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Dezimierter Kader schlägt sich wacker

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Foto: HC Elbflorenz / Stephanie Fleischer

Die Verbliebenen im Ferndorfer Kader, die da am Sonntagabend in der BallsportArena ihr rot-weißes Jersey verteidigten, taten dies mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Vehemenz. Doch allein die zahlenmäßige Unterlegenheit auf dem Spielberichtsbogen, Ferndorf hatte zwölf Spieler und Dresden sechzehn Spieler aufgeboten, gab schon einen Fingerzeig wie schwer das Unterfangen werden sollte. Noch bitterer wird es für das Häuflein der Aufrechten allerdings, wenn nach solch einem Spiel auch noch die zweitweiteste Rückfahrt der kompletten Saison wartet. Dass diese am späten Sonntagabend nicht Vergnügungssteuerpflichtig war, kann man nachvollziehen.

Dabei begannen die Rot-Weißen ordentlich. Die Führung der Sachsen wurde jeweils umgehend ausgeglichen und auch Tim Hottgenroth im Tor konnte nahtlos an seine tadellosen Leistungen aus den vorangegangenen Spielen anknüpfen. So stand es nach Toren von Niklas Diebel, Tim Rüdiger und Simon Strakeljahn 3:3 nach sechs absolvierten Spielminuten. Doch dann passierte das, was der Mannschaft eine Art Genickbruch versetzte. Knapp zehn Minuten blieben die Jungs von Coach Robert Andersson ohne eigenen Treffer. Im Angriff schoss der Rückraum eine Fahrkarte nach der anderen, und auch die technischen Fehler, die man in den letzten Spielen so toll auf ein Minimum reduzieren konnte, waren wieder im Ferndorfer Spiel angekommen. Was sich die Mannschaft in dieser Phase zwischen der 6. und 15. Spielminute gefallen lassen muss, ist der Vorwurf des fehlenden Rückzugs. Vorne verwerfen passiert immer bei einem Handballspiel. Aber dann muss zumindest das Rückzugsverhalten so gut sein, dass man keine leichten Gegentore kassiert. Erschwerend hinzu kam, dass sich die Mannen aus Elbflorenz perfekt auf den Kader des TuS eingestellt hatten. Der Rückraum der Siegerländer wurde ständig attackiert. Und durch den Ausfall Mattis Michels war Andersson auch taktisch in ein enges Korsett gezwängt. Doch Hottgenroth, der Zerberus im Ferndorfer Kasten, gab den Seinen Sicherheit. Sieben Paraden konnte er nach zwanzig Minuten verbuchen. Als man sich beim 9:7 in jener zwanzigsten Minute gerade wieder herangerobbt hatte, standen der Pfosten und abermalige technische Fehler einer Fortführung der Aufholjagd im Weg. Beim Versuch mit dem siebten Feldspieler zu agieren, kassierte die TuS-Equipe dann sogar das 13:8 ins verwaiste Tor. Eine Herkulesaufgabe, dieses Spielergebnis in des Gegners Halle noch zu drehen. Doch die verbliebenen Mohikaner im rot-weißen Dress kämpften bis zum Umfallen. 13:10 lautete der Halbzeitstand, nachdem Rüdiger mit der Halbzeitsirene einen Tempogegenstoß verwandeln konnte. Hottgenroth, wie auch sein Gegenüber auf Dresdner Seite, Max Mohs, standen zu diesem Zeitpunkt beide bei über 40% gehaltener Bälle – Traumquoten!


Zu Beginn von Halbzeit Zwei das gleiche Bild. Die Männer aus Sachsens Bundeshauptstadt, die Ende Oktober ihr letztes Heimspiel in der schmucken BallsportArena bestreiten durften, agierten ebenso fahrig wie die Männer aus dem Siegerland. Einzig den Halbrechten Rene Zobel, letztes Jahr noch für Balingen in der Bundesliga aktiv, bekam man in dieser Phase nicht in den Griff. Da sich aber Rutger ten Velde von der Strafwurf-Marke äußerst treffsicher zeigte, ließen sich die Schneider & Co. nicht abschütteln. Apropos Schneider – Julian agierte im letzten Spieldrittel auf der Position seines Bruders Lucas. Und machte seine Sache so ordentlich, dass er mit abknickenden Würfen spektakulär verkürzen konnte. 21:19 und 22:20 lauteten die Zwischenstände in der 50. und 51.Minute. Dass dieses dezimierte Team in der Crunch-Time auf Schlagdistanz sein könnte, hatten wohl nur die kühnsten Optimisten auf dem Zettel. Doch dann kamen drei Aktionen innerhalb 120 Sekunden zusammen, die den Traum von Punkten jäh zerstörten. Zum einen konnten zwei Abpraller vom gut reagierenden Hottgenroth nicht unter Kontrolle gebracht werden. Zum anderen musste das TuS-Team nach 52:18 Spielminuten die erste Zeitstrafe quittieren. In dieser Hinsicht hatte die Abwehr einen tollen Job gemacht. Duvancic und Koloper stellten einen physisch starken Innenblock, während die Anderen mit schnellen Beinen den HC Elbflorenz immer wieder vor Aufgaben stellten. Doch die gute Phase des TuS war nach der Zeitstrafe Makulatur. Der Motor des Dresdner Spiels, Sebastian Greß, hatte nun auch Gefallen gefunden an selbigem. Und innerhalb weniger Minuten stand es plötzlich 25:21. Der sonst so ruhige Schwede an der Ferndorfer Außenlinie hatte genug gesehen. In einer Auszeit versuchte er ein letztes Mal entgegen zu wirken und stellte die Abwehr auf ein 5:1 um. Das sollte aber nicht mehr die erhoffte Wirkung entfalten. Ein paar einfache Tore der Gastgeber zum Ende hin stellten das Ergebnis auf 29:24. Etwas zu hoch, denn über weite Strecken konnte man mithalten und blieb ständig in Schlagdistanz.

Es ist wiederholt hypothetisch, darüber nachzudenken was mit einem volleren Kader möglich gewesen wäre. Doch am Ende bleibt die Hoffnung. Die Hoffnung, dass vielleicht doch noch der ein oder andere in den nächsten drei Wochen in den Spielbetrieb zurückkehrt. Es sind noch zwei Heimspiele in diesem verrückten Handballjahr 2021 zu absolvieren. Am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen den Mittelrheinrivalen aus Dormagen. Und am kommenden Samstag gegen den Angstgegner aus Rimpar. Ebenso wenig wie sich die Jungs in Rot und Weiß aufgeben, sollten auch die Fans weiter an ihr Team glauben. Kommt in die Stählerwiese und helft mit, damit endlich wieder was Zählbares eingetütet werden kann.

Tore: Simon Strakeljahn (6), Rutger ten Velde (6/5), Niklas Diebel, Tim Rüdiger (je 4), Julian Schneider (3), Jörn Persson (1)

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