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Koke-Verletzung überschattet Auswärtsspiel

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Milasin Trivic erzielte in Hamm 3 Treffer (Foto: M.Müller)

Milasin Trivic erzielte in Hamm 2 Treffer für den TuS (Foto: M.Müller)

Der TuS Ferndorf hat das Auswärtsspiel des 11. Spieltags der Zweiten Handball-Bundesliga beim ASV Hamm-Westfalen verloren. Die Mannschaft des TuS musste sich mit 23:27 (12:13) geschlagen geben. Viel schwerer als die verlorenen zwei Punkte wiegt jedoch die Verletzung von Leistungsträger Alex Koke, der sich in einem Zweikampf in Hälfte Zwei schwer im Gesicht verletzte.

Der 36-Jährige wurde noch aus der Halle in Hamm direkt in die Uniklinik nach Dortmund gefahren und dort in der Nacht behandelt. “Dieser Freitag hätte für uns nicht viel schlimmer und dramatischer verlaufen können”, erklärte Trainer Michael Lerscht nach der Partie. Er hatte zusehen müssen, wie Anfang der zweiten Halbzeit bei einer Aktion im rechten Rückraum sowohl Alex Koke als auch Kevin John unter Einwirkung eines Hammer Spielers zusammenstießen. Während John mit einem tiefen Cut unter dem Auge benommen vom Feld musste, jedoch auf der Bank Platz nehmen konnte, wurde der bisherige Top-Torjäger des TuS, Alex Koke, von Sanitätern mit einer schweren Gesichtsverletzung auf der Trage aus der Halle gebracht. “Die Gedanken der gesamten TuS-Familie sind jetzt bei Alex und wir hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist. Eine genaue Diagnose stand am Abend noch aus. Man hat allen Spielern angemerkt, dass sie diese Verletzung geschockt hat”, so Lerscht. Umso schwieriger war es für die junge Truppe, sich wieder ins Spiel hineinzukämpfen, vor allem, da die Gastgeber diese Phase für einen 5:1-Lauf nutzten und auf 20:15 davonzogen.

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Im gesamten Spiel zuvor hatten die Siegerländer dem favorisierten Gastgeber Paroli geboten, hatten den ASV vor allem in der Anfangsphase mit der leidenschaftlich ausgeführten 3:2:1-Deckung vor ordentliche Probleme gestellt und standen bei eigener 9:5-Führung vor einem überraschenden Spielverlauf. Dann häuften sich jedoch die technischen Fehler, von denen einige in Tempogegenstöße der Hammer gerieten und die Führung so wieder abgegeben wurde. Nach dem Seitenwechsel wirkte der TuS weiterhin entschlossen und kämpfte mit großen Einsatz – bis zum Schock durch die Verletzung. “Da merkte man deutlich den Bruch in unserem Spiel, das ist ja auch klar. Alex ist so ein wichtiger Spieler für uns, die Spieler haben sich alle gefragt, wie es ihm geht und sich Sorgen gemacht. Ich ziehe alle Hüte, die ich habe, vor unserer Mannschaft, dass sie trotzdem in der zweiten Halbzeit das Spiel offen gestaltet hat. Der Spirit, die Moral, die wir an den Tag gelegt haben, ist beispielhaft”, lobte Michael Lerscht seine Spieler, die nun ohne John, Koke und ohnehin ohne Julian Schneider immer mehr improvisieren musste.

Und das nicht nur gegen einen starken Gegner und gegen die Gedanken an den verletzten Mitspieler – sondern heute auch gegen eine mehr als fragwürdige Schiedsrichterleistung, wie es der Trainer ausdrückte. “Ich habe in meiner kurzen Zeit, in der ich Trainer sein darf, noch nie etwas über Schiedsrichter gesagt. Man fühlt sich immer mal benachteiligt oder zweifelt an Entscheidungen – aber das verkneift man sich, denn irgendwie gehört das dazu und es geht ja allen mal so. Aber heute kann ich dazu nicht den Mund halten. Ich kann von meinem Naturell her mit Ungerechtigkeiten schlecht umgehen und das, was da heute in Hamm in der zweiten Halbzeit abgelaufen ist, das war nicht in Ordnung. Umso mehr wurmt es mich, wenn es sich gegen meine Spieler richtet. Sowas geht nicht, ganz ehrlich”, fand Michael Lerscht deutliche Worte.

Der TuS steht vor der schwierigsten Phase dieser noch jungen Saison: Mit Julian Schneider, Alex Koke und Patrick Bettig fallen drei der eingeplanten vier Rechtshänder im Rückraum langfristig aus, am Sonntag kommt mit dem HC Erlangen der Tabellenzweite in die Stählerwiese (Anwurf 16:30 Uhr).

TuS Ferndorf: Rottschäfer, Puhl, Volentics (5/3), Mestrum (4), L. Schneider (4), John (2), Trivic (2), Paladin (2), Baumgärtner (2), Heyme (1), Kolb (1), Barwitzki, Koke.


Alle Fotos: Marvin Müller

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