte Leistung nötigt höchsten Respekt vor den Siegerländern ab, die mit zig Verletzten gegen den Top-Favoriten der Liga nicht nur mithielten sondern ihn zeitweise beinahe schon am Boden hatten. Solch ein Auftritt kann nur Mut, Selbstvertrauen und Kraft geben für die schwierigen anstehenden Aufgaben im restlichen Februar.

TuS Ferndorf: Puhl, Rottschäfer, Koke (12/9), Basic (3), Volentics (3), Baumgärtner (3), Mestrum (2), Trivic (1), Heyme (1), Ronge, Sartisson, Sorg, John.


Alle Fotos: Horst Schaumann

 

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