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Ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt

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Foto: FFB/xklickscom

Für das was sich gestern in der Wittelsbacher-Halle zu Fürstenfeldbruck abgespielt hat, müssen die Statistiker und die Eingefleischtesten unter den Fans ran. Denn es brauchte Antworten auf Fragen. So zum Beispiel die Frage nach der 40-Tore-Marke. Ist es in den letzten Jahren der Zweitliga-Zugehörigkeit jemals einem Ferndorfer Team gelungen diese Marke zu knacken? Oder die Frage nach der Souveränität. Wann ist eine Mannschaft des TuS Ferndorf das letzte Mal so souverän in der Fremde aufgetreten? Vor zweieinhalb Monaten hätte jeder Fan der Rot-Weißen unterschrieben, dass am letzten Spieltag in N.-Lübbecke der Klassenerhalt realisiert wird. Inzwischen muss konstatiert werden, dass dem Team bei noch ausstehenden sieben Partien, und davon fünf in der heimischen Stählerwiese, der Klassenerhalt höchstwahrscheinlich früher gelingen wird. Und wenn das Team um Coach Robert Andersson weiterhin so auftritt, ja dann ist am Ende vielleicht sogar ein gesicherter Mittelfeldplatz im Bereich des Möglichen.


Auch am Mittwochabend taten sich im Westen Münchens Parallelen zu den vorangegangenen Partien auf. Es begann nämlich mit zwei blitzsauberen Toren von Mr. Effektivität, Mattis Michel, sowie zwei Paraden vom Mann der Stunde, Tim Hottgenroth im Kasten der TuS-Equipe. Bis zum 3:5 in der 7.Minute hatte Michel bereits vier Mal genetzt und dabei seinen Lauf von der 7-Meter-Marke eindrucksvoll fortgesetzt. Als dann die Schneider-Brüder, Julian und Lucas, beim 4:8 für die erste Vier-Tore-Führung des Abends sorgten, war bereits erkennbar, dass sich die Andersson-Schützlinge die 900 km Reise mit Punkten versüßen wollten. Von vorne weg wurde das Spiel diktiert. Schöne Tore der Gastgeber, wie das zum 6:9 durch Max Horner, im direkten Gegenzug beantwortet. Und was auch immer der Tabellenletzte aus dem Süddeutschen versuchte, die Faulenbach & Co. hatten stets eine Antwort parat. Schnelle, bewegliche Beine in der Abwehr und dazu ein Hottgenroth in bestechender Form. Als selbiger in der 22.Minute mit einer Doppel-Parade aufwartete und Jonas Faulenbach für die 10:17 Führung sorgte, wurden im Siegerland schon die ersten Sieger-Pils kalt gestellt. Zu souverän präsentierte sich das gesamte Ferndorfer Team. Und so war bei einem Halbzeitstand von 12:19 die Messe bereits fast gelesen.

Halbzeit Zwei begann genau wie Durchgang Eins. Michel mit einem Treffer von der 7-Meter-Marke und Hottgenroth mit einer weiteren Parade. Aber nicht nur diese beiden Spieler prägten die Partie. Als Torben Matzken mit einer seiner unnachahmlichen Eins gegen Eins Bewegungen zum 13:22 in der 36.Minute traf, begann Andersson all seinen Schützlingen Spielpraxis zu vermitteln. Die Fürstenfeldbrucker gingen nun volles Risiko. Mit ihrer bekannt offensiv ausgerichteten Abwehr und dem siebten Feldspieler zogen sie nun alle zur Verfügung stehenden Mittel. Doch egal was die Gastgeber auch anstellten, der TuS Ferndorf hatte die passende Antwort parat. Und so rollte, nach Ballgewinnen in der Abwehr oder durch Hottgenroth, ein Tempogegenstoß nach dem anderen auf das teils verwaiste Tor des Tabellenletzten. Souverän und abgezockt spielten die TuS-Jungs ihren Stiefel runter und nutzten jeden Fehler eiskalt aus. Das spiegelte sich beim 19:29 in der 44.Minute auch auf der Anzeigetafel wider. Nun hatten auch Toni Sario und Lucas Schneider ihren Spaß an der Begegnung und stellten mit schönen Toren aus dem Rückraum auf 25:39. Was dann folgt, weiß jeder Handballer im Seniorenbereich. Wer das vierzigste Tor macht, darf den Mannschaftskameraden eine leckere Kiste Gerstensaft spendieren. Und es macht den Auftritt der Ferndorfer Jungs rund, dass ein Eigengewächs den Treffer markiert. Linus Michel, der kleinere Bruder von Mattis, erzielte mit seinem zweiten Saisontor das 26:40 und sorgte so für den Endstand.

Alles in allem eine Partie die Lust auf mehr macht. Es tut einem fast schon leid, dass die Saison bald zu Ende ist. Erkennbar ist die Handschrift des schwedischen Europameisters auf der Ferndorfer Bank. Attraktiver Handball hat den Ergebnissport aus der Hinrunde abgelöst. Und bei den fünf Heimspielen die das Team im Juni vor der Brust hat, könnte eine Teilöffnung der Stählerwiese, in Kombination mit dem Klassenerhalt, das I-Tüpfelchen auf einer ganz starken Rückrunde sein. Für die siegreichen Handballer des TuS geht die Reise noch ein letztes Mal in den Osten der Republik. Am späten Sonntagnachmittag wartet der Auftritt bei der HC Elbflorenz. Die letzten Spiele gegen die Mannen aus Dresden waren immer bis in die Schlusssekunde umkämpft. So dürfen wir uns zum Ende des Wonnemonats Mai auf einen weiteren handballerischen Leckerbissen freuen.

Tore: Mattis Michel (10/5), Toni Sario (6), Julian Schneider, Lucas Schneider (je 5), Andreas Bornemann, Torben Matzken (je 3), Jonas Faulenbach, Lukas Pechy, Tim Rüdiger (je 2), Josip Eres, Linus Michel (je 1)

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