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 Dorfverein vs. Weltmetropole

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Sehr gerne schwelgen die damals zahlreich mitgereisten Ferndorfer in Erinnerungen an den letzten Auftritt in der Millionenmetropole an der Elbe. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2019 gelang dem TuS Ferndorf der ganz große Wurf. Ein 20:24 Auswärtssieg vor über 10.000 Zuschauern in der Barclaycard-Arena im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Doch dafür kann sich das Team von Coach Robert Andersson am Samstagabend nichts kaufen. Die Meriten müssen sich neu verdient werden. 

Und das wird gegen das Team der Stunde außergewöhnlich schwer. Die letzten fünf Spiele konnte das Team von Hamburgs Coach Torsten Jansen, seines Zeichens 2007-er Weltmeister, siegreich gestalten. Und mit einer guten Mischung aus schnellen und wurfgewaltigen Spielern hat Jansen die richtige Melange gefunden. Gerade die Spieler auf der Mitte, wie Philipp Bauer und vor allen Dingen Leif Tissier, stellen mit ihren schnellen Bewegungen in die Schnittstellen jedes Team vor große Probleme. Vor allem Tissier performt diese Saison herausragend. 56 Tore hat der erst 21-jährige schon erzielt und damit auch den ein oder anderen Erstligisten auf sich aufmerksam gemacht. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Hamburger Handballer gut daran tun offensiver mit ihren Saisonzielen umzugehen. Dass man inzwischen unverblümt Richtung Oberhaus des deutschen Handballs schielt, zeigt auch die erst letzte Woche getätigte Verpflichtung von Jannik Hausmann. Der 26-jährige bringt auf der halbrechten Rückraumposition die Erfahrung von über 100 Erstligaspielen mit. Eine Verstärkung wie sie sich nur ganz wenige Teams in Liga Zwei erlauben können. „Die Hamburger spielen einen einfachen, erfolgreichen Handball“, ist auch Andersson von der Leichtigkeit angetan, mit der die Hamburger in den letzten Spielen aufgetreten sind. 

Vorbei sind allerdings die Zeiten, als man im Norden der Republik mehr über Nebengeräusche sprach als über das Team selbst. Nach überaus erfolgreichen Jahren in der 1.Liga, die im Champions-League Sieg 2013 gipfelten, stieg man nach der zweiten Insolvenz 2015 bis in die 3.Liga ab. Ein beispielloser Niedergang des Vereins, der augenscheinlich zu lange an Präsident und Mäzen Andreas Rudolph festgehalten hatte, der seinerzeit ca. 25 Millionen Euro Privatvermögen in den Verein gepumpt hatte

Dass sich aber unsere Jungs vor diesem Gegner nicht verstecken müssen, haben sie nicht nur im Dezember vergangenen Jahres bewiesen. Damals hießen die Hauptakteure Durica, Puhl und Faulenbach. Wie gut, dass der Capitano Lucas Puhl seit Montag vergangener Woche wieder im Training ist. Und wer weiß – oft ist es ja so, dass sich Geschichte wiederholt. Dagegen hätte der ruhige Schwede an Ferndorfs Seitenlinie nichts einzuwenden: „Klar müssen wir uns steigern. Und die guten Sachen mal über längere Strecken auf die Platte bringen.“ Eine Aufgabe, bei der der erwähnte Puhl wieder dabei ist. Für den anderen Capitano, Jonas Faulenbach, kommt das Hamburg-Spiel hingegen zu früh. Und auch Patrick Weber kämpft immer noch mit den Folgen seines Bandscheibenvorfalls. Gerade jetzt die Möglichkeit, dass sich die TuS-Jungs ein Beispiel an der Hamburger Spielweise nehmen. Vielleicht sprechen wir ja nach dem Spiel weniger von Tissier und mehr von Torben Matzken und Julian Schneider. Oder aber Mr. Steelhammer, Andreas Bornemann, packt nach zwei weniger guten Auftritten mal wieder seine unnachahmliche Fackel aus. Jedenfalls bietet der Kader genug Möglichkeiten um die Punkte in Ferndorf zu behalten. „Wir müssen den Mut haben unser Spiel zu spielen“, will Andersson auch gar nicht von Matchplänen oder ähnlichem sprechen. Einfache Dinge sind der Schlüssel zum Erfolg. Und vielleicht ist es ja mal wieder Zeit für einen Sieg des Dorfvereins gegen die Weltmetropole.

Beiwohnen können die Fans des TuS Ferndorf diesem Spiel weiterhin nicht live in der Stählerwiese. Und auch wenn gerade der heimische Hexenkessel den Spielern ungemein fehlt, so ist es immer wieder eine Freude zu beobachten, wie die Fans vor den Bildschirmen mitfiebern. Und auch am Samstagabend bietet sportdeutschland.tv wieder einen Livestream aus der Kreuztaler Stählerwiese an. So können die begeisterungsfähigen Ferndorfer Fans wenigstens vor dem Bildschirm mit Ihrem 

Team mitfiebern, wenn es wieder heißt: Scream for your team !


WISSENSWERTES
Gegner:  Handball Sport Verein Hamburg
Einwohner Hamburg: 1.845.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4200)
Heimspielstätten:  Barclaycard-Arena – 16000 Zuschauer Fassungsvermögen
Sporthalle Hamburg – 5100 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe:  rot-weiß / blau-weiß
größte Erfolge:  DHB-Pokalsieger 2006 + 2010, Deutscher Meister 2011, Europapokalsieger 2007, Gewinn der Champions-League 2013

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