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Tolle Mannschaftsleistung ebnet den Weg zum Erfolg

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Toptorschütze Rutger ten Velde verletzte sich – die med. Untersuchungen sind abzuwarten (Foto: C.Schaffrath)

Die Ferndorfer Erfolgswelle schwappte am Mittwochabend durch die Hansestadt Lübeck. Nicht nur der Auswärtscoup beim gastgebenden VfL Lübeck-Schwartau sorgte für gute Stimmung im Lager des TuS-Tross, sondern vielmehr die Tatsache, dass man erstmals seit September vergangenen Jahres wieder einen Nichtabstiegsplatz ziert. Was die Mannschaft von Robert Andersson aktuell Woche für Woche auf das Parkett zaubert, ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Mit dem ersten Treffer des Spiels setzten die Andersson-Schützlinge gleich mal eine Duftmarke. Einen Kempa-Trick schloss der holländische Wirbelwind auf Linksaußen, Rutger ten Velde, erfolgreich zur 0:1 Führung ab. Eben jener ten Velde war es dann auch, der die ersten drei Treffer der Siegerländer erzielte. Der Achse Löfström am Kreis mit Verstejnen auf Halbrechts hatten es die Marmeladenstädter zu verdanken, dass sie nicht frühzeitig abreißen lassen mussten. Begünstigt allerdings durch Überzahlspiel aufgrund zweier Zeitstrafen gegen Branimir Koloper. Der Arbeitstag des scheidenden Abwehrchefs war somit schon früh stark eingeschränkt. Fortan übernahmen Mattis Michel und Valentino Duvancic die Aufgaben im Mittelblock. Durch die kurzfristigen Ausfälle der Schneider-Brüder und Kim Voss-Fels wurde Jörn Persson die spielgestaltende Rolle zugedacht. Und um es vorweg zu nehmen. Der gebürtige Sylter erledigte seine Aufgabe mit Bravour. Auch wenn nicht alles gelang, so war ihm über sechzig Minuten kein Weg zu weit und er scheute keinen Zweikampf. Sein tolles Anspiel konnte Duvancic zum 7:8 in der 16.Minute verwerten. Es war zugleich das Signal für einen ersten Zwischenspurt der TuS-Equipe. Innerhalb fünf Minuten stellte man auf 7:11 (21.), resp. 8:12 (22.). Doch eine erneute Unterzahl brachte die Hansestädter wieder zurück ins Spiel. Andersson war ob der Vorstellung seiner Mannen in dieser kurzen Phase mehr als aufgebracht. Wild gestikulierend, wie man den so besonnenen Schweden äußerst selten erlebt, konnte er sich kaum beruhigen. Seine Jungs hatten binnen kürzester Zeit einen Vorsprung her geschenkt. Und nur dem gehaltenen Siebenmeter von Kai Rottschäfer, der zwischenzeitlich den glücklosen Puhl abgelöst hatte, war es zu verdanken, dass die Rot-Weißen mit einer 13:14 Führung in die Halbzeit gingen.


