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 „Zweite 27:28 Niederlage in Folge“

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Ferndorfs Coach Robert Andersson hatte sich einen Matchplan zurecht gelegt. Für Abwehr und Angriff sein Team eingestellt und nicht locker gelassen zu betonen, dass bis zum letzten Spiel der Saison keine Sekunde nachgelassen wird. Und wahrlich – ein Nachlassen war bei diesem intensiven Match in der Kreuztaler Stählerwiese nicht zu erkennen. Die für 350 Zuschauer zugelassene Begegnung bot für jeden neutralen Handballfan alles was das Herz begehrt. Aber ein Erfolgserlebnis vor Zuschauern will dem TuS Ferndorf einfach nicht gelingen. Nach dem 23:26 gegen Aue zu Saisonbeginn setzte es nun zwei 27:28 Niederlagen in Folge. „Kleinigkeiten haben das Spiel wieder entschieden“, war Anderssons Auftaktsatz zur Spielanalyse.

Und sein eingangs erwähnter Matchplan war bereits nach sechzehn Minuten Makulatur. Der Tabellenvorletzte aus Emsdetten hatte durch seine beiden Shooter Johannes Wasielewski und Sven Weßeling vorgelegt. 3:8 führte der Gast aus dem nördlichen Münsterland und Branimir Koloper musste zur Verbüßung seiner zweiten Zeitstrafe auf die Bank. Andersson zog seine erste Auszeit und justierte nach. Die Abwehr war bis zu diesem Zeitpunkt behäbig, der Angriff ließ den Ball nicht ansatzweise so flüssig laufen wie zuletzt und zu allem Überfluss kamen auch noch technische Unzulänglichkeiten dazu. Scheinbar hatte der Schwede aber in den sechzig Sekunden die richtigen Worte gefunden. Denn innerhalb von nur neun Minuten robbte sich die rot-weiße Equipe wieder heran. Andreas Bornemanns Geschosse fanden nun endlich den Weg ins Emsdettener Gehäuse. Und auch der Regisseur auf der Mitte, Torben Matzken, zeigte sich nicht nur unglaublich spielfreudig, sondern glänzte auch als Vollstrecker. So war beim 11:11 in der 26.Minute der Gleichstand wieder hergestellt und ein Spiel auf Augenhöhe konnte quasi von vorne beginnen. Nachdem Christopher Klasmann kurz vor der Halbzeit für die zweite TuS-Führung nach dem 1:0 gesorgt hatte, ging es mit einem leistungsgerechten Zwischenstand von 13:13 zum Pausentee. „Alleine in der ersten Halbzeit haben wir sechs, sieben freie Bälle verworfen“, war Ferndorfs Coach schon nach dreißig Minuten angefressen ob der Leistung seines Teams.


Zu Beginn von Halbzeit Zwei ging es ausgeglichen weiter. Keines der beiden Teams war in der Lage sich absetzen. Die Grün-Schwarzen konnten immer wieder vorlegen, was vor allen Dingen einer Stärke geschuldet war, die in den letzten Wochen den TuS so ausgezeichnet hatte. Der TV Emsdetten strahlte Torgefahr von jeder Position aus. „Dabei haben wir zuletzt nur Abwehr trainiert“, hatte TVE-Coach Sascha Bertow gar nicht so sehr sein Augenmerk auf den Torabschluss gelegt in den zwei Wochen seiner Amtszeit. Der früh durch zwei Zeitstrafen gehandicapte Wasielewski setzte immer wieder Nadelstiche, wurde aber auch nur noch im Angriff eingesetzt. In der 40.Minute wurde Jan-Niklas Broszinski zu einem Ausflug aus seinem Tor genötigt. Broszinski war für Marin Durica in den Kader gerutscht, der sich beim Abschlusstraining einen schmerzhaften Pferdekuss zugezogen hatte. Bei diesem Ausflug kollidierte er mit einem Emsdettener Spieler. Auch wenn der Zusammenprall zum Glück ohne Folgen blieb, zeigten die Schiedsrichter Hellbusch/Jansen dem Ferndorfer Keeper regelkonform den roten Karton. Für den wirklich gut agierenden Broszinski kam Tim Hottgenroth wieder ins Tor. Und irgendwie hatte diese Szene einen „Hallo-Wach-Effekt“, denn durch Tore von Mattis Michel und Tim Rüdiger zogen die Rot-Weißen beim 21:19 in der 44.Minute erstmals mit zwei Toren davon. Doch der abstiegsbedrohte Dino der zweiten Liga wehrte sich und hatte zu Beginn der Crunch-Time ausgeglichen. In einem von vielen Zeitstrafen geprägten Spiel setzte sich der Gast auf 24:27 ab. Bei sechs Minuten Restspielzeit legte Andersson erneut die grüne Karte und bat seine Mannen zum Gespräch. Wiederum äußerst erfolgreich, denn keine drei Minuten später hatten Christopher Klasmann und Julian Schneider den Spielstand wieder egalisiert. Ein krönender Abschluss wäre das Siegtor durch Klasmann gewesen, der eine ganz starke Partie bot, doch der Pegel schlug Richtung Gast aus. Dem fast fehlerfrei agierenden Thomas Urban auf der rechten Außenbahn war es vorbehalten, 45 Sekunden vor Ultimo

für den Endstand zu sorgen. Denn auf Seiten des TuS Ferndorf schaffte es Niemand mehr, den finalen Treffer zu einem Unentschieden zu setzen.

So setzen die Münsterländer ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf und melden sich in diesem eindrucksvoll zurück. Für die Faulenbach & Co. ist die Niederlage kein Beinbruch. Kein Leistungssportler verliert gerne ein Spiel, und gerade der schwedische Coach will immer und überall gewinnen. Aber es ist „nur“ eine Niederlage, und schon am kommenden Dienstag besteht gegen den Wilhelmshavener HV die Chance zur Wiedergutmachung. Vielleicht ist dann auch wieder der Mann auf der Platte zu sehen, der heute zumindest wieder im Kader stand und somit ganz nah am Team ist – Patrick Weber!

Tore: Mattis Michel (6/4), Christopher Klasmann, Tim Rüdiger (je 4), Andreas Bornemann, Torben Matzken, Thomas Rink (je 3), Julian Schneider, Lucas Schneider (je 2)


Fotos H.Burbach und RGR

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