lindenschmidt
krombacher
sparkasse
georg
volksbank
georg
mrd
quast

 Die Stählerwiese erwacht zum Leben

0

Ein Blick auf die Tabelle sollte Ansporn genug sein für die Andersson-Schützlinge. Durch den Punktabzug beim Wilhelmshavener HV am Saisonende beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz aktuell satte neun Punkte. Sechs Spiele sind noch zu absolvieren und die Mannschaften aus dem unteren Tableau spielen teils noch gegeneinander. Ein Sieg gegen die SG BBM Bietigheim am Donnerstagabend könnte also gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt sein. Dass dieses Spiel das erste seit dem 10. Oktober 2020 sein wird welches vor Zuschauern stattfindet, macht die Sache zusätzlich attraktiv und rund.

Dabei gilt die volle Konzentration einem Gegner, der so etwas wie die Sphinx der zweiten Handballbundesliga ist. Eigentlich gut genug besetzt für das obere Tabellendrittel, gibt es zwischendurch immer mal wieder Ausreißer. So steht das Team von Interimscoach Brian Ankersen, der im März von Hannes Jon Jonsson übernahm, unerwartet nur vier Punkte vor dem TuS Ferndorf. Trotzdem will Ferndorfs Coach Robert Andersson nicht von einem Duell auf Augenhöhe sprechen und lobt den Dreh- und Angelpunkt des Bietigheimer Spiels: „Jonas Link hat einen guten Wurf und spielt, wie die anderen Rückraumspieler, gut mit dem Kreis zusammen.“ Neben dem 103-fachen Torschützen Link gilt es besonders auf den Mann auf Rechtsaußen aufzupassen. Christian Schäfer ist nicht nur für Spiele mit mehr als zehn Toren gut. Zudem wird er sich aller Voraussicht nach das zweite Mal in seiner Karriere die Torjägerkanone der zweiten Handballbundesliga sichern. Respekt hat Andersson zudem vor der Beweglichkeit des Bietigheimer Rückraums, da im Hinspiel die vielen Kreuzbewegungen dem Ferndorfer Innenblock schwer zu schaffen machten. Im Sommer wird ein Großer des Welthandballs auf der Bank der Süddeutschen Platz nehmen. Iker Romero, 200 mal für die spanische Nationalmannschaft aktiv, geht in Bietigheim vor Anker und bekleidet seine erste Cheftrainer-Position.

Nicht minder interessant liest sich die Vita des Ferndorfer Chefs an der Seitenlinie. Und dem bereitet seit einigen Wochen „das Offensivspiel sehr viel Freude“ und er führt aus: „Wir machen wenige Fehler und stehen stabil.“ Grundvoraussetzungen für Punktgewinne in dieser ausgeglichen Liga! Besonders froh ist er über die Rückkehr des einen Kapitäns. Während sich nämlich Lucas Puhl weiter in Geduld üben muss, ist Jonas Faulenbach zurück im Team. Zurück und vor allen Dingen fast wieder der Alte. So bieten sich Andersson wieder mehr Option und man sieht es auch an den vielen unterschiedlichen Torschützen der Rot-Weißen. Man ist nicht mehr ausrechenbar. Von allen Positionen können Tore erzielt werden, dazu wurden die technischen Fehler immer weiter reduziert und zu guter Letzt steht auch das Torhüter-Spiel außerhalb jeglicher Diskussion. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass der Coach nicht müde wird zu betonen, dass weiterhin die Gesamtentwicklung des Teams ganz oben auf der Agenda steht. Apropos Torgefahr von jeder Position. Langsam aber sicher schickt sich mit Julian Schneider bereits der fünfte Spieler an, die Marke von 100 Saisontoren zu knacken. Beweis für die Unberechenbarkeit des TuS Ferndorf. Im Gegensatz zu Puhl gibt es bei Patrick Weber die ganz leise Hoffnung, dass er diese Saison noch einmal ein Mini-Comeback feiern könnte. Drücken wir dem wurfgewaltigen Rückraumhünen die Daumen.

Und auch wenn am Donnerstagabend die ersten 250 Zuschauer wieder wie gewohnt in die Stählerwiese pilgern können, so bleibt für viele doch weiterhin der Stream auf Sportdeutschland.tv erste Wahl. Zum Auftakt der Serie von fünf Heimspielen am Stück, kann ab 19:30 Uhr wieder mitgefiebert werden, wenn es zum wiederholten Male heißt: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Gegner:  SG BBM Bietigheim
Einwohner Bietigheim:  43.200 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte:  Sporthalle am Viadukt (1.300 Zuschauer Fassungsvermögen)
Trikotfarbe:  rot / blau
größte Erfolge:  Aufstieg in die 1.Bundesliga 2014 und 2018

Comments are closed.