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„Wir werden die Jugendarbeit weiter optimieren“

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niemeck

(Foto: Privat)

Seit Anfang Februar ist Volker Niemeck neuer Abteilungsleiter Handball im TuS Ferndorf. Der 46jährige Rechtsanwalt gehört dem TuS seit der D-Jugend an, war 14 Jahre lang Spieler der ersten Mannschaft und stieg mit ihr als Linksaußen 1999 in die Regionalliga auf. Aktuell spielt Volker Niemeck in der 4. Ferndorfer Mannschaft in der Kreisliga. Lesen Sie hier ein ausführliches Interview mit dem neuen Abteilungsleiter Handball.

Volker, auch, wenn Du noch ganz am Anfang Deiner Amtszeit stehst: Was sind die Aufgaben für den Abteilungsleiter Handball im TuS Ferndorf?

Die Abteilungsversammlung hat mich am 03.02.2014 zum Abteilungsleiter gewählt. Tatsächlich üben wir die Tätigkeit der Abteilungsleitung jedoch in einem größeren Team aus, dessen organisatorischer Kopf von drei Personen, nämlich Uwe Reimann, Axel Schneider und mir gebildet wird. Die Leitung dieser recht großen Handballabteilung erfordert eine Vielzahl organisatorischer und administrativer Dinge, die wir uns zu dritt teilen. Unsere wesentliche Aufgabe besteht jedoch darin, die bisher schon vorhandenen Abläufe und Organisationsformen innerhalb der Abteilung zu optimieren. Insbesondere wollen wir die Kommunikation zwischen den einzelnen Entscheidungsträgern der Abteilung und dem Verein verbessern. Hier sehen wir erheblichen Verbesserungsbedarf und haben dies schon in einzelnen Punkten angefasst und meiner Ansicht nach auch schon erste Erfolge erzielt. Ganz wichtig ist uns auch die Stimmung innerhalb der Abteilung und des Vereins wieder zu verbessern. Nach einem Stimmungshoch während der Meisterschaften in der 3. Liga West und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ist die Stimmung in der Abteilung und dem Verein während des Zweitliga-Jahres meines Erachtens gekippt. Die Euphorie ist verloren gegangen. Daran werden wir arbeiten. Als eine besondere Aufgabe sehe ich die sicherlich schon gute und erfolgreiche Jugendarbeit in unserem Verein noch mehr voranzubringen. Damit haben wir schon begonnen.

Die Jugendarbeit ist in Ferndorf bisher schon und soll noch mehr eine elementare Säule der Vereinsphilosophie werden. Wo kann sich der Verein hier noch verbessern?

Wir werden die Ausbildung der Jugendlichen weiter optimieren. Wir werden Strukturen innerhalb der Jugend und der Anschlussförderung bis zur 1. Mannschaft weiterentwickeln, die es den Jugendlichen ermöglichen soll, den großen Sprung in den Seniorenbereich zu erleichtern. Wir werden Zielvorgaben für die einzelnen Ausbildungsjahrgänge, die von unserer sportlichen Leitung erarbeitet werden, definieren. Hierzu werden die Trainingspläne der einzelnen Jugendjahrgänge mit unserer sportlichen Leitung, und hier meine ich vor allen Dingen die Trainer der 1. Mannschaft Erik Wudtke, Michael Lerscht und Alex Koke für das nächste Jahr als Co-Trainer, abgestimmt und in einem gewissen Rahmen auch vorgegeben. Wir wollen versuchen, die vereinsinterne Sichtung der Jugendlichen noch frühzeitiger zu beginnen und die einzelnen Jugendlichen hinsichtlich ihrer individuellen Perspektiven frühzeitig zu erkennen, damit sie durch gezielte Förderung auch die möglichen Ziele erreichen können. Wir werden die eigenen Trainer noch mehr fortbilden, um den Trainingsbetrieb und die Ausbildung der Spieler zu optimieren. Mein Ziel ist es, dass wir mit jedem Jugendjahrgang in der höchsten Spielklasse spielen und so in einigen Jahren in die Lage versetzt werden, jedes Jahr mindestens einen Jugendspieler aus der eigenen Jugend in die 1. Mannschaft zu integrieren. Dieses Ziel können wir jedoch nur erreichen, wenn wir frühzeitig die Qualität jedes einzelnen Jugendspielers erkennen und an dessen Stärken und Schwächen frühzeitig arbeiten, um ihn so in die Lage zu versetzen, sein Talent optimal auszuschöpfen. Davon wird dann der Verein insgesamt profitieren. Um eine optimale Jugendarbeit zu gewährleisten, müssen wir jedoch jeden Jahrgang ausreichend und gut besetzt haben. Dies wird nicht ohne Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Vereinen unserer Nachbarschaft möglich sein. Wenn wir unsere Jugendarbeit so optimieren, wie es geplant und angedacht ist, wird langfristig auch das sportliche Umfeld um den TuS Ferndorf oder um Kreuztal herum davon profitieren. Neben dem o.g. Ziel, jedes Jahr einen Spieler in die 1. Mannschaft integrieren zu wollen, geht es hier vor allem darum alle Spieler zukünftig noch besser auszubilden. Wir werden aber kaum allen Jugendspielern, die unsere Jugendjahrgänge verlassen, immer einen Platz in der 1. oder 2. gegebenenfalls 3. Mannschaft anbieten können, oder die dortigen Perspektiven gefallen dem jeweiligen Spieler nicht. Diese Spieler werden uns dann wahrscheinlich wieder verlassen und in ihre Heimatvereine zurückkehren. Diese Vereine werden dann also von der, hoffentlich guten, Jugendarbeit beim TuS Ferndorf profitieren und eigene Vorteile davon tragen.

