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 Ein Handballfest ohne das Wichtigste – die Fans

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„Der Mai ist mit sieben auszutragenden Spielen ein schwerer Monat“, wird Ferndorfs Coach Robert Andersson nicht müde zu betonen, welche Mammutaufgabe da noch vor seinem Team liegt. Und immer wenn man denkt diese Saison sei verrückt, hält die 2. HBL noch mal ein I-Tüpfelchen parat. So ist es z.B. am Samstagabend das Duell gegen einen Verein, zu dem viele Ferndorfer Fans inzwischen freundschaftliche Kontakte pflegen. War es im Hinspiel schon eine bittere Lehre, dass keine gegenseitigen Besuche mit Freundschaftsbekundungen stattfinden konnten, hegte man damals noch die Hoffnung, dass sich die Situation bis zum Rückspiel in der Stählerwiese geändert hat. Doch Pustekuchen – #fckcrn hat uns Alle weiter im Griff und inzwischen hat es nicht nur den TuS Ferndorf, sondern eine ganze Menge Teams in Liga Zwei mit einer Positiv-Testung und damit einhergehender Quarantäne erwischt.

Einer der aktuell Leidtragenden ist der Gegner am Samstagabend. Der Dessau-Roßlauer HV ist in den vergangenen drei Wochen von Corona mächtig durchgeschüttelt worden. Einige Spieler waren positiv, drei Spieler waren zu Beginn der Woche immer noch nicht ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, hat es zu allem Überfluss auch noch den Trainer erwischt. Just nach seiner Erst-Impfung infiziert, bleibt Uwe Jungandreas aktuell nichts anderes übrig, als voll auf die Karte „Digital“ zu setzen. Ohne handlungsfähigen Co-Trainer ausgestattet, weiß der DRHV nicht einmal so genau, wer denn in der Stählerwiese das Coaching übernehmen wird. Für Jungandreas wird es aller Voraussicht nach nämlich nicht reichen. Aber die Internetverbindung im Kreuztaler Hexenkessel ist gut, so dass durch die neuen Medien einiges möglich sein wird. Seinem Team ist inzwischen die Leichtigkeit, mit der es zu Beginn der Saison fast schon beängstigend durch die Liga marschierte, ein wenig verloren gegangen. Doch nichts desto trotz befindet sich immer noch eine Menge Qualität im Kader der Sachsen-Anhalter. Sei es mit Jakub Hrstka auf Linksaußen ein tschechischer Nationalspieler, der aktuell auf Platz Vier der Torjägerliste steht oder aber ein Ausnahmekeeper namens Philip Ambrosius, der die zweitmeisten Paraden der Liga vorzuweisen hat und jederzeit ein Spiel entscheiden kann. Dazu mit Timo Löser einen gut ausgebildeten jungen Mann auf der Königsposition im linken Rückraum, der sich für die einfachen Tore verantwortlich zeichnet. Und so charakterisiert Andersson die Mannen von der Mittelelbe: „Wir dürfen nicht die Ruhe verlieren. Dessau spielt lange Angriffe und macht dabei wenige Fehler.“


Das ist das Stichwort für das eigene Team. Denn der schwedische Alt-Internationale wusste, woran es am Sonntag in Lübeck gelegen hat, wenn er sagt, dass sein Team „zu viele Fehler produziert habe“. Diese gilt es auszumerzen und an die tollen Leistungen aus den vorangegangenen Spielen anzuknüpfen. Einige Spieler hatten nach dem Doppelspieltag vom vergangenen Wochenende mit kleineren Wehwehchen zu kämpfen. Aber bis auf Lucas Puhl, der mit seinen Rückenproblemen weiterhin nicht zur Verfügung stehen wird, sind am Samstagabend alle Mann an Bord und der Coach kann aus dem Vollen schöpfen. Mattis Michel hatte sich in den letzten Spielen mit herausragenden Aktionen in den Vordergrund gespielt. Dass dies trotzdem keine Einsatzgarantie mit sich bringt, liegt am tief stehenden Abwehrverbund der Gäste. „Vielleicht müssen wir da mit einem körperlich größeren Kreisläufer agieren“, setzt Andersson unter Umständen eher auf Thomas Rink. Obendrein verlangt der Coach mehr Tiefe im Spiel. Eins gegen Eins Situationen, wie sie ein Torben Matzken liebt und die oft weh tun, wünscht sich der Trainer auch von den übrigen Akteuren im Ferndorfer Rückraum. Wie die Protagonisten am Ende auch heißen, so will der Coach nur eins: „Die Jungs sollen sich, für die vielen guten Sachen die sie machen, am Ende auch belohnen.“

Handballbegeisterung und Enthusiasmus für den schönsten Sport der Welt auf beiden Seiten. Was in einem wundervollen Handballfest in einer ausverkauften Stählerwiese gemündet wäre, wird 

aufgrund der aktuellen Lage zum traurigen Geisterspiel. Doch wie nun schon seit vielen Monaten üblich, wird für die Fans beider Lager auch am Samstagabend um 19:30 Uhr wieder die Möglichkeit gegeben sein, dem Spiel live im Stream auf Sportdeutschland.tv beizuwohnen. Und damit die wichtigen Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt in Ferndorf bleiben heißt es für alle Rot-Weißen vor den Bildschirmen wieder: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Gegner:  Dessau-Roßlauer HV 06
Einwohner Dessau:  80.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte:Anhalt Arena – 3.300 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe:  blau-weiß
größte Erfolge:  Erstligist 1991/92, 19 Jahre Zweitligist von 1992-2011

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