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TuS geht ohne Druck ins Derby

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Für die meisten aus der Generation Ü40 ist und bleibt ein Ligavergleich mit dem VfL Gummersbach das Spiel des Jahres. Auch wenn die Vorzeichen heuer eindeutig sind, wenn der Tabellenerste den Tabellenletzten empfängt, so konnte man vor 33 Jahren von solchen Vergleichen nur träumen. Der TuS feierte 1988 die Verbandsliga-Meisterschaft und sollte die kommenden zehn Jahre Oberligist sein. Währenddessen holte der VfL Gummersbach unter Trainer Heiner Brand seine elfte Deutsche Meisterschaft ins Oberbergische. Seit der Saison 2019/20 duelliert man sich nun in Liga Zwei. Während jedes Jahr zweite Liga im Siegerland Jubelstürme auslöst, ist jedes weitere Jahr im Unterhaus für den VfL Gummersbach ein verlorenes Jahr.

Dabei genügt der Kader auf den ersten Blick durchaus Erstligaansprüchen. Im Tor steht ein Meister seines Fachs. Tibor Ivanisevic hütete vor seinem Sommer-Wechsel drei Jahre das Tor der HSG Wetzlar. Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit vernagelt der Zerberus mit Vorliebe seinen Kasten. Davor hat der Trainer und ehemalige Weltklasse-Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson ein illustres Gebilde aufgebaut. Doch da gibt es bereits das erste Aber, denn aktuell sind die beiden Außenspieler, links Hakon Styrmisson und rechts Lukas Blohme, verletzt. Zwei Tormaschinen, die für jede Menge Tore in dieser Saison gesorgt haben. Im Rückraum erlebt Janko Bozovic seinen x-ten Frühling. Neben ihm agieren mit dem 19-jährigen Ole Pregler, der den Weg aus Melsungen nach Gummersbach gefunden hat, und dem 21-jährigen Julian Köster zwei Jungspunde im Rückraum. Wobei Köster sich seit einigen Wochen sogar Nationalspieler nennen darf, nachdem er im Test gegen Portugal debutierte. Größte Gefahr also für die Abwehrreihe des TuS Ferndorf. Und selbst Spieler aus der zweiten Reihe, wie Raul Santos, Alexander Hermann und Timm Schneider bringen geballte Erfahrung aus der ersten Liga auf die Platte. Wenn dann die Mechanismen bei den Gummersbachern greifen, und das Kleingruppenspiel funktioniert, setzen die Rückraumakteure mit Vorliebe zwei Kreisläufer in Szene, die wissen wo das Tor steht. Ellidi Vidarsson, und der aus der eigenen Jugend stammende Jonas Stüber, haben zusammen schon 70 Mal genetzt. Apropos eigene Jugend. Eine Qualität, die sich die Oberbergischen unter Sportdirektor Christoph Schindler auf die Fahne geschrieben haben. So tragen nicht weniger als fünf Eigengewächse das blau-weiße Trikot.


Wobei das auch durchaus eine Qualität im Lager des TuS Ferndorf ist. Die Michel-Brüder, die Schneider-Brüder und auch Tim Hottgenroth entstammen der Nachwuchsarbeit der Rot-Weißen. Und gerade Tim Hottgenroth und Mattis Michel waren in den vergangenen Spielen durchaus Spielentscheider. Trainer Robert Andersson hofft zudem auf die Einsatzfähigkeit von Lucas Puhl und freut sich über die wiedergewonnene Wurfkraft aus dem Rückraum. Er billigt seinen Rückraum-Kanonieren durchaus Fehlwürfe zu. Doch dafür muss das Herz in beide Hände genommen werden. Wie das funktionieren kann, hat Kim Voss-Fels mit sieben Treffern in Bietigheim eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch Niklas Diebel kommt immer besser in Fahrt und will am Mittwochabend seine aufsteigende Form unter Beweis stellen. Alles in allem schaut man im Lager der Siegerländer viel entspannter auf den Auftritt in der Schwalbe-Arena. Alles kann – nichts muss ; die Chance auf etwas Zählbares ist klein, aber das Team glaubt wieder an sich. Der entscheidende Faktor für den Auswärtscoup bei den heimstarken Bietigheimern war zweifelsfrei die überraschend gut funktionierende 3:2:1 Abwehr. Obendrein war auch die Anzahl der technischen Fehler verschwindend gering. Wenn man darüber hinaus im Oberbergischen konzentriert agiert und das Spielglück ein rot-weißes Trikot trägt, ja dann lässt sich die 40 Kilometer lange Heimfahrt vielleicht sogar mit was Zählbarem im Gepäck antreten.

An dieser Stelle verweisen wir mal nicht explizit auf die Übertragung des Spiels im Stream.. Denn die Mannschaft hat sich Unterstützung verdient. Unterstützung in Form von zahlreichen TuS-Fans, die die kürzeste Auswärtsfahrt der Saison antreten. Anwurf in der Schwalbe-Arena ist um 19 Uhr. Tickets für den Auswärtsblock gibt es unter www.ticketmaster.de/event/425303?CL_ORIGIN=ORIGIN5.


WISSENSWERTES
Gegner: VfL Gummersbach:
Einwohner Gummersbach: 51.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte: Schwalbe-Arena – 4.132 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau-weiß
größte Erfolge: 11x Europapokalsieger (Landesmeister, Pokalsieger + EHF)
12x Deutscher Meister, 5x DHB-Pokalsieger

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