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 Charaktertest mit Bravour bestanden

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Auch Toni Sario spielte stark auf in Hamm – am Ende erzielte er sechs Treffer

Am Ende eines Handballspiels kann es bei einem Heim- oder Auswärtssieg nur einen Gewinner geben. Falsch – denn den Gegenbeweis konnte am Freitagabend die, durch Corona arg gebeutelte, Equipe des TuS Ferndorf antreten. Ja, ein Handballspiel ist verloren worden. Aber die zwölf Spieler, die auf der Platte standen, haben sich sechzig Minuten lang für ihren Verein zerrissen. Und genau das ist der Punkt, den jeder Sportfan unterschreibt – nämlich, dass man Spiele verlieren kann. Die Frage ist nur meist das Wie. Und geschieht es so wie am Abend in Hamm, dürfen sich die unterlegenen Protagonisten erhobenen Hauptes vom Feld verabschieden.

Dabei begann der Matchday in der Westpress Arena wie befürchtet. Ein Blick auf die Aufstellungen verriet, dass der TuS Ferndorf mit nur zehn Feldspielern antreten würde. Mit dabei waren Michel Sorg, der ansonsten bei der zweiten Mannschaft in der Oberliga Regie führt, sowie der Torhüter der Ferndorfer Zweiten, Jan-Niklas Broszinski. Und um es vorweg zu nehmen – beide Spieler erledigten ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit. 

Das Spiel begann mit einem Knalleffekt. Jo Gerrit Genz schweißte den Ball mit einem Beidbeiner zum 1:0 in den Winkel. Doch von Beginn an ließ sich der TuS Ferndorf nicht abschütteln. Bis zum 4:4 legte Hamm immer ein Tor vor. Christopher Klasmann und Lucas Schneider sorgten dann aber beim 4:6 für die erste Ferndorfer Führung. Diesem Intermezzo zogen die Hammer aber schnell den Stecker. Deren Hauptprotagonisten, Jo Gerrit Genz, Fabian Huesmann, Merten Krings und Jan Pretzewofsky, die zusammen mehr als 80% der Hammer Tore erzielten, drehten das Spiel zum 9:7. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass den Mannen aus dem östlichen Ruhrgebiet das Spielglück hold war. Während auf der einen Seite Bälle mit Keeper im Tor landeten oder nach Abprallern ins Tor trudelten, war auf der anderen Seite das Gegenteil der Fall. Und als dann das Heimteam nach 22 Minuten das erste Mal auf eine Drei-Tore-Führung stellte, hatte man das Gefühl, dass sich das Spiel nun in die vorhergesagten Bahnen lenken wird. Doch bis zur Pause robbte sich der TuS wieder ran und ging beim 15:13 mit einem achtbaren Ergebnis in die Halbzeitpause. Nicht unerwähnt lassen wollen wir ein Highlight aus dem ersten Durchgang. Der eingangs erwähnte Sorg ließ mit einem unnachahmlichen Wackler die Hammer Abwehr ganz, ganz schlecht aussehen – das war zum Zunge schnalzen.


In den ersten elf Minuten von Durchgang Zwei stand Tim Hottgenroth wieder zwischen den Pfosten. Zuvor hatte der in der 23. Minute eingewechselte Broszinski seine Sache ordentlich gemacht. Gut – Handball ist ein Ergebnissport und wird nicht im Konjunktiv entschieden. Aber könnte „Brosche“, wie ihn seine Mitspieler nennen, zehn Zentimeter mehr Körperlänge sein Eigen nennen, hätten wir wahrscheinlich das nächste Ferndorfer Eigengewächs im Zweitligakader. Und so war beim Zwischenstand von 23:18, in eben jener 42.Minute, für die Gastgeber die Messe fast gelesen. Fast, denn das Ferndorfer Team das gestern auf der Platte stand, darf exemplarisch bei Suchmaschinen eingeblendet werden, wenn es um den Suchbegriff Willens- und Charakterstärke geht. Einen einzigen Spieler aus dem Team hervorzuheben, würde allen anderen nicht gerecht werden. Doch exemplarisch muss an dieser Stelle Thomas Rink genannt werden, der früh im Spiel mit zwei Zwei-Minuten-Strafen belegt wurde, aber trotzdem bis zum Schluss im Mittelblock ackerte und im Angriff immer wieder Nadelstiche am Kreis setzte. Als das Spiel auf die Zielgerade einbog, war das Lerscht-Team immer noch mit vier Toren in Front. Doch wie zu Ende der ersten Halbzeit, waren es auch zum Ende des Spiels hin zwei Rückraumkracher von Toni Sario, die den hohen Favoriten bis in die Schlussminuten hin zittern ließen. Näher als zwei Tore kam man aber nicht heran. Individuell zu gut bestückt das Hammer Team auf der einen, und zu sehr auf dem Zahnfleisch gehende Ferndorfer auf der anderen Seite. So blieb dem besten Feldtorschützen auf Ferndorfer Seite, Sario, nur noch die Ergebniskosmetik zum 32:30 Endstand mit der Schlusssirene. 

Auch wenn der Gegner am kommenden Dienstag der schier übermächtige Vfl Gummersbach ist. Mit der Einstellung vom Freitagabend muss diesem Team vor Niemandem in der Liga bang sein. Es hat Spaß gemacht mitzufiebern und viele Ferndorfer Anhänger haben schon kurz nach dem Spiel dem Team in den sozialen Medien zu dessen Auftritt gratuliert. Doch leider ist der couragierte Auftritt nicht mit Punkten belohnt worden. Und die zählen am Ende. Aber wer weiß, zu welcher Energieleistung sich die rot-weiße Equipe am Dienstagabend aufschwingt, wenn es zum ersten echten Derby in der Stählerwiese kommt.

Tore: Torben Matzken (7/2), Toni Sario (6), Lucas Schneider (5), Thomas Rink (4), Josip Eres (4/1), Niklas Diebel, Christopher Klasmann, Michel Sorg (je 1)

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