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Souveräner Start-Ziel-Sieg des TuS

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Das Bild des Abends. Patrick Weber erzielt seine ersten Tore nach monatelanger Leidenszeit wegen seiner Rückenverletzung. (Foto: H.Burbach)

Was hatten sich die Spieler des TuS Ferndorf, gerade nach der letzten Niederlage gegen Emsdetten, nicht alles anhören müssen. Vom Eingreifen in den Abstiegskampf bis hin zum nicht Gewinnen können vor Zuschauern war die Rede. So war es doch mehr als interessant zu erfahren, wie sich die Mannen von Coach Robert Andersson gegen den zweiten Abstiegskandidaten binnen einer Woche aus der Affäre ziehen würden. Es kam so wie vom Coach seit Wochen proklamiert. Das Team lässt sich nicht hängen und will einfach jedes Spiel gewinnen.

Dabei traten es in den Anfangsminuten des Dienstagabend-Matches gleich zwei Spieler auf den Plan, die diese erste Halbzeit mitprägen sollten. Keeper Marin Durica hielt die ersten beiden Bälle der Wilhelmshavener und vorne markierte Rechtsaußen Tim Rüdiger sein erstes Tor. Zerfahren war das Spiel in den Anfangsminuten. Vor allen Dingen die unorthodoxe Spielweise der Gäste vom Jadebusen machte ein Aufkommen von Spielfluss schwer möglich. Doch beim 9:4 nach einer Viertelstunde waren die Rot-Weißen das erste Mal auf fünf Tore weggezogen. Hauptprotagonisten der zu Beginn erwähnte Rüdiger und Mattis Michel, die bis dahin je drei Tore für sich verbuchen konnten. Durica entschärfte kurz darauf den zweiten Siebenmeter der Gäste und brachte den sonst so sicheren Siebenmeter-Schützen Vedran Delic an den Rande der Verzweiflung. Thomas Rink traf bei einer der nächsten Aktionen den aus seinem Tor eilenden Ivan Eres. Richtig gelesen, denn Ivan Eres und der Rechtsaußen der Siegerländer, Josip Eres, sind Brüder. Für die Aktion Rinks forderte Wilhelmshavens Kreisläufer Stanko Sabljic so vehement die rote Karte, dass er selber mit dem gelben Karton verwarnt wurde. Inzwischen versuchten es die Mannen von der Nordsee immer und immer wieder mit dem siebten Feldspieler, was allerdings ein ums andere Mal nicht funktionierte und durch einfache Tore auf Ferndorfer Seite bestraft wurde. „Wir wollten zur Halbzeit auf Schlagdistanz sein und mit maximal drei Toren hinten liegen“, meinte WHV-Coach Christian Köhrmann und klang enttäuscht ob der Vorstellung der Seinen. Und wahrhaftig – hatten Spieler und Verantwortliche des TV Emsdetten vergangene Woche noch jede gelungene Aktion im Spiel ekstatisch bejubelt, merkte man der Körpersprache des Gastes am gestrigen Abend zu keiner Zeit an, dass er das Spiel mit allen Mitteln gewinnen wollte. Und so zogen die TuS-Spieler Tor um Tor davon, ließen den Gast aber am Leben. Es hatte zeitweise etwas von einem Kampf Katze gegen Maus. Die TuS-Equipe ließ den Wilhelmshavener HV am Leben, schien aber im Stande, jederzeit die Krallen auszufahren und den finalen Stoß zu setzen. 15:9 hieß es zur Halbzeit – aber die bemerkenswerteste Szene des Spiels spielte sich wenige Sekunden vor der Halbzeitsirene ab. Patrick Weber, seit vielen Monaten Dauerpatient mit seinem lädierten Rücken, war wieder mit von der Partie und erzielte sein erstes Tor seit fast sieben Monaten.

Die zweiten dreißig Minuten sind schnell erzählt. Marin Durica machte da weiter wo er in Halbzeit Eins aufgehört hatte. Zeitweise stand der Kroate im Ferndorfer Tor bei sagenhaften 50% gehaltener Bälle. Zudem hatten die Gäste nun immer wieder mit Hinausstellungen, und damit verbundenem Unterzahlspiel, zu kämpfen. Diesen Platz auf dem Spielfeld wusste vor allen Dingen Torben Matzken zu nutzen, der zwischen der 40. und 50.Minute vier Mal die Abwehr auf seine unnachahmliche Art und Weise narrte und am Ende auf sechs Treffer kam. Da war die Partie bereits entschieden, wobei sie das wahrscheinlich schon kurz nach der Halbzeit war, als Matzken, Michel und Eres mit einem schnellen 18:9 für klare Verhältnisse sorgten. Mit dem Spielstand von 24:18 ging es in die letzten zehn Minuten, in denen die Rot-Weißen nichts mehr anbrennen ließen. Im Gegenteil, alle eingesetzten Ferndorfer Spieler trugen am Ende ihr Scherflein zum Pflichtsieg bei. Einzig Abwehrchef Branimir Koloper und Linksaußen Linus Michel blieben am Ende ohne Torerfolg. Und so war Andersson, der während des Spiels mit der ein oder anderen Aktion seiner Mannen gar nicht zufrieden war, nach dem Spiel besänftigt: „Wir haben uns hervorragend zurückgemeldet und es ist sehr schön, diese zwei Punkte vor Zuschauern geholt zu haben. Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit eine schwächere Phase hatten, bin ich zufrieden mit der Leistung.“ Ein Sonderlob vom schwedischen Übungsleiter heimsten dann noch der bärenstarke Marin Durica und Comebacker Patrick Weber ein.

Im vierten von fünf aufeinander folgenden Heimspielen geht es am Samstagabend zu ungewohnter Zeit weiter. Um 18:30 Uhr erwarten die Faulenbach & Co. den TV Hüttenberg zum kleinen Derby. Und auch wenn es augenscheinlich um nichts mehr geht, hat sich der TuS Ferndorf noch einiges vorgenommen. Über allem natürlich die Revanche für die unglückliche Hinspiel-Niederlage.

Tore: Torben Matzken (6), Mattis Michel (5/1), Tim Rüdiger, Patrick Weber (je 4), Josip Eres, Jonas Faulenbach (je 3), Thomas Rink, Julian Schneider (je 2), Andreas Bornemann, Lucas Schneider (je 1)


Fotos H.Burbach

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