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In der englischen Woche an den Jadebusen

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#fckcrn – fuck corona ; eine Begrifflichkeit die zu Beginn der Pandemie im Frühjahr häufig anzutreffen war, und die aktuell beispielgebend für die Geschehnisse rund um den TuS Ferndorf ist. Zwei Mal mehrere Wochen durch eigene positive Corona-Tests ausgebremst, ist es am vergangenen Wochenende eine Corona-Erkrankung bei den Rimparer Wölfen gewesen, die dem Ferndorfer Spielplan einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dabei hätten die Schützlinge von Robert Andersson so gerne den Rückenwind aus dem Dessau-Spiel mit in den Auftritt gegen die Unterfranken genommen. Das Derby gegen den VfL mit dazu genommen, sind es inzwischen schon sechs Begegnungen, die wegen Corona-Fällen verlegt wurden oder noch werden. Denn für manche noch nachzuholende Spiele ist trotz engen Austausches mit der Handball Bundesliga GmbH noch kein Termin gefunden.

Am ungewohnten Spieltag in der Woche führt die Reise für den TuS-Tross am Mittwochabend an den Jadebusen. Gastgeber dort ist der Wilhelmshavener HV, erst im Sommer wieder dazugestoßener Neuling. Aufgestiegen aus einer Liga, in deren Selbstverständnis sich kein Wilhelmshavener gerne sieht. Denn allgegenwärtig rund um die Nordfrost-Arena sind noch die beiden Highlight-Spiele aus der Zeit, als sich der WHV zwischen 2002-2008 in der Beletage mit den besten Teams messen durfte. Ein Unentschieden gegen die damals übermächtigen Kieler oder aber ein unvergessener Sieg gegen die Flensburger. Tief war dann der Fall, als man sich zur Spielzeit 2011/12 in der dritten Liga wiederfand, und sich dort zum ersten Mal mit dem TuS Ferndorf duellierte. Unvergessen übrigens der Auftritt von Jonas Faulenbach, der beim damaligen Sensationssieg zum Matchwinner avancierte. Aktuell haben die Niedersachsen sowohl mit finanziellen wie auch sportlichen Problemen zu kämpfen. Denn zum einen musste der wirtschaftliche Träger des Vereins Insolvenz anmelden. Zum anderen zogen es in Folge dessen drei Spieler vor, nicht mehr für den WHV aufzulaufen. Wobei besonders der Abgang des langjährigen Haupttorschützen Tobias Schwolow schmerzhaft sein dürfte. Nur eine „Corona-Klausel“ in der Lizenzierungsordnung der HBL ermöglichte den Wechsel des wirtschaftlichen Trägers und somit das Überleben des Profi-Handballs in Wilhelmshaven. Zusätzlicher Wermutstropfen für die Spieler von Coach Christian Köhrmann ist ein 4-Punkte-Abzug am Ende der Saison. Wie schwer dieser wiegt ist noch nicht abzusehen. Zumal sich die WHV’er bis dato gut aus der Affäre gezogen haben. Ein homogenes Team ohne herausragenden Ausnahmekönner, dafür aber mit Torgefahr von allen Positionen. Besonders krachen lassen können es die beiden Hauptprotagonisten im Rückraum, Kuno Schauer und Rene Drechsler. Drechsler gehört mit seiner langjährigen Vereinstreue ebenso zum Wilhelmshavener Inventar wie der Mann auf der Kommandobrücke. Köhrmann ist als Spieler und Trainer nun knapp zwanzig Jahre an der Nordsee. Eine bemerkenswerte Treue zum Verein!

Die TuS-Equipe hat immer noch mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Doch auch ohne die drei äußerst wichtigen Lucas Puhl, Jonas Faulenbach und Patrick Weber hat die Mannschaft in Dessau gezeigt, dass sie sogar ohne die beiden Capitanos und den Scharfschützen aus dem linken Rückraum in der Lage ist, in dieser Liga zu punkten. Und so können die rot-weißen Jungs am Mittwochabend voller Zuversicht gen Norden reisen. Denn auf die Leistung vom vorletzten Sonntag aufbauend, wird Andersson seinen Schützlingen auch für dieses Match wieder einen ausgetüftelten Matchplan an die Hand geben. Und wie der schwedische Coach ja auch immer und immer wieder betont: Es gilt die Fehleranzahl so gering wie möglich zu halten und die im Training erarbeiteten Automatismen auf die Platte zu bringen. Ja, und dann – dann sind auf der Rückfahrt hoffentlich zwei Punkte im TuS-Gepäck.

Wie schon in den vergangenen Wochen wird das Spiel wieder auf www.sportdeutschland.tv zu verfolgen sein. Toll zu sehen, wie die TuS-Fans in den vergangenen Wochen in den heimischen vier 

Wänden, im eigenen kleinen Hexenkessel, mitfiebern. Ein Fakt, den die Mannschaft zu schätzen weiß, und der Hoffnung nährt, dass wir irgendwann in 2021 auch wieder gemeinsam in der Stählerwiese jubeln durfen. Bis dahin gilt wie auch in den vergangenen Wochen: Scream for your team !


WISSENSWERTES
Entfernung:  350 Kilometer
Fahrzeit:  ca. 3 ½ Stunden
Einwohner Wilhelmshaven:  76.100 (zum Vergleich: Ferndorf = 4200)
Heimspielstätte:  Nordfrost-Arena – 2.400 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe:  rot-blau
größte Erfolge:  2002 – 2008 Erstligist (2007 erreichte der WHV in Liga 1 Platz 11)

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