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Hollands National-Linksaußen führt TuS zum Sieg

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Erneut trifft Rutger ten Velde zweistellig beim Sieg gegen Rostock (Foto: H.Burbach)

Der erhoffte Sprung auf den Nichtabstiegsplatz blieb aus. Und trotzdem war Spielern, Verantwortlichen und Fans des TuS Ferndorf anzumerken, dass es ein gelungener Spieltag für die Siegerländer war. Denn auch wenn die Tabelle, durch die coronabedingt verlegten Spiele, ein verzerrtes Bild abgibt. Den Tabellenvierzehnten Coburg und den Tabellenachtzehnten Ferndorf, der damit den ersten Abstiegsplatz einnimmt, trennen aktuell gerade einmal drei Punkte. Es wird also wahrlich ein Ritt auf der Rasierklinge werden. Und nicht wenige mutmaßen, dass die Entscheidung durchaus erst im letzten Spiel bei Bayer Dormagen am 11.Juni fallen könnte.

Nicht die insgeheim erhofften 1.000 Zuschauer, aber zumindest 888 Zahlende sorgten für einen stimmungsvollen Rahmen in der Stählerwiese. Es war angerichtet für die Andersson-Schützlinge. Sieg Nummer Vier in Serie sollte eingetütet werden. Und der erste der Verantwortung übernahm war Lukas Siegler mit seinem Treffer zum 1:0. Leider einer der wenigen Höhepunkte von einer Position, die einst als Königsposition im Handball gefeiert wurde. Doch um es vorweg zu nehmen. Egal wer sich an diesem Abend an der halblinken Rückraumposition versuchte, es sollte nicht so recht klappen. Was ebenfalls nicht wirklich funktionierte war das Ausbauen der Führung. Und auf den Pfostentreffer von Julian Schneider nach fünf Minuten sollen wir noch zu sprechen kommen. Die neue Ferndorfer Fluglinie „Air Voss-Fels“ hatte ihren Betrieb aufgenommen. Beim 5:3 in der 12.Minute hatte der 24-jährige bereits drei Mal genetzt. Doch obwohl die TuS-Abwehr äußerst beweglich daherkam, konnten ein ums andere Mal die Pässe in die Schnittstellen nicht verhindert werden. Am Kreis nutzten die Hansestädter dann jede noch so kleine Lücke im Ferndorfer Abwehrverbund. Ein Zungenschnalzer war dann der Treffer zum 7:5 von Rutger ten Velde (16.). Sehenswert die Abwehr in Bewegung gebracht und auf Außen abgeräumt, nutzte der niederländische Nationalspieler seinen Freiraum exzellent. Doch die Rostocker Abwehr wurde nun immer galliger und nahm dem Ferndorfer Rückraum jegliche Torgefahr. So war nach dem 9:6 in der 19.Minute ordentlich Sand im rot-weißen Getriebe. Die Hanse-Kogge kam innerhalb von 100 Sekunden nicht nur zum Ausgleich, sondern ging beim 11:12 (26.) auch erstmals in Führung. Wenn es aus der Ferne nicht läuft, muss die Torgefahr von woanders projeziert werden. Valentino Duvancic am Kreis war in diesen Minuten ein Lichtblick und sorgte mit drei Treffern dafür, dass die Gäste nicht noch weiter davonzogen. Erwähnenswert an dieser Stelle der einzige mitgereiste Gästefan. Die 600 Kilometer hatten ihn nicht davon abgehalten, sein Team lautstark zu unterstützen. Sein Team hielt die Partie offen, und so ging es mit einem leistungsgerechten 13:13 in die Kabinen.

Dort war Robert Andersson schnell fertig mit seinen Jungs. Sehr früh kamen diese zurück aufs Spielfeld und waren gewillt, die zwei Punkte in die Stählerwiese zu holen. Doch einige höchst umstrittene Entscheidungen des jungen Schiedsrichtergespanns bremsten den TuS-Express erst einmal aus. Den Gästen von der Ostseeküste gelang es nun immer wieder vorzulegen, und beim 16:18 in der 38.Minute hatte Andersson genug gesehen. Auszeit und korrigierendes Eingreifen. Doch erst einmal netzten die Gäste zum 16:19. Neben eigenem Wurfpech, Julian Schneider hatte zwischenzeitlich mal wieder das Aluminium anvisiert, wurde nun auch noch Rostocks Keeper Leon Mehler zum Faktor. Dieser hielt in Summe nicht mehr Bälle als Puhl und Rottschäfer, zeigte aber die spektakuläreren Paraden. Nachdem sich Niklas Diebel durchgetankt hatte und das 17:19 (41.) erzielen konnte, begannen von nun an die „Rutger ten Velde Festspiele“. Drei Treffer in Folge – die Stählerwiese kochte wie zu besten Zeiten. Mit ein Auslöser dafür war allerdings auch die rote Karte gegen Rostocks Dennis Mehler nach einem überharten Einsteigen gegen Schneider. Nun merkte man in den altehrwürdigen Mauern der Stählerwiese, was den Rot-Weißen so lange gefehlt hatte. Die Unterstützung der Fans – und die war am Samstagabend herausragend ! Neben dem erwähnten ten Velde und der fantastischen Stimmung kam nun noch ein weiterer Faktor ins Spiel. Kai Rottschäfer, der nach 37 Minuten Lucas Puhl abgelöst hatte, kam immer mehr auf Touren. Doch erst einmal sollte Julian Schneider nochmal ins Spiel kommen. Nach drei, vier Alu-Treffern und unglücklichen Szenen, war es dem unermüdlichen Antreiber vorbehalten, zwei ganz wichtige Tore zum 25:23 und 26:24 zu erzielen. Als dann Rottschäfer seinen guten Auftritt auch noch mit einem gehaltenen Siebenmeter krönte, war die Entscheidung gefallen. Ten Velde mit seinem zehnten Tor markierte dann den 29:24 Endstand. Zwei, drei Tore zu hoch gegen einen Gegner, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten hervorragend präsentierte. Neben dem quirligen Holländer auf Linksaußen geht ein Sonderlob auch an Valentino Duvancic, der bei sechs Versuchen fünf Treffer erzielte.

Das kommende Wochenende ist spielfrei, so dass es ab übernächster Woche mit einem Mammutprogramm weitergeht. Vier Spiele in zehn Tagen – noch dazu drei Mal auswärts. Man darf gespannt sein ob die Serie weiter Bestand hat. Die nächste Chance zum Ausbau der selbigen bietet sich am 23.März in Lübeck. Zum darauffolgenden Auswärtsspiel in Großwallstadt am 26.März bietet der Fanclub Brigade C einen Bus an. Der wird hoffentlich zahlreich genutzt, damit die TuS-Equipe in diesem eminent wichtigen Spiel lautstark unterstützt wird.

Tore: Rutger ten Velde (10/1), Valentino Duvancic, Kim Voss-Fels (je 5), Julian Schneider (3), Niklas Diebel (2), Josip Eres, Christoph Neuhold, Tim Rüdiger, Lukas Siegler (je 1)


Fotos: H. Burbach

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