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Sensationssieg nach „mausetot“

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Eine unglaubliche Mannschaftsleistung führte am Ende zum Sieg (Foto: F.König/VfL Bad Schwartau)

„Wir waren so mausetot…“ Es waren ehrliche Worte, die TuS Ferndorfs Trainer Michael Lerscht auf der Rückreise des Zweitliga-Spiels beim VfL Bad Schwartau wählte. Sein Team hatte das Auswärtsspiel im hohen Norden gerade nach einem sensationellen Comeback mit 27:26 (13:18) gewonnen und im TuS-Bus herrschte gelöste Stimmung nach diesen zwei Pluspunkten. Dabei waren die Vorzeichen für den 26. Spieltag bei den Siegerländern alles andere als gut gewesen. Einen Tag vor dem Spiel war Top-Torschütze Alex Koke mit einem Muskelfaserriss in der Wade ausgefallen, Marijan Basic hatte die gesamte Woche erkältet im Bett gelegen und war erst am Spieltag alleine nach Bad Schwartau nachgereist.

Die Partie bei der Mannschaft von Torge Greve begann ausgeglichen, die Ferndorfer spielten ordentliche Angriffe, fanden gute Lösungen, waren zwar hin und wieder in der Deckung zu passiv, hielten bis zum 6:6 (12. Minute) aber gut mit den Gastgebern mit. Im Anschluss kassierte der TuS fünf Gegenstöße, kam selbst kaum noch zum Krachen und musste zusehen, wie der VfL bis zur Pause auf 18:13 davonzog. „18 Tore in einer Halbzeit – das ist natürlich deutlich zu viel. Das haben wir angesprochen, wir wollten mit Schwung aus der Halbzeit kommen, wollten noch mal etwas reißen“, erklärte Lerscht. Genau das Gegenteil war der Fall, in Überzahl kassierte sein Team ein Gegentor des Bad Schwartauer Top-Torjägers Daniel Pankofer und musste weiterhin einstecken. Beim 15:22 aus Ferndorfer Sicht (38. Minute) schien die Partie gelaufen, die Vorentscheidung gefallen.

Was dann passierte, weiß auch Stunden nach dem Spiel noch niemand so richtig genau. „Wie das funktioniert hat, bin ich mir noch nicht so sicher, wir haben eigentlich nur Kleinigkeiten geändert“, so Lerscht, „aber wenn man dann mal einen stabilen 12:1-Lauf auspackt, geht sowas eben.“ Was sich unglaublich anhört, passierte genau so. Die Ferndorfer verteidigten im 3-2-1 gut, Torwart Lucas Puhl hielt einige entscheidende Bälle und vorne lief nun alles. Innerhalb von knapp 18 Minuten drehten die Siegerländer ein 15:22 in eine 27:23-Führung. „Ich habe am Rand bewusst kaum etwas gesagt, habe auch nicht gehofft – aber ich habe mich schon gefragt, was hier gerade passiert“, lächelte Lerscht. Mit einem wahnsinnigen Einsatz und großer Leidenschaft drehte der TuS diese verloren geglaubte Partie und brachte die zwei Pluspunkte nach Hause. Anteil daran hatte auch Patrick Bettig, der nach langer Verletzung sein Comeback gab. „Ich freue mich unglaublich für Patrick, der seit dem 18. Juli 2015 hier sein erstes Spiel macht und direkt mit guter Leistung zu diesem Ergebnis beigetragen hat“, lobte der TuS-Coach den Rückraumshooter. Lob gab es darüber hinaus natürlich auch für die anderen im Team: „Das heute war absoluter Teamspirit. Das tut den Spielern einfach total gut. Riesenkompliment. Die Jungs haben jetzt vier Tage frei, können Ihre Wunden lecken und danach geht es weiter.“

TuS Ferndorf: Puhl, Rottschäfer, Heyme (4), Volentics (4), Mestrum (4), Oprea (4/3), Baumgärtner (3), Basic (2), Ronge (2), Trivic (1), Schneider, L. (1), Bettig (1), Sartisson (1), John.

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