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 Ohne Sieg geht es in die WM-Pause

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Foto: SG BBM Bietigheim/Marco Wolf

Schluss, aus, vorbei – das vermaledeite Jahr 2020 ist zu Ende. Ein Jahr, welches für den TuS Ferndorf viele Höhen, aber auch viele Tiefen bereithielt. Und was auch immer wieder zweite Halbzeiten bereithielt. Die gehören nämlich essentiell zu einem Handballspiel dazu. Und nicht weniger als fünf Spiele hat der TuS Ferndorf nach einer Halbzeitführung in der Saison 2020/21 noch verloren.

Dabei ging es auch in Bietigheim am Mittwochabend wieder gut los. Die zuletzt arg kritisierten Halben netzten in Person von Andreas Bornemann und Toni Sario gleich zu Beginn. Und nach einem erfolgreichen Tempogegenstoß von Julian Schneider stand es 1:3. In diesem Stile ging es zunächst einmal weiter, da auch Josip Eres Gefallen gefunden hatte an Tempogegenstößen und seiner Spezialdisziplin aus sieben Metern. 5:8 war dann der Zwischenstand nach knapp fünfzehn Minuten. Aber nun sollte es zu einem ersten Knackpunkt kommen. Denn anstatt die zweimalige Chance zu nutzen auf vier Tore wegzuziehen, lud man die Gastgeber wieder ein am Spiel teilzunehmen. Statt 5:9 hieß es nur fünf Minuten später 9:9. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich bei den Männern aus der handballverrückten Region Bietigheim-Bissingen bereits sieben Spieler in die Torschützenliste eingetragen. Eindrucksvoller Beweis für die Ausgewogenheit und Qualität im Kader. Die Gastgeber stellten nun die Deckung um und agierten offensiver. Das konnte Torben Matzken für sich nutzen und konterte mit zwei Treffern zum 9:11. Doch je schneller die Beine der Bietigheimer Abwehr wurden, umso schwerer wurden die Beine der Jungs im rot-weißen Dress. Hätte Marin Durica in der ersten Halbzeit nicht eine seiner stärkeren Saisonleistungen gezeigt, wären die Seinen sicherlich nicht mit der zu diesem Zeitpunkt noch verdienten 12:13 Führung in die Pause gegangen. 

Was in der Phase kurz vor und kurz nach der Halbzeit dazukam, waren einige durchaus unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen gegen die Mannen von Robert Andersson. Das war aber nicht der Grund dafür, warum die Süddeutschen nach der Halbzeit den Spieß umdrehten und Ihrerseits in Führung gingen. Beim Spielstand von 19:17 zog Robert Andersson das erste Mal den Stecker, indem er seine Jungs zum Gespräch bat. In der Auszeit wird es sicherlich nicht um die Speisefolge auf der Rückfahrt gegangen sein, und der ruhige Schwede wird seine Mannen sicherlich nochmal eingeschworen haben – indes, genützt hat es leider nicht. Denn während Bietigheim jeden noch so kleinen Fehler gnadenlos bestrafte – Marin Durica sah einen schnellen Gegenstoß nach dem anderen auf sich zurollen – musste die rot-weiße Equipe für jedes Tor hart arbeiten. So ging es Tor um Tor dahin. Und spätestens als Bietigheims Linksaußen Martin Marec die Rot-Weißen mit einem Traumtor zum 25:20 demütigte, musste es einem Angst und Bange werden. Keiner im Ferndorfer Team hatte mehr den Mut sich einen Schuss zu nehmen. Zu schwach waren die Wurfquoten im Laufe des Spiels. Einzig aus dieser Kritik herausnehmen muss man ganz explizit Julian Schneider. Immer ein Paradebeispiel für Einsatz und Kampfeswillen, war er auch gestern derjenige, der in dieser für das Team schwierigen Phase vorneweg ging. Am Ende versuchten die Link, Fischer & Co. ein paar Mal zu viel, ein Traumtor zu erzielen. Unter anderem diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Niederlage mit 33:27 nicht allzu hoch ausfiel.


Nun gilt es Wunden zu lecken im Team und im Umfeld des TuS Ferndorf. Einiges muss in der WM-Pause auf den Prüfstand. Dabei wollen und dürfen wir die positiven Dinge nicht zu weit wegschieben. Im Tor haben Marin Durica und Tim Hottgenroth gute Spiele abgeliefert und die Verletzung von Lucas Puhl in den Hintergrund rücken lassen. Josip Eres ist auf Rechtsaußen eine Bereicherung für Ferndorf und die zweite Liga. Torben Matzken zeigt immer wieder, warum Füchse Berlin Manager Bob Hanning so große Stücke auf den talentierten 20-jährigen hält. Und auch Julian Schneider ist einer der Protagonisten im Ferndorfer Team, die unter Robert Andersson eine starke Entwicklung genommen haben.
Last but not least sind die Anhänger des TuS Ferndorf zu nennen. Denn die haben über das ganze Jahr hinweg eine tolle Leistung gezeigt und mit Ihrem Engagement dafür gesorgt, dass sich der kleine Ort unter dem Kindelsberg im Haifischbecken 2.HBL tummeln darf. Lasst uns Alle gemeinsam dafür sorgen, dass das rot-weiße Team den Turnaround schafft, und ab Februar wieder Siege einfährt. Die erste Chance dazu haben die Jungs voraussichtlich am 13.02. im benachbarten Hüttenberg. 

Tore: Julian Schneider (7), Josip Eres (7/5), Torben Matzken, Mattis Michel, Toni Sario (je 3), Andreas Bornemann, Lucas Schneider (je 2)

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