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Eine Niederlage die richtig weh tut

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So viel Hoffnung lag auf den letzten beiden Heimauftritten 2021 gegen Rimpar und Dormagen. Doch das erste Signal an die Liga zu einer Ferndorfer Aufholjagd blieb aus. Mattis Michel und Kim Voss-Fels hatten sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und rechtzeitig fit gemeldet. Und auch die Stählerwiese war beachtlich gut gefüllt. Die Zuschauer hatten den Hinweis auf Unterstützung verstanden. Und waren am Ende leider die einzigen, denen man ein großes Lob aussprechen musste. Trotz eines enttäuschenden Spielverlaufs und der daraus resultierenden Heimniederlage versuchten die 737 Zahlenden alles, um die Rot-Weißen in die Spur zu bringen. Eine beeindruckende Vorstellung – leider nur auf den Rängen und nicht auf dem Spielfeld.

Dabei hatte es gut begonnen. In der Stählerwiese herrschte gute Stimmung und gerade die zuletzt gescholtenen Akteure auf den Halbpositionen, Niklas Diebel und Lucas Schneider, konnten sich sofort mit guten Aktionen in Szene setzen. Gerade Diebel wirkte zu Beginn des Spiels wie ausgewechselt. Mit dem unbedingten Willen das Tor zu erzielen ausgestattet und zudem mit von der Abwehr nicht zu kontrollierenden Überziehern, machte er der Rimparer Abwehr das Leben schwer. Da auch Tim Hottgenroth im Ferndorfer Kasten sofort auf Temperatur war und an seine tollen Leistungen der Vorwochen anknüpfte, konnte man in den ersten zehn Minuten die Führungen der Oberfranken immer egalisieren. Doch dann kam ein Bruch ins Spiel. Diebel testete die Standfestigkeit des Tores vor der Hintertortribüne mit einem fulminanten Pfostenkracher. Die spielgestaltende Stelle des Ferndorfer Spiels, Simon Strakeljahn, konnte keine entscheidenden Impulse mehr setzen. Und zu allem Überfluss schwang sich nun ein Spieler auf Seiten der Süddeutschen auf, eine spielentscheidende Rolle einzunehmen – Marino Mallwitz. Was der Zerberus im Rimparer Kasten nun alles hielt, war der absolute Wahnsinn. Natürlich auch ein Stück weit profitierend von schlechten Wurfvorbereitungen und überhasteten Abschlüssen, vernagelte er zuweilen seinen Kasten und kam am Ende auf über 41% gehaltener Bälle. Sein Gegenüber Hottgenroth hielt wirklich gut, stand aber trotzdem im Schatten der Leistung von Mallwitz. Nach dem 4:8 in der 13.Minute versuchte Ferndorfs Coach Robert Andersson das erste Mal mit einer Auszeit gegenzusteuern. Der Innenblock mit Branimir Koloper und Mattis Michel arbeite aufopfernd, aber die vielen schlechten Abschlüsse der Ferndorfer Angriffsreihe ließen eine Aufholjagd nicht zu. Gerade einmal sechs erzielte Tore nach zwanzig Minuten lassen erahnen, wo der Schuh am meisten drückte. Bei drei, vier Toren pendelte sich der Ferndorfer Rückstand ein. Und da die in weißen Jerseys agierenden Wölfe inzwischen recht unbedrängt von den Halbpositionen werfen konnten, ging es mit einem 10:14 Rückstand in die Halbzeit.


Im Handball kein Rückstand, der sich nicht innerhalb einer Halbzeit drehen lässt. Doch dazu bedarf es guter Abschlüsse im Angriff und gewonnener Zweikämpfe in der Abwehr. Zwei Dinge die Andersson nach dem Abpfiff auch ganz klar kritisierte. Und während Mallwitz, gerade von den beiden Außenpositionen, gefühlt jeden Ball hielt, wartete die Stählerwiese auf eine Initialzündung. Doch über 10:16 und 13:19 bewegte sich das Spiel Richtung Schlussviertelstunde, ohne dass die Fans der Siegerländer das Gefühl bekamen, dass noch was ginge. Keine zwei Tore ohne Gegentor, keine überragenden Aktionen an denen sich das Team aufrichten konnte – es fehlte einfach der Esprit. Als Mallwitz dann mit einem Wurf ins verwaiste Ferndorfer Tor auch noch als Torschütze auftrat, hatte Ferndorfs Coach genug gesehen. Auszeit in der 38.Minute und die fast schon letzte Chance, das Team in die Spur zu bringen. Die Abwehr agierte nun äußerst offensiv und nahm die Rimparer schon auf neun Meter in Empfang. Beim 17:21 in der 50.Minute hatte man sogar ein Fünkchen Hoffnung, welches der Rimparer Halbrechte Steffen Kaufmann aber sofort mit zwei Toren wieder löschte. Beim 18:23 in der 52.Minute war selbst den größten Optimisten im Ferndorfer Lager klar, dass dieses Spiel nicht mehr zu drehen war. Somit bleiben die Rimparer Wölfe der Angstgegner des TuS. In inzwischen elf Duellen ist den Rot-Weißen noch nicht ein Sieg gelungen. Eine solch desaströse Statistik gibt es gegen kein anderes Team der Liga. Ein 23:29 leuchtete nach sechzig Minuten auf der Anzeigetafel. Und neben den Zuschauern fiel es natürlich auch den Hauptprotagonisten schwer, die richtigen Worte zu finden. So auch dem Coach, der auf der Pressekonferenz nach dem Spiel einräumte: „Das war eine schwere Niederlage. Aber wir sind nicht tot und wir werden nicht aufgeben!“

Das hofft Niemand im Umfeld der Stählerwiese. Denn auch wenn es am Ende eine Niederlage mit Tiefschlagcharakter war, so muss doch konstatiert werden, dass noch 23 Spiele gespielt werden müssen. 23 Spiele die bei 0:0 beginnen. Als nächster Rekonvaleszent wird Lucas Puhl wieder in den Kader zurückkehren. Und auch wenn bei den nächsten beiden Aufgaben in Bietigheim und Gummersbach die Trauben sehr hoch hängen, vielleicht ist genau das die Chance für die TuS-Equipe. Denn dafür hat man jahrelang im Ferndorfer Umfeld gearbeitet. Spiele gegen Mannschaften, die vor Jahren noch unerreichbar weit weg schienen. Deshalb wird keiner das Erarbeitete wegwerfen, sondern alles in seiner Macht stehende dafür tun, dass vielleicht genau in diesen Spielen mal eine nicht erwartete Überraschung gelingt.

Tore: Rutger ten Velde (6/4), Niklas Diebel (5), Simon Strakeljahn (4), Valentino Duvancic, Julian Schneider, Lukas Siegler (je 2), Mattis Michel, Julian Schneider (je 1)


Fotos: TuS Ferndorf und A. Domian

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