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Die Mentalitätsmonster aus der Stählerwiese

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Auch von N-Lübbecke kaum zu stoppen – Julius Lindskog Andersson erzielte 11 Treffer

Nein, mit der Überschrift dieses Berichtes ist keine neue Netflix-Serie gemeint. Einzig und allein die gestern Abend wieder einmal überragend fightenden Jungs in Rot und Weiß haben sich diese Bezeichnung verdient. Ob Verletztenmisere oder Abgang des seit Wochen und Monaten par exzellence agierenden Julius Lindskog Andersson. Um es mit dem ehemaligen Weltklasse-Fußballer Oliver Kahn zu sagen: Die Jungs haben Eier !

1.103 Zuschauer sorgten Samstagabend erneut für all das was die Stählerwiese ausmacht. Beste Unterhaltung gepaart mit der unvergleichlichen Hexenkessel-Atmosphäre. Und musste dem geneigten TuS-Fan vor der Partie, aufgrund der Verletztenliste des TuS-Ensembles sowie der aktuell blendenden Verfassung der Gäste aus Nettelstedt-Lübbecke, Angst und Bange werden, so zeigten die Jungs von Coach Michael Lerscht wieder einmal ihr Kämpferherz. Die TuS-Verantwortlichen hatten alles versucht und die Drähte auch Richtung Rhein-Sieg-Kreis glühen lassen. Und so kam der inzwischen 38-jährige Carsten Lange, der bereits von 2008-2013 erfolgreich für den TuS in die Harzkiste gegriffen hatte, unverhofft zu seinem Zweitliga-Comeback.


Dabei begann es alles andere als verheißungsvoll für die Lerscht-Sieben. Abwehrchef Branimir „Branko“ Koloper sah bereits in der 4.Spielminute den roten Karton für ein überhartes Einsteigen gegen den Kroaten Marko Bagaric, der 2015 mit der „katarischen Weltauswahl“ Vize-Weltmeister wurde. Bagaric konnte nicht weiterspielen und der TuS war seines besten Abwehrspielers beraubt. Doch die Faulenbach & Co. zeigten sich gänzlich unbeeindruckt und stellten nach 12 Minuten, u.a. durch zwei Treffer von Mattis Michel, auf 6:3. Spielelang sieht man keine rote Karte – am Samstagabend waren es gleich derer Drei. Das zweite rotwürdige Foul, das mit einem Spielausschluss bestraft wurde, begingen diesmal die Nettelstedter. Patryk Walczak sah nach rüdem Foul an Andreas Bornemann ebenfalls zurecht den roten Karton. Und während die Maßnahmen Lerschts griffen und man den Außen der Nettelstedter keine Entfaltungsmöglichkeiten gab, so waren es in der nun folgenden Phase bis zur Halbzeit die beiden Halbspieler der Ostwestfalen, Marian Orlowski und Dominik Ebner, die ihr Team bis zum Pausenstand von 11:10 herankommen ließen. Zu Beginn von Halbzeit Zwei war es dann dem erneut furios aufspielenden Julius Lindskog Andersson vorbehalten, seine Farben beim 13:10 erneut mit drei Toren in Front zu bringen. Von diesem Vorsprung zehrten die Rot-Weißen bis zu Beginn der Crunch-Time, als die Kurtagic-Sieben beim 19:18 wieder im Spiel war. Der Favorit aus dem handballverrückten Kreis Lübbecke brachte nun mehr und mehr seine Qualitäten auf die Platte.

Vier Siege in Folge konnten die Mannen von Emir Kurtagic bis zum gestrigen Abend einfahren und sie waren in keinster Art und Weise gewillt, diese Siegesserie in Kreuztal reißen zu lassen. Doch es ist ja eine inzwischen bekannte Story: Der TuS Ferndorf kann Crunch-Time ! Und so sorgten Jonas Faulenbach, Julius Lindskog Andersson und Thomas Rink binnen weniger Minuten für eine scheinbar beruhigende 21:18 Führung. Scheinbar, denn während die Ostwestfalen sich wieder heran robbten, sorgte die dritte rote Karte des Spiels für Hektik in den Schlussminuten. Jonas Faulenbach war der zweite Sünder auf TuS-Seite, der nicht mehr ins Spiel eingreifen durfte. Und doch waren es am Ende die Spieler in den rot-weißen Trikots, die erschöpft aber glücklich die Arme in die Höhe rissen und einen nicht für möglich gehaltenen Sieg gegen den favorisierten TