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Eine Niederlage die weh tut

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Achtfacher Torschütze: Andreas Bornemann

Die wichtigste Szene des Weihnachtsspiels 2020 in der Stählerwiese ereignete sich nach dem Schlusspfiff. Die wenigen Zuschauer die dem Spektakel live beiwohnen durften, verabschiedeten das Heimteam mit Applaus. Eine Szene die widerspiegelt, was im Sport unerlässlich ist – kämpfen bis zum Umfallen. Dass man als Team nämlich Spiele verliert, das passiert auch den ganz großen Mannschaften. Aber wenn man sich zumindest auf dem Spielfeld zerrissen und alles gegeben hat, braucht man sich keine allzu großen Vorwürfe machen. Und diesen Vorwurf muss sich das Ferndorfer Team am gestrigen Abend nicht gefallen lassen. Wäre man in Wilhelmshaven und Eisenach nicht so blutleer, sondern mit einem solchen Engagement aufgelaufen – der TuS hätte einige Zähler mehr auf dem Konto.

Und das Spiel hatte genau so begonnen, wie sich das alle Ferndorfer gewünscht hatten. Die beiden kritisierten Halben, Toni Sario und Andreas Bornemann netzten gleich zu Beginn und sorgten für eine frühe Führung. 5:2 stand es nach zehn gespielten Minuten und die TuS-Equipe machte vieles richtig. Nach weiteren zehn Minuten musste Ferndorfs Coach Robert Andersson allerdings das erste Mal die Reißleine ziehen. Auszeit, da es inzwischen 7:10 stand, beim Gast aus Dresden jeder Mal ein Tor werfen durfte und dem TuS die gleichen einfachen Fehler unterliefen wie in den letzten Spielen. Scheinbar fruchteten die Nachjustierungen Anderssons nicht wie gewünscht, denn gut drei Minuten vor der Pausensirene lag die grüne Karte erneut auf dem Zeitnehmertisch. Nun liegt es in der Natur des ruhigen und besonnenen Schweden, nicht besonders laut zu werden. Einige andere heißblütigere Trainer hätten ihr Team wahrscheinlich mental rasiert. Nun hatte sein Team aber die richtigen Schlüsse gezogen und konnte nach dem zwischenzeitlichen 11:17 bis zur Pause noch auf 15:19 verkürzen.

Anwurf TuS – Rückstand verkürzen – Aufholjagd starten. So sollte es in Halbzeit Zwei losgehen. Hätten sich alle die gewünscht, die es mit den Rot-Weißen halten. Doch Anwurf hatten die Männer aus Sachsens Hauptstadt. Und die nutzten gleich einmal die Gelegenheit um den alten Sechs-Tore-Rückstand wieder herzustellen. Aber Gott sei Dank befinden wir uns bei den Hand- und nicht bei den „Tretballern“. Sechs Tore in 27 Minuten abzuknabbern ist wahrlich kein sinnloses Unterfangen. Und als Marek Vanco, einer der beiden äußerst treffsicheren Außen der Gäste, sein viertes und zugleich letztes Tor erzielte, fand auch der Ferndorfer Abwehrverbund bei 19:25 in der 38.Minute Gefallen am Spiel. Endlich mussten die Greß’, Dumcius und Wucherpfennig für Ihre Tore mal arbeiten. Ferndorf stand ein ums andere Mal auf sieben, acht Metern und zeigte schnelle Beine. Ein Umstand der den Mannen aus einer der schönsten Städte Deutschlands nicht schmeckte. Ein weiterer Umstand der nun dazu kam, ist die verbesserte Torhüterleistung. Wenn die Abwehr dem Keeper nicht hilft, ist es für selbigen brutal schwer ins Spiel zu kommen. Nun aber, nach etlichen Wechseln zwischen den Ferndorfer Pfosten, bekam Marin Durica, durch die wesentlich verbesserte Abwehrarbeit, endlich eine Hand an den Ball. Nicht einmal, nicht zweimal, nein, gleich mehrere Male konnte sich der Kroate im Ferndorfer Tor auszeichnen. Zu Beginn der Crunch-Time überschlugen sich dann die Ereignisse. Jonas Thümmler auf Dresdner Seite musste, nachdem er Bornemann übel in der Luft erwischt hatte, mit roter Karte das Spielfeld verlassen. Gleichzeitig nutzte Matzken die durch die Hinausstellung Thümmlers entstandene Unordnung in der Dresdner Abwehr zu zwei schnellen Toren. Ab hier die richtigen Worte zu finden ist schwer. Denn der in dieser Phase so gut agierende Matzken wollte dann einfach zu schnell zu viel. Und auch Bornemann, der nach acht Feldtoren vor Selbstbewusstsein strotzte, wollte sich gerne zum Helden küren. Doch leider liefen die Dinge dann nicht so wie gewünscht. Statt dem Ausgleich zum 31:31 gab man dem HC Elbflorenz erneut den Ball. 72 Sekunden lassen sich aber im heutigen Handballsport nicht mehr runter spielen. Und so kamen die Andersson-Schützlinge zur erneuten Ausgleichschance. Doch die Dresdner verteidigten in der Abwehr wie die Löwen, der TuS fand kein Mittel. So gab es nur noch einen Freiwurf nach dem Schlusspfiff, den Bornemann aus neun Metern, wenn auch nur ganz knapp, am rechten oberen Torgebälk vorbei warf.

Was bleibt ist der eingangs erwähnte Kampf. Die Mannschaft lebt und hat sich in der Liga zurückgemeldet. Während nun am kommenden Mittwoch in Bietigheim, bei einem Team dass der oberen Tabellenhälfte zuzuordnen ist, ganz locker aufgespielt werden kann, ruhen die Hoffnungen aller auf dem Re-Start nach der WM-Pause Anfang Februar. Bis dahin sind dann vielleicht auch die schmerzlich vermissten Jonas Faulenbach und Patrick Weber mit an Bord, wenn es am 13.Februar nach Hüttenberg geht.

Tore: Andreas Bornemann (8), Josip Eres (8/4), Torben Matzken (4), Lukas Pechy, Julian Schneider (je 3), Mattis Michel, Thomas Rink, Toni Sario, Lucas Schneider (je 1)


Fotos H. Burbach

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