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Beste Zeit um Geschichte zu schreiben

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Der frühere Weltklasse-Trainer des FC Bayern München, Louis van Gaal, führte eine Weisheit in den deutschen Sprachgebrauch ein, die in den nächsten Wochen auch für den TuS Ferndorf gelten wird: „Tod oder Gladiolen“ – ging es bei den römischen Gladiatorenkämpfen um nicht weniger als Sieg oder Tod, geht es für die Mannen von Ferndorfs Coach Robert Andersson in den nächsten Wochen und Monaten um den Klassenverbleib in Deutschlands zweithöchster Spielklasse. Die wilde Hatz quer durch Deutschlands Hallen beginnt am Freitagabend in Hamm und endet, so Corona keinen Strich mehr durch die Rechnung macht, am 26. Juni in Nettelstedt. Über pandemische Dinge sind genug Worte verloren. Und so geht auch der Coach vorneweg und lebt es seinen Mannen vor: „Handbremse los – Gas geben – überraschen“, so sein Motto für die Fahrt ins östliche Ruhrgebiet.

Dort wartet am Freitagabend um 19:15 Uhr mit dem ASV Hamm ein Schwergewicht der Liga auf die rot-weiße Equipe. Seit Beginn der Saison von Michael Lerscht gecoacht, sind die Hammer nie wirklich ins Rollen gekommen. Rein vom Kader her ein Team, welches in der Tabelle wesentlich besser platziert sein müsste, als es der augenblickliche 14.Tabellenplatz aussagt. Und so war auch Felix Storbeck im Tor noch nicht so oft ein Faktor wie in den vergangenen Jahren. Der Halbrechte Jan von Boenigk, gerade gegen den TuS immer äußerst treffsicher, ist auf der Suche nach seiner Bestform. Das alles wird aber aufgefangen von weiteren Ausnahmekönnern im Team der Lippestädter. Im Rückraum sind das die bundesligaerfahrenen Marian Orlowski auf Halblinks und Jo Gerrit Genz auf Halbrechts, die beide in der Lage sind Spiele im Alleingang zu entscheiden. Dazu kommt mit Fabian Hüsmann ein guter Linksaußen, der obendrein extrem treffsicher aus sieben Metern ist. Schwer zu verteidigen ist die Lerscht-Truppe, weil sie mit Jan Brosch über einen effektiven Zweitliga-Kreisläufer aus dem oberen Regal verfügt. Für nächstes Jahr rüsten die Uentroper massiv auf und haben sich bereits die Dienste von zwei Spielern aus der Beletage des deutschen Handballs gesichert. Rechtsaußen Tim Wieling kommt aus Stuttgart und der niederländische Nationalspieler Dani Bajens aus Lemgo. Damit dürfte jetzt schon klar sein, wo die Reise des ASV Hamm in der kommenden Saison hinführen soll.


Bereits im Hinspiel kamen die Ferndorfer Jungs frisch aus einer angeordneten Quarantäne. Alles bei weitem nicht vergleichbar mit der aktuellen Situation. Und sind wir mal ehrlich. Andersson hat vollkommen recht, wenn er, auf die aktuelle Situation angesprochen, sagt: „Das Wichtigste ist die Gesundheit der Spieler !“ Spekulation, wen Corona nun so schlimm durchgeschüttelt hat, will man keinen Nährstoff geben. Aufgrund der beschriebenen Situation hatte der Ferndorfer Coach zeitweise nur neun Mann im Training. „Damit kann man keinen Hochleistungssport machen“, sagt er richtigerweise und ergänzt: „Welcher Leistungssportler macht sechs Wochen komplett Pause und steigt dann wieder ins Wettkampfgeschehen ein?!“ Am Ende werden Spieler auf dem Feld stehen, denen sich die Möglichkeit bietet, sich in den TuS-Geschichtsbüchern zu verewigen. Denn zum einen sprechen wir von Handballern, die allesamt in der Lage sind auf Zweitliganiveau Handball zu spielen. Und zum anderen wettet aktuell keiner einen Pfifferling auf den TuS. Sollte es dieses Team also schaffen am Ende über dem Strich zu stehen, wird diese Saison mit ihren Protagonisten einen großen Teil der TuS-Geschichte im neuen Jahrtausend einnehmen. Mit dabei sind gegen Hamm evtl. die beiden Sorg-Brüder, Leon und Michel, aus dem Kader der zweiten Mannschaft. Und vielleicht kehren schon kommenden Dienstag wieder ein, zwei Spieler in den Kader zurück, wenn sich der Altmeister aus Gummersbach die Ehre in der Stählerwiese gibt. Erfreuliches gibt es von Patrick Weber zu berichten. Eine erneute Operation ist geglückt, und die behandelnden Ärzte haben unserem Rückraum-Ass Mut gemacht, dass er irgendwann wieder schmerzfrei Handball auf hohem Niveau wird spielen können.

Obwohl der Stadtkreis Hamm einer der wenigen Kreise ist, der aktuell unter dem Inzidenzwert von 100 liegt, wird auch dieses Spiel ohne Zuschauer stattfinden. Möglichkeit, die Partie live zu verfolgen, haben alle Fans weiterhin über den Stream bei Sportdeutschland.tv. Und ganz egal wo sich der geneigte TuS-Fan das Spiel auch anschauen mag, für Alle gilt am Freitagabend ab 19:15 Uhr ganz besonders laut: „Scream for our team !“


WISSENSWERTES
Entfernung: 125 km
Fahrzeit:1 1/2 Stunden
Einwohner Hamm: 180.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4200)
Heimspielstätte:  Westpress-Arena – 2650 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: rot
größte Erfolge: Aufstieg in die Handball-Bundesliga 2010
4. Platz in der 2. Liga 2018/19 

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