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TuS-Team für couragierten Auftritt nicht belohnt

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Andreas Bornemann erzielte acht Treffer gegen den TV Großwallstadt (Foto: H.Burbach)

Emotionen sind beim Handball das Salz in der Suppe. Und wenn wir in der Bildersprache bleiben, dann war selbige am Ende richtig versalzen. Denn die Emotionen kochten nicht nur auf dem Feld, nein, auch neben dem Spielfeld und nach dem Match über. Das sahen auch die beiden Trainer so. Während Großwallstadts Coach Ralf Bader von einem „heißen Fight“ sprach, monierte Ferndorfs Chef an der Seitenlinie, Robert Andersson, das „fehlende Quäntchen Glück“ bei seinem Team.

Der TuS Ferndorf hatte sich viel vom Samstagabend versprochen. Selbst der lange verletzt ausgefallene Kapitän Jonas Faulenbach war wieder mit von der Partie. Sicher noch kein Kandidat um sechzig Minuten Vollgas-Handball zu spielen. Aber um den Rot-Weißen Sicherheit auf dem Spielfeld zu vermitteln, ist die Rückkehr von „Fauli“ Gold wert.

Kapitän Jonas Faulenbach nach über zwei Monaten wieder auf der Platte

Der Tatsache zum Trotz dass der TuS Ferndorf die ersten Minuten in Unterzahl verbringen musste, konnten Josip Eres und Andreas Bornemann zwei Mal vorlegen. Das sollte sich auch erst nach der dritten Zeitstrafe gegen das Ferndorfer Team ändern. Überhaupt Zeitstrafen – bei der Regelauslegung machte es das Schiedsrichter-Gespann den Spielern auf beiden Seiten nicht immer einfach, einer Linie zu folgen. Was sich in der Folge allerdings für ein spannendes Spiel auf den 800 Quadrametern entwickeln sollte, ließ die Torfolge bereits erahnen. Während auf Großwallstädter Seite die beiden Rückraum-Kanoniere Savvas Savvas und Tom Jansen nie wirklich unter Kontrolle gebracht werden konnten, war es auf der Gegenseite Andreas Bornemann, der selbstsicher netzte und sich dazu in jeden Zweikampf warf. War es im vergangenen Spiel noch Abwehrchef Branimir Koloper, der frühzeitig das zweite Mal mit einer Zeitstrafe auf der Bank Platz nehmen musste, so war es diesmal sein Pendant im Innenblock, Thomas Rink, der in der 27.Minute zum zweiten Mal mit einer Zwei-Minuten-Strafe bedacht wurde. So ging es dem Spielverlauf entsprechend, schiedlich friedlich mit einem 14:14 in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit begann fast auf die Sekunde genau wie die erste. Denn Julian Schneider holte sich wiederum nach 90 Sekunden eine Strafzeit ab. Und waren die Teams in der ersten Halbzeit immer nur mit einem Tor vorne, so nutzten die Unterfranken die nummerische Überlegenheit, um nun ihrerseits mit zwei Toren vorzulegen. Einer der Großwallstädter Torschützen in diesem Zeitraum war Frieder Bandlow. Der Vertreter des verletzten Pierre Busch kam am Ende nicht nur auf fünf Tore – nein, die fünf Tore resultierten sogar aus nur fünf Versuchen. Was nun aber drei Mal in Folge sehenswert bei der Andersson-Sieben funktionierte, war das Kleingruppenspiel von Neuzugang Niklas Diebel und Thomas Rink, was Rink zu drei blitzsauberen Treffern nutzte. Überhaupt Niklas Diebel – bei dem jungen Mann der vom HBW Balingen/Weilstetten kam, hat man mehr und mehr das Gefühl, dass er noch zu einem echten Faktor werden kann, was auch Andersson so sieht: „Das Zusammenspiel mit den zwei Neuzugängen wird immer besser.“ Der TuS hatte sich gerade wieder herangerobbt und ausgeglichen, da bekam Julian Schneider für ein Foul an Savvas die dritte Zeitstrafe des Abends und somit die rote Karte. Und was sich danach abspielte spiegelt eine Aussage Anderssons ganz gut wieder: „Ein Riesen-Kompliment an mein Team, das trotz der langen Sieglos-Serie weiter an sich glaubt und kämpft.“ Wahrhaftig zeigten die Michel & Co. nun ihre Nehmer- und Kämpferqualitäten. Was aber sicher maßgeblich zum Punktgewinn am Samstagabend beitrug, war die Einwechslung Marin Duricas ins Ferndorfer Tor. Nicht nur dass er sich direkt mit einer Parade einführte. Nein, im Laufe der Schlussviertelstunde zeigte Durica seine Qualitäten und trieb die Schützen der Mainfranken fast zur Verzweiflung. Mit einem Tor vor für den TuS ging es in die Crunch-Time. Dort taten sich aber beide Teams sehr schwer weitere Treffer zu erzielen.

Als dann Bornemann mit seinem achten Tor auf 27:26 stellen konnte, sah der TuS vierzig Sekunden vor Schluss wie der Sieger aus. Doch eine Zeitstrafe gegen Mattis Michel brachte noch einmal nummerische Überlegenheit für den Gast. Und dieser nutzte die letzte sich bietende Chance durch Tom Jansen mit einem mächtigen Rückraum-Knaller.

Andersson brachte es auf den Punkt: „Wir werden weiter hart arbeiten, um das fehlende Quäntchen Glück wieder auf unsere Seite zu zwingen!“ Die nächste Gelegenheit bietet sich dem Team dazu am kommenden Sonntag, wenn die Mannen vom Kindelsberg ins Erzgebirge reisen. Der gastgebende EHV Aue ist eine Institution der zweiten Liga. Lediglich durch ein Jahr unterbrochen, ist der EHV seit 1992 Zweitligist.

Tore: Andreas Bornemann (8), Thomas Rink (5), Josip Eres (5/4), Jonas Faulenbach (3), Mattis Michel (2), Torben Matzken (2/2), Niklas Diebel, Julian Schneider (je 1)


Fotos H. Burbach

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