Zu Beginn von Halbzeit Zwei traten zwei Spieler in Erscheinung, die zu Beginn des Spiels nicht auf der Platte standen. Kai Rottschäfer zeigte nun wichtige Paraden, und seine Zuspiele verwertete der wieselflinke Tim Rüdiger zum 14:16 (32.) und 15:18 (34.). Rottschäfer zeigte nicht ganz so spektakuläre Paraden wie zuletzt, hielt aber nun ein paar wichtige Bälle. Die Abwehr trat ebenfalls entschlossener auf, war schneller auf den Beinen und machte den Lübeckern das Leben schwer. Und im Angriff hatte Andreas Bornemann endlich wieder Gefallen am Tore werfen gefunden. Zwischenzeitlich so beflügelt, musste man „befürchten“, dass er sich einen der nächsten Torwürfe aus elf Metern nimmt. Aus neun, zehn Metern hatte er zum zwischenzeitlichen 15:19 getroffen. Das Spiel der Rot-Weißen lief wie aus einem Guss. Durch ein herausragendes Rückzugsverhalten gestattete man dem Team von Trainer-Legende Michael Roth keinen einzigen Tempogegenstoß, während man selbst immer wieder in den Genuss von schnellen Toren kam. Lukas Siegler sorgte beim 16:21 für die erste Fünf-Tore-Führung. Lübeck robbte sich wieder auf zwei Tore heran, doch Rüdiger sorgte mit zwei Toren wieder für Beruhigung im Ferndorfer Lager. Als dann Rottschäfer ein Geschoss Verstejnens hielt, sorgte Andersson in einer Auszeit nochmal für eine Schärfung der Sinne und Konzentration auf die Schlussviertelstunde. Was dann folgte war allerdings eine Spielsituation, auf die man im Ferndorfer Lager liebend gerne verzichtet hätte. Bornemann wurde bei einem erfolgreichen Torwurf von Lübecks Skorupa derart rüde in der Luft angegangen, dass er auf Position des Halblinken den dort stehenden ten Velde rasierte. Keinerlei Schuld Bornemanns, aber der Holländer in Diensten des TuS hatte ihn nicht kommen sehen und war auf den Zusammenprall nicht vorbereitet. Dick bandagiert musste er den Rest des Spiels von der Bank aus verfolgen. Alle die es mit dem TuS Ferndorf halten drücken die Daumen, dass dem niederländischen Nationalspieler nichts Schwerwiegendes passiert ist. Seine Mannschaftskameraden zeigten sich davon allerdings unbeeindruckt und stellten den Spielstand binnen 160 Sekunden auf 22:29 (50.). Das versprach eine ruhige Crunch-Time, musste man doch nur noch den Deckel auf diese Gala machen. Doch daran scheiterte es. Dennis Klockmann im Lübecker Tor vernagelte seinen Kasten. Unter anderem brachten es die Rot-Weißen fertig, nach dem Ausscheiden ten Veldes drei Siebenmeter in Folge zu verwerfen. Eine Schwäche, die man in den letzten Wochen für ausgemerzt hielt. So knabberten die Hansestädter Tor für Tor des Vorsprungs ab. Und allerspätestens beim 28:30 in der 58.Minute war auch das Publikum wieder zum Leben erwacht. Doch was den TuS Ferndorf im Frühjahr 2022 auszeichnet, ist eine gewisse Form von Abgeklärtheit. Wäre das Team in der Hinrunde noch gefallen, so ist es in seiner Entwicklung inzwischen so weit, dass man die Nerven behält und solch ein Spiel nach Hause schaukelt. Wie es der Trainer vor dem Spiel schon in die Notizbücher diktiert hatte: „Ruhe behalten über 60 Minuten. Auch wenn es mal nicht läuft.“ Und so prangte am Ende ein hochverdienter 30:32 Auswärtssieg auf der Anzeigetafel. Seriensieg Nummer Fünf ist eingetütet – die 6.Folge dieses im nördlichen Siegerland so erfolgreichen Straßenfegers soll am Samstagabend in Großwallstadt abgedreht werden. Andersson formulierte es nach dem Spiel so: „Hut ab vor meinen Jungs. Wir haben 50 Minuten eine hervorragende Abwehr gespielt. Und wir haben einige Sachen einen Tick besser gemacht als Lübeck.“

Großwallstadt ist nun der Gradmesser am Samstagabend um 19:30 Uhr. Zahlreiche Fans wollen sich auf den Weg machen und das Team an der hessisch-bayrischen Landesgrenze unterstützen. Die Gier, in diesem Falle positiv belegt, ist zurück im Siegerland. Man ist gierig nach weiteren Erfolgen und man möchte die Erfolgsstory so lange weiterführen wie es nur geht. Aktuell befindet sich gut ein halbes Dutzend Teams im Abstiegskampf. Rückschläge werden kommen – aber die gilt es weg zu stecken, um dann die wichtigen Siege einzufahren.

Tore: Andreas Bornemann (7), Rutger ten Velde (7/4), Tim Rüdiger (5), Mattis Michel (4), Lukas Siegler (3), Valentino Duvancic (2), Niklas Diebel, Josip Eres, Jörn Persson, Simon Strakeljahn (je 1)

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