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Hüttenberg mit dem längeren Atem

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Lucas Puhl stand erstmals nach monatelanger Verletzung wieder zwischen den Pfosten (Foto: Burbach)

Es war alles angerichtet für einen schönen Handballabend in der Stählerwiese. 1077 Zuschauer, eine tolle Atmosphäre und endlich mal wieder ein Kader, der Ferndorfs Coach Michael Lerscht einige Optionen an die Hand gab. Doch anstatt sich mit zwei Heimsiegen gegen Dormagen und Hüttenberg ins gesicherte Mittelfeld abzusetzen, hat nun auch tabellarisch der Abstiegskampf in der Kreuztaler Sporthalle Einzug gehalten. „Das Ergebnis ist enttäuschend für uns. Wir hatten gehofft, dass wir uns und dem Publikum endlich wieder einen Heimsieg in der Stählerwiese schenken können“, war Lerscht nach dem Schlusspfiff sehr emotional.

Es begann mit einer toll inszinierten Einlaufshow. Und als dann zum ersten Mal in dieser Saison der Capitano, die Nummer 12, Lucas Puhl das Spielfeld betrat, brandete noch einmal Extrajubel auf. Im Spiel eröffnete Julius Lindskog Andersson den Torreigen mit seinem Treffer zum 1:0. Und während Tim Hottgenroth im Ferndorfer Kasten die Seinen mit einigen Paraden im Spiel hielt sollten bis zum 9:9 der eingangs erwähnte Andersson sowie Jonas Faulenbach die Protagonisten sein, die sich für die Mehrzahl der Ferndorfer Tore verantwortlich zeigten. Der TuS war im Spiel, daran konnte auch eine Phase zwischen der 10. und 17.Minute nichts ändern, als die Lerscht-Sieben keinen einzigen eigenen Treffer fabrizierte. Doch schon vor der Pausensirene sollte sich das Unheil anbahnen. Statt weiter immer einen Treffer vorzulegen wie bis zum 13:12 in der 28.Minute, schafften es die Mittelhessen durch Robin Hübscher und den kurzfristig einsatzfähigen tschechischen Nationalspieler Dieudonne Mubenzem mit dem Pausenpfiff auf 13:14 zu stellen. So sah es auch Michael Lerscht: „Wir haben einige Situationen nicht so gelöst wie wir uns das vorgestellt und geplant haben.“


Nach der Pause wurde das Spiel härter. Andreas Bornemann, der nach seiner Sperre wegen einer blauen Karte aus dem Krefeld-Spiel wieder spielberechtigt war und einen guten Eindruck hinterließ, wurde zwei Mal äußerst hart von der Hüttenberger Abwehr angegangen. Eines dieser Fouls zog eine Beratung des gut pfeifenden Schiedsrichter-Gespanns Oliver und Philipp Frankholz nach sich, mündete dann aber „nur“ in einer Zwei-Minuten-Strafe gegen die Gäste. Leider fand dann der Trend, der sich vor der Pause abgezeichnet hatte seine Fortsetzung. Während man gegen das schnelle, variable Angriffsspiel des Gastes in der Deckung keinen Zugriff mehr fand, kaufte eine aggressive, aber nicht unfaire Hüttenberger Deckung der Lerscht-Equipe nach und nach den Schneid ab. Vor allen Dingen den umsichtig Regie führenden und dabei immer torgefährlich wirkenden Alt-Internationalen Tomas Sklenak bekamen die Rot-Weißen nicht in den Griff. In der Kleingruppe fand dieser mit seinen Nebenleuten immer wieder Lösungen. Nicht zu halten war in dieser Phase der Hüttenberger U21-Nationalspieler Hendrik Schreiber, der mit vielen gelungenen Aktionen im Rückraum zu gefallen wusste.

Und doch war es der TuS, der nach immer wieder wechselnden Führungen mit einer 24:23 Führung in die Crunch-Time ging. Und wenn die Ferndorfer in der Vergangenheit eines unter Beweis stellen konnten, dann dass sie in diesen entscheidenden Phasen präsent sind. Und somit fieberten die Zuschauer in der fast ausverkauften Stählerwiese der Endphase entgegen, in der aber der oben erwähnte Sklenakl zum Hüttenberger Matchwinner avancieren sollte. Dabei war alles angerichtet für eine Story rund um den wiedergenesen Lucas Puhl. Nachdem nämlich Patrick Weber mit einem Gewaltwurf zum 27:28 verkürzen konnte, hielt der eingewechselte Puhl einen Siebenmeter und die Stählerwiese stand Kopf. Doch leider scheiterte man in der vorletzten Minute freistehend vor dem Hüttenberger Keeper, so dass die Mittelhessen vorentscheidend zum 27:29 davonziehen konnten. Zum Schluss war es der nicht mehr glückende Versuch (in Unterzahl, da Branimir Koloper eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten hatte) alles zu riskieren, was im Endstand von 28:30 mündete.

Torschützen für den TuS:  Weber (5), Andersson (5/2), Michel (5/2), Faulenbach (4), Schneider L. (3), Bornemann (3), Neitsch (2), Rink (1)


Fotos: H.Burbach