Anzeige
lindenschmidt
krombacher
sparkasse
georg
volksbank
quast

TuS II ist Meister der Verbandsliga

0
Unbeschreibliche Freude bei den Youngsters nach dem Gewinn der Meisterschaft. Foto: M.Müller)

Unbeschreibliche Freude bei den Youngsters nach dem Gewinn der Meisterschaft vor 1.000 Zuschauern. (Foto: M.Müller)

Der TuS Ferndorf hat den Doppelaufstieg perfekt gemacht: Eine Woche nach dem Zweitliga-Aufstieg der Ersten folgte der TuS Ferndorf II und sicherte sich im Derby gegen den RSVE Siegen mit einem 24:23(10:10) die Verbandsliga-Meisterschaft und den Oberliga-Aufstieg.

Es wurde das erwartete „Jahrhundertspiel“. Früher als eine halbe Stunde vor Anpfiff prangte bereits ein weißes Schild in der Tür des Ferndorfer Foyers: „Ausverkauft“. Für das letzte Verbandsligaspiel der beiden heimischen Teams war kein Platz mehr in der „Stählerwiese“ mehr zu haben; alle Karten waren restlos vergriffen, alle 800 Sitzplätze sogar bereits im Vorverkauf.

Die Fußballer des FC Eiserfeld, die den RSVE Siegen bei vielen Spielen unterstützt haben, hatten den ganzen äußeren Block A in Gelb-Blau getaucht, im Ferndorfer Block C hielten weiß-rote Fahnen dagegen. Eine Kulisse, die auch einige der westfälischen Oberligisten gerne mal als Heimkulisse haben würden, für Verbandsliga-Verhältnisse sicherlich einmalig. Die Teams starteten mit jeder Menge Power ins Spiel. Die ersten 30 Minuten waren so intensiv, wie es manche Partien über die volle Distanz nicht sind. Beide Mannschaften leisteten hervorragende Abwehrarbeit, machten nur wenige Fehler. Die Angreifer mussten sich ihre Tore erarbeiten, das gelang zunächst dem RSVE besser, der mit zwei Treffern vom starken Tim Kolb und einem Tor von Milos Grujicic auf 3:1 vorlegte. Den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich hatte Patrick Bettig erzielt.

Dem TuS wiederum gelang es, die Verhältnisse in Unterzahl zum 4:3 zu drehen. Fortan legten die Gastgeber erst ein Tor, dann ab dem 7:5 durch Schöttler zwei Tore vor. Zwei überragende Würfe von Kolb brachten Siegen von 8:6 auf 8:8 zurück. Es war allen in der Halle klar – dieses Spiel würde spannend bleiben bis zuletzt. Der 10:10-Pausenstand gelang Milos Grujicic mit dem ersten verwandelten Siebenmeter. Zuvor hatten sowohl der starke Jan-Niklas Broszinski im Ferndorfer Tor als auch RSVE-Keeper Stephan Eckhardt jeweils einen Versuch entschärfen können – jeweils in ganz wichtigen Phasen für ihr Team.

Eine besondere Geschichte dieses Aufstiegsfinales hätte auch die Personalie Tristan Gräber werden können. Der kleine Rechtsaußen der Gäste hatte in der Saison nur wenig Spielzeit bekommen, oftmals wurde er gar nicht eingesetzt. In diesem wichtigsten Spiel für seinen Verein brachte Sijaric ihn bereits im ersten Durchgang für die Rechtsaußenposition. Nach dem 11:10 durch Alen Sijaric nach Wiederanpfiff sorgte er mit seinem ersten Tor für das 12:10 für den RSVE. Für Ferndorf hielt in dieser Phase David Wellen zwei Mal ganz stark, einen Siebenmeter von Grujicic, eine Freistellung von Alen Sijaric. So kam sein Team auf 13:13 zurück. Der TuS war im Aufwind, die Antwort setzte Gräber: Vom Siebenmeterpunkt mit einem rotzfrechen Dreher. Von nun an blieb es knapp – und es wurde hitzig. Die Fouls mehrten sich, die Verletzungspausen und Zeitstrafen und diskussionswürdigen Pfiffe auch. Jannik Daub, der für Gräber in die Abwehr wechselte, musste nach einem harten Zusammenprall ausgewechselt werden. Erstdiagnose durch Ferndorfs Mannschaftsarzt Falk Uhlig: Kreuzbandriss.

Während Daub auf der Bank behandelt wurde, stärkte Broszinski sein Team mit einigen ganz starken Paraden. So konnte Patrick Bettig mit einem Gewaltwurf zum 17:17 (21.) wieder alles offen machen. Und Bettig hatte auch die Führung auf der Hand, warf aber frei einen Aufsetzer an die Latte. Im Gegenzug verweigerten die Schiedsrichter dem RSVE einen Pfiff, als Gräber beim Gegenstoß bedrängt wurde. Auch die Unparteiischen, deren Linie nicht immer klar erkennbar war, gerieten nun in den Fokus der Zuschauer und Teams – es war ein Derby durch und durch. Als Patrick Bettig in der 54. Minute das 19:18 erzielte, war das letzte Unentschieden der Partie Geschichte. Per Gegenstoß erzielte Kevin John das 20:18, Tim Kolb verkürzte nochmals auf 20:19. Dann legte John einen Doppelpack nach, das 22:19 brach den Widerstand der auf dem Zahnfleisch gehenden Siegener. Spätestens, als Kai Ronge zum 23:19 netzte, gab es für die Ferndorfer Bank kein Halten mehr. Der RSVE nutzte die verbleibenden Sekunden tapfer, um noch auf den 24:23-Endstand zu verkürzen – aber da selbst ein Remis ja nicht für die Gäste gereicht hätte, war die Entscheidung gefallen.

Nach Abpfiff bildeten die Ferndorfer eine wild springende Jubeltraube auf dem Feld, nachdem sie die offizielle Meisterurkunde erhalten hatten, gab es für Meistertrainer Michael Lerscht die obligatorische Bierdusche. Der Trainer hat sein Team nach vier gemeinsamen Jahren zum Meisterteam geformt, zur neuen Spielrunde übernimmt er bei der Ersten. Wer Lerschts Nachfolger wird, gibt der Verein in den kommenden Tagen bekannt. Fakt ist nun: Der Trainer braucht Oberliga-Niveau.

Statistik

TuS: Broszinski, Wellen – Bettig, John (je 6), Schöttler (4), Sartisson (2/1), Dröge, Julian Schneider, Ronge (je 2), Held, Reh, Fabian Schneider, Stötzel.

RSVE: Gudmundsson, Eckhardt – Kolb (9/2), Grujicic (4), Gräber (3/2), Sorg (3), Sijaric (2), Hochreuther, Johannes Krause (je 1), Daub, Philipp (n.e.).

Quelle: expressi.de
Redakteur: Micha Sommer


Alle Fotos: Marvin Müller

 

Weitersagen.