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 Die Unentschieden-Könige aus dem Siegerland 

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Der letzte Freiwurf der Gastgeber scheitert am Ferndorfer Block (Foto: EHV Aue)

Der TuS Ferndorf entwickelt sich langsam aber sicher zum Unentschieden-König der 2.Liga. Fünf Spiele haben die Schützlinge von Trainer Robert Andersson im Februar absolviert. In drei dieser Spiele wurden die Punkte mit dem Gegner geteilt. Und da man gegen den TV Großwallstadt den Rückrundenauftakt absolvierte, muss man vielleicht sogar den positiven Aspekt aus den beiden letzten Spielen ziehen – nämlich, dass das Team in der Rückrunde noch ungeschlagen ist. Und da am kommenden Samstag der TV Emsdetten seine Aufwartung in der Stählerwiese macht, könnte diese Serie sogar eine Fortsetzung finden.

Ganze 220 Sekunden waren am ungewohnten Sonntagnachmittag gespielt, da erwischte es Abwehrchef Branimir Koloper das erste Mal mit einer Zwei-Minuten-Strafe. Doch die Rot-Weißen trotzen der Unterzahl, gewannen selbige mit 2:1 und legten im Anschluss immer wieder vor. Leider nur mit einem Tor, da auch die Wurfauswahl aus dem Rückraum nicht immer glücklich war. Andreas Bornemann war es aber dann vorbehalten, mit einem Doppelpack für die erste Zwei-Tore-Führung der Mannen vom Kindelsberg zu sorgen. Doch so schnell wie die Führung da war, war sie auch wieder weg. Andersson reagierte und wechselte Marin Durica für Lucas Puhl ein. Weil aber in den folgenden Minuten Schüsse aus dem Ferndorfer Rückraum gleich reihenweise geblockt wurden, und auch Aues Kreisläufer Bengt Bornhorn von der Siebenmeter-Marke gewohnt sicher agierte, war es folgerichtig, dass der EHV Aue beim 15:12 das erste Mal eine Drei-Tore-Führung verbuchen konnte. Zur Halbzeit zeigte die Anzeigetafel in der Erzgebirgshalle zu Lößnitz ein 15:13 für die Gastgeber.


Bornemann hatte für den letzten Treffer in Halbzeit eins gesorgt und eröffnete auch den Torreigen in den zweiten dreißig Minuten. Da die Ferndorfer Abwehr aber weiterhin keinen Zugriff fand, und noch dazu Bornhorn seine Siebenmeter gegen alle drei Ferndorfer Torhüter sicher verwandelte, kam es lange Zeit nicht zum Ausgleich. Erst in der 45.Minute gelang dem Ferndorfer Team mit dem 21:21 der erste Gleichstand nach dem 10:10 in der 21.Minute. Doch nach einem technischen Fehler war der EHV Aue wieder auf zwei Tore enteilt und Andersson haute mit seiner ersten Auszeit in Halbzeit zwei die Bremse rein. Seine Worte schienen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Nicht nur dass seine Spieler den Spieß umdrehten – Josip Eres und Julian Schneider sorgten für die 23:24 Führung der Ferndorfer Equipe. Nein, in der Zwischenzeit mussten sich auch zwei Spieler aus dem Match verabschieden. Aues Gabriel de Santis sah nach einem rüden Foul an Bornemann die rote Karte. Und nur zwei Minuten später folgte Koloper mit seiner dritten Zeitstrafe. Und so bog die wilde Partie in die Schlussphase ein. Das Stürmerfoul von Sebastian Paraschiv beim Tor zum 25:24 für die Gastgeber übersahen die ansonsten gut und umsichtig leitenden Felix Pusch und Stefan Weisse. Dafür erledigten nun drei Ferndorfer einen top Job in der Defensive. Thomas Rink und Mattis Michel rackerten unermüdlich im Innenblock und Durica hielt immer mal wieder wichtige Bälle und damit sein Team im Spiel. Torben Matzken mit seiner unnachahmlichen Bewegung im Eins gegen Eins konnte zum 25:25 ausgleichen. Nicht nur das, denn Michel sorgte sogar für die Führung – die Aue im Gegenzug egalisieren konnte. Eres war nun wieder an der Reihe, sein Team mit einem Siebenmeter in Front zu bringen. Doch den einzig gehaltenen Siebenmeter an diesem Sonntagnachmittag konnte Aues Keeper Anadin Suljakovic für sich verbuchen.

Zwei Minuten auf der Uhr und Aue in Ballbesitz. Zu viele Sekunden um die Zeit runter zu spielen. Und so nahm sich Aues Torjäger Adrian Kammlodt den Schuss und nagelte selbigen ans Lattenkreuz. Ballbesitz für den TuS Ferndorf, vierzig Sekunden Rest und noch eine Auszeit. Die nahm Andersson zwanzig Sekunden vor Schluss um seine Mannen final einzustellen. Was er aber ganz sicher nicht gesagt hat, dass sich Bornemann bereits nach zehn Sekunden eine nicht wirklich ersichtliche Chance zum Wurf nehmen und den Ball vorbei schiessen soll. Was folgte waren weitere Sekunden des Bangens, denn mit der letzten Aktion hätte der beste Torschütze der Ferndorfer auch zur tragischen Hauptfigur werden können. Doch der Gastgeber konnte kein Kapital mehr aus der unverhofften Möglichkeit schlagen, so dass die Faulenbach & Co. den zwölften Pluspunkt einfahren konnten.

Aktuell stehen die Rot-Weißen über dem Strich, was auch tunlichst so bleiben soll. Die Möglichkeit einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zu distanzieren, bietet sich am kommenden Spieltag gegen den wiedererstarkten Tabellenvorletzten aus Emsdetten. Ein wegweisendes Spiel für die Andersson-Mannen, weil danach mit Dormagen und Lübeck wieder Gegner aus der oberen Regalreihe warten.

Tore: Andreas Bornemann (9), Julian Schneider (4), Josip Eres (4/4), Jonas Faulenbach (3), Torben Matzken (2), Niklas Diebel. Christopher Klasmann, Mattis Michel, Thomas Rink (je 1)


Fotos: EHV Aue / Manja Gehlert

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