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Über den Team-Spirit zum Erfolg

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Das Wochenende hatte denkbar schlecht begonnen für alle die, die es mit dem TuS Ferndorf halten. In Heimspielen konnten die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf punkten. Großwallstadt einfach, der TV Emsdetten sogar doppelt. So kam der Partie in der Bauhaus-Stadt, beim Dessau-Rosslauer HV, eine immense Bedeutung zu. Wie sich das Team aber dann vor 752 Zuschauern in der Anhalt-Arena präsentiert hat, war aller Ehren wert. Und wie so oft hatte TuS-Coach Robert Andersson recht, wenn er predigt, dass ein guter Abwehrverbund der Schlüssel zum Sieg ist.

Foto: HBL/DHRV/Marian Storch

Dabei begann das Spiel so überhaupt nicht nach dem Geschmack des schwedischen Coaches. Eine höchst aggressiv agierende Dessauer Abwehr, verbunden mit Aluminium-Pech auf Ferndorfer Seite, ließ die Rot-Weißen von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen. Gegen die Dessauer Abwehr fanden die Schneider & Co. einfach kein Mittel. Während man auf der Gästeseite für jedes Tor hart arbeiten musste, gelangen den Gastgebern einfache, schnelle Tore. Bereits nach 13 Minuten hatte Andersson genug gesehen. Beim 7:3 nahm er eine Auszeit, um gewisse Dinge nachzujustieren. Da sich aber nichts Grundlegendes änderte, zudem Spieler wie Andreas Bornemann äußerst unglücklich agierten, lag nach 17 gespielten Minuten das zweite Mal die grüne Karte auf dem Tisch. Das hatte es in der Amtszeit des ansonsten so ruhigen Schweden noch nicht gegeben. Zwei Auszeiten in den ersten Spielminuten, und obendrein konnte sich der Alt-Internationale an der Linie kaum beruhigen, ob der haarsträubenden Fehler die seine Jungs produzierten. Doch langsam aber sicher begann sich die Partie zu wenden. Lucas Puhl, der in Hagen und gegen Emsdetten so herausragend gehalten hatte, bekam nun mehr Zugriff. Und auch seine Vorderleute fingen an, die Vorgaben des Trainers umzusetzen. So robbten sich die Ferndorfer Jungs über 8:5 (20.) und 10:8 (22.) beim 11:10 in der 24.Minute erstmals wieder auf ein Tor heran. Die rechte Angriffsseite lief nun endlich heiß. Zwei Mal Josip Eres und zwei Mal Kim Voss-Fels. Das Spiel war wieder offen, auch wenn es mit einem 15:13 Rückstand in die Halbzeit ging.


Zur zweiten Halbzeit übernahm Kai Rottschäfer den Part des Ferndorfer Rückhalts – und wie. Gleich zu Beginn konnte er sich drei Mal auszeichnen. Und es sollte noch besser werden. Denn während der TuS-Express im Angriff Fahrt aufnahm, und vor allen Dingen in Person von Rutger ten Velde ein ums andere Mal traf, war Rottschäfer schon längst zum Faktor geworden. 17:18 nach 40 Minuten – erste Ferndorfer Führung in diesem Spiel, und der Ferndorfer Zerberus war inzwischen in den Köpfen der Dessauer Spieler. Man hatte fast das Gefühl, dass Rottschäfer aus der Distanz nicht mehr zu bezwingen war. In Kombination mit seiner Abwehr stellte er die Männer in Blau und Weiß vor schier unlösbare Aufgaben. Die Beine in der TuS-Abwehr wurden nun immer leichter, und durch daraus resultierende Ballgewinne kam man immer wieder zu einfachen Toren. Über 18:20 (43.) konnte beim 19:22 die erste Drei-Tore-Führung konstatiert werden. Julian Schneider rackerte unermüdlich auf der Mitte und erwies sich als treibende Kraft im Ferndorfer Offensivspiel. Der Ferndorfer Innenblock, egal ob mit Valentino Duvancic, Branimir Koloper oder Mattis Michel, stellte eine herausragende Abwehr. Und alles was sich noch den Weg Richtung Ferndorfer Tor bahnte, wurde Beute des Mannes mit den sieben Armen – Kai Rottschäfer. Wobei es zu Beginn der Crunch-Time noch einen Schreckmoment zu überstehen galt. Zwei Ferndorfer Spieler mit einer Zeitstrafe auf der Bank. Was die Dessauer zum Anschluss (22:23) nutzen konnten. Doch irgendwie hatte man nicht das Gefühl, dass sich die Andersson-Schützlinge die Butter noch vom Brot nehmen lassen würden. So zeigten auch die Torschützen der letzten fünf Ferndorfer Tore, Eres, Schneider, ten Velde und Voss-Fels, die mannschaftliche Geschlossenheit an diesem Tage. Angetrieben von den mitgereisten Ferndorfer Fans, steuerte man schlussendlich einem 24:28 Auswärtssieg entgegen. Den Team-Spirit der Rot-Weißen sah man dann eindrucksvoll nach dem Spiel. Eine Jubeltraube mit Gesängen aus der Fanschaft, um anschließend gemeinsam mit den Fans den dritten Auswärtssieg der Saison zu feiern.

Der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze ist geschafft. Zwei Punkte bis zum rettenden Ufer, auch wenn die Tabelle, durch die vielen Nachholspiele, noch ein verzerrtes Bild abgibt. Man mag es kaum aussprechen nach der verkorksten Hinrunde. Aber am kommenden Samstag könnte man durch einen Heimsieg gegen Rostock den vierten Sieg in Folge eintüten. Und das wäre tatsächlich ein Signal an die Konkurrenten im Abstiegskampf. Das Siegerland glaubt wieder an den Klassenerhalt der Ferndorfer Handballer. Das zeigt sich hoffentlich auch an der Zuschauerzahl am kommenden Samstag. Denn wie wichtig ein funktionierender Hexenkessel ist, hat man bereits gegen Dormagen und Emsdetten gemerkt. Und so hofft man allenthalben, dass gegen den Traditionsverein von der mecklenburgischen Ostseeküste die Serie ausgebaut wird.

Tore: Rutger ten Velde (9/5), Kim Voss-Fels (6), Josip Eres (4), Mattis Michel, Julian Schneider (je 3), Lukas Siegler (2), Andreas Bornemann (1)

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