Du bist quasi ein echter Ferndorfer, hast im Verein schon so gut wie alles erlebt – war Dir klar, dass Du mal irgendwann ein Amt in der Vereinsführung übernehmen würdest?

Zunächst einmal bin ich leider nicht in Ferndorf geboren. Ob ich also ein echter Ferndorf bin, würde man möglicherweise im Dorfgemeinschaftshaus kontrovers diskutieren. Ich habe mich schon immer für die Belange innerhalb der Handballabteilung interessiert. Die Übernahme eines Ehrenamtes ist aber nicht nur von der eigenen Planung, sondern auch von der Akzeptanz der Abteilung und dem Vertrauen der Mitglieder abhängig. Darüber hinaus stellt sich auch immer die Frage, ob man dem gestellten Amt gewachsen ist und die dort anfallenden Anforderungen leisten kann. Ich traue das meinen Kollegen und mir zu und hoffe, dass wir das in uns gesetzte Vertrauen bestätigen können.

Der TuS ist in einer spannenden Phase und stellt in vielen Bereichen aktuell die Weichen für die Zukunft. Worauf kommt es Deiner Meinung nach in der kommenden Zeit an?

Insgesamt ist mir wichtig, dass wir innerhalb des Vereins und der Abteilung wieder Ruhe finden und den Entscheidungsträgern der Abteilung das Vertrauen zurückgeben, das Sie verdient haben. Wenn wir dann die oben angesprochenen Verbesserungen in der Jugendarbeit und der Anschlussförderung umsetzen, werden wir in näherer Zukunft sehr große Freude an den Ergebnissen haben. Davon bin ich überzeugt. Derartiges geht jedoch nur mit langfristigen Planungen, damit diese Entwicklungen auch mit einer gewissen Nachhaltigkeit umgesetzt werden.  

Du bist Vater, Ehemann, selber noch aktiver Handballer, dazu Rechtsanwalt mit langen Bürostunden – wie sieht das Zeitmanagement bei Dir aus?

Manchmal könnte der Tag 30 Stunden haben aber ich setze Prioritäten, nach denen Familie und Beruf selbstverständlich vorgehen. Sollte ich feststellen, dass meine Familie, insbesondere meine Töchter unter meiner Tätigkeit in der Handballabteilung leiden, werde ich unverzüglich die Konsequenzen ziehen. Aber ich genieße die vollkommene Unterstützung meiner Familie. Meine Tochter Amala ist ein großer Fan und kommt mit Begeisterung samstags abends in die Halle. Dadurch dass ich meine Kanzlei zum Jahreswechsel mitten nach Ferndorf verlegt habe, können Besprechungen auch schnell kurzfristig bei mir im Büro durchgeführt werden. Uwe hat für uns ein internes Kommunikationssystem erarbeitet, mit dem wir sehr schnell über die Dinge, die die jeweils anderen gerade erledigt haben oder erledigen, informiert werden. Dies alles beschleunigt die Kommunikation und erleichtert die Arbeit. Darüber hinaus ist dadurch eine bessere Verteilung der Arbeitsanfälle möglich.

Wenn Du Dir für den TuS Ferndorf im Jahr 2020 etwas wünschen dürftest, was wäre das?

Wir spielen mit allen Seniorenmannschaften mindestens eine Klasse höher als zur Zeit. Alle Jungend-Mannschaften sind gut besetzt und spielen um die Deutsche Meisterschaft mit.

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