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Am Ende zählt nur der Sieg

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Musste auf der für Rechtshänder ungeliebten Rechtsaußen Position agieren – Jonas Müller (Foto: HSG Krefeld/samla.de)

Es gibt Spiele, nach denen spricht man besser nicht über das Gesehene und Geschehene, sondern hakt diese ab und konstatiert zwei weitere Punkte auf der Habenseite. So auch gestern in Krefeld. Das was die Spieler in Rot und Weiß auf das Parkett brachten, konnte nur in wenigen Phasen die vielen mitgereisten TuS-Fans begeistern. Aber am Ende ist Handball eben Ergebnissport. Und da müssen nach dem heutigen Spieltag zwei Dinge ganz klar herausgestellt werden. Zum einen haben am Freitagabend auch Konstanz und Lübeck doppelt gepunktet. Umso wichtiger ist der Sieg des TuS Ferndorf einzuordnen. Zum anderen hat der TuS erst das zweite Mal in dieser Saison ein positives Punktekonto!! Und auch Ferndorfs Coach schlug in die gleiche Kerbe: „Ich lasse es nicht zu, dass man sich über Siege nicht entsprechend freut. In dieser ausgeglichenen Liga hat jeder Sieg eine große Bedeutung !“


Sie tanzte nur einen Sommer. Ein Film aus den 50-ern und ein gern zitierter Spruch. Der in abgewandelter Art auch auf den Dreh- und Angelpunkt des Krefelder Spiels am Freitagabend zutraf. Denn Gott sei Dank tanzte Krefelds Regisseur Simon Ciupinski nur zwanzig Minuten. Zwanzig Minuten in denen er gemeinsam mit Krefelds Topscorer Kevin Christopher Brüren die Ferndorfer Abwehr ein ums andere Mal narrte. Ob der Kempa-Trick zum 1:1 oder aber ein No-Look-Pass zum Zunge schnalzen. Akzente setzten in dieser Phase fast ausschließlich die in schwarz-gelb gekleideten Gastgeber. Die rot-weißen Jungs hingegen kamen nur sehr schleppend ins Spiel und die lautstarken TuS-Fans warteten auf eine Art Initialzündung. Doch auch auf Ferndorfer Seite gab es zwei Spieler, die sich mit aller Vehemenz gegen das Aufbäumen des Schlusslichts stemmten. Ein wieder einmal sehr gut aufgelegter Kapitän im Tor – die Statistiker quittierten am Ende eine Quote von knapp 40% bei Lucas Puhl. Und der unermüdlich am Kreis rackernde und auch immer wieder als Torschütze in Erscheinung tretende Mattis Michel. So war es eben diesem auch vorbehalten beim 8:10 die Weichen zu stellen. Dachte man, doch die Eagles, wie sich die Krefelder selber nennen, ließen sich nicht abschütteln. Norman Toth, der Torhüter der Gastgeber, der Puhl in nichts nachstand sorgte in dieser Phase dafür, dass es zur Halbzeit 11:12 stand.

In Halbzeit Zwei nahm Lerscht Umstellungen vor. Andreas Bornemann agierte nun auf Rechtsaußen und Jonas Faulenbach bekleidete die Position des Halbrechten. So war es auch Bornemann, der zu Beginn der zweiten dreißig Minuten gleich drei Mal blitzsauber netzen konnte. Nachdem sich Krefeld wieder herangekämpft und dabei sogar mehrfach die Chance auf den Führungstreffer hatte, ging es Kopf an Kopf in die Crunch-Time. Und wenn der TuS eines Woche für Woche beweist, dann dass er Crunch-Time kann. Und so war es auch dieses Mal nicht verwunderlich, dass die letzten zehn Minuten klar an die Spieler in den rot-weißen Trikots gingen. Der von der Krefelder Abwehr stark malträtierte, aber nie auszuschaltende Mattis Michel holte immer wieder Siebenmeter raus, die von Julius Lindskog Andersson gewohnt sicher verwandelt wurden. Kurz vor der Schlusssirene bekam Lerscht noch die gelbe Karte des Unparteiischen-Gespanns. Mit deren Entscheidungen war man auf Ferndorfer Seite nicht immer einverstanden, wobei den jungen Referees alles in allem eine gute Spielleitung attestiert werden muss.

Thomas Rink heißt der nächste Spieler im TuS-Lazarett. Er war nicht wirklich einsatzbereit und wurde von Lerscht geschont. Ein Lichtstreif am Horizont sind dagegen die beiden Rechtsaußen, Tim Rüdiger und Jan Wicklein, die schon bald wieder ins Spielgeschehen eingreifen können. Vielleicht sogar schon am kommenden Spieltag, wenn der Tabellenführer aus Coburg zu Gast in der Stählerwiese ist. Und trotz der vielen Verletzten liefern die auf der Platte stehenden Jungs Woche für Woche Topleistungen ab. 15:3 Punkte aus den letzten neun Spielen sind eine herausragende Ausbeute und sollten ganz viel Selbstbewusstsein liefern für die anstehenden, schweren Aufgaben. Am kommenden Freitag haben sich die Mannen um Capitano Jonas Faulenbach die lautstarke Unterstützung der Stählerwiese verdient. Und wer weiß was mit dem Hexenkessel im Rücken alles möglich ist.

Tore: Mattis Michel (7), Julius Lindskog Andersson (7/3), Andreas Bornemann, Julian Schneider (je 4), Marijan Basic (3), Toni Sario (2), Jonas Faulenbach (1)