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Hexenkessel Stählerwiese soll im Saisonendspurt zum Faktor werden

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11.September 2021 bis 11.Juni 2022 – ein dreiviertel Jahr voller Dramatik, Tränen, Jubel und Erfolgen liegt hinter und noch vor uns. Die Saison 2021/22 biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade ein. Und gerade was das Thema Abstiegskampf angeht, wird die Lage immer dramatischer. Die letzten Fünf der Tabelle, angeführt vom TuS Ferndorf, sind durch gerade einmal drei Punkte getrennt. Erschreckend hierbei die Heimbilanz des TuS. Waren die Heimspiele im Hexenkessel Stählerwiese früher existenzieller Bestandteil der Klassenerhalte in Liga Zwei, weißt die Heimtabelle den TuS Ferndorf aktuell als Tabellenletzten aus. Dazu beigetragen haben zwei Unentschieden sowie sage und schreibe vier Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied. Das wollen die Puhl & Co. gerade rücken. Und Gelegenheit dazu haben Sie genug. Denn von den letzten acht Partien dieser Saison finden fünf Spiele in Kreuztals bester Stube statt.


Den Anfang macht das Spiel gegen die Eulen aus Ludwigshafen. Wobei den älteren Handballfans eher die TSG Ludwigshafen-Friesenheim ein Begriff ist. Als Eulen erst seit wenigen Jahren firmierend, waren es aber vor allen Dingen die Jahre unter Coach Benjamin Matschke, die den Eulen bundesweit Beachtung verliehen haben. Apropos Trainer – da war doch was. Richtig, erst vor anderthalb Wochen hat man im Schatten des Chemie-Giganten BASF den Nachfolger Matschkes, den in Ferndorf wohlbekannten Ceven Klatt, vorzeitig entlassen. Nachfolger ist der in Handballkreisen namhafte und weitgereiste Michael Biegler. Doch auch Biegler kann keine Wunder vollbringen. Und so tun sich die Eulen auch unter ihm sehr schwer, und konnten z.B. unter der Woche nur sehr mühsam in Dormagen gewinnen. Dieser 18:17 Auswärtssieg war wohl eher was für Traditionalisten des 80-er Jahre Handballs, wenn man das Ergebnis für sich sprechen lässt. Ferndorfs Coach Robert Andersson lässt sich davon aber nicht blenden: „Durch Corona und Verletzungen haben die Eulen Probleme und laufen ihrer Form hinterher.“ Dabei hat Biegler einen wurfgewaltigen und torhungrigen Rückraum. Allein die beiden Halbspieler, Nationalspieler Hendrik Wagner und der erstligaerfahrene Stefan Salger, haben 281 Tore auf dem Konto. Das ist mehr als ein Drittel aller Ferndorfer Tore. Dazu kommt der mit einem Zweitspielrecht von der DhfK Leipzig losgeeiste Julius Mayer-Siebert. Der 2,06 mtr. Hüne steuerte sechs Treffer zum Sieg in Dormagen bei. Dazu kommt mit dem kroatischen Nationalspieler Matej Asanin ein wahrer Meister seines Fachs zwischen den Pfosten. Alles in allem genügend Potenzial in einem Kader, dem nicht wenige Experten vor der Saison eine gute Rolle im Aufstiegskampf zugetraut hätten.

Eine gute Rolle im Abstiegskampf will der TuS Ferndorf spielen. Coach Robert Andersson steht bis auf Valentino Duvancic, Jonas Faulenbach und Tim Rüdiger der gesamte Kader zur Verfügung. Inklusive des, mit einem guten Debüt aufwartenden, Neuzugangs auf Linksaußen, Oleksandr „Sascha“ Kasai. Der ukrainische Nationalspieler, der noch für sieben Spiele zur Verfügung steht, konnte in Eisenach bereits in wenigen Minuten andeuten, welch großes handballerische Potenzial in ihm steckt. Was sich allerdings eklatant ändern muss, im Vergleich zum Auswärtsspiel in Thüringen, sind Chancenverwertung und Abwehrarbeit. Vorne klarste Chancen versiebt und hinten offen wie ein Scheunentor. Andersson wird viele Stellschrauben gehabt haben, an denen er in der Vorbereitung auf Ludwigshafen gearbeitet hat: „Die Chancen, die wir auch gegen die Eulen Ludwigshafen bekommen werden, müssen wir definitiv besser nutzen. Unsere Mittelblockspieler Branimir Koloper und Mattis Michel brauchen wir im Vollbesitz ihrer Kräfte – daher dosieren wir die Belastung im Training.“ Dabei war gerade die Abwehr in den letzten Wochen zum Prunkstück geworden. Doch mit 35 Gegentoren wird man in dieser Liga kein Spiel gewinnen. Lucas Puhl, Tausendsassa aus dem Nordhorn-Spiel und kurzfristig ausgefallen beim Spiel in Eisenach, wird wahrscheinlich wieder mit von der Partie sein. Wenn er im Spiel ist und die Innenblocker einen guten Job machen, dann ist auch gegen die Eulen was möglich. Spannung verspricht sicherlich auch die Frage, wer zum nächsten Siebenmeter antritt. Nach zwei Fehlversuchen Rutger ten Veldes übernahm in Eisenach Kasai Verantwortung und netzte zwei Mal bei zwei Versuchen. Gut zu wissen, dass man nun einen weiteren guten Siebenmeterschützen in seinen Reihen hat.

Ankommen wird es in den nächsten Wochen auch auf die Unterstützung von den Rängen. Es ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Natürlich fühlen sich die Rot-Weißen besser, wenn sie eine entsprechende Fanbase hinter sich wissen. Und so gilt es in den verbleibenden fünf Heimspielen noch einmal eng zusammen zu rücken. Als TuS-Fan, als Ferndorfer, als Kreuztaler, als Siegerländer oder einfach nur als Handballfan aus dem Umland – lasst uns gemeinsam alle Hebel in Bewegung setzen um auch in der kommenden Saison Zweitliga-Handball unter dem Kindelsberg zu bewundern: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Gegner: Eulen Ludwigshafen
Einwohner Ludwigshafen: 171000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4200)
Heimspielstätte: Friedrich-Ebert-Halle (2268 Plätze)
Trikotfarbe: rot-weiß
größte Erfolge: Aufstieg in die Bundesliga 2010, 2014 + 2017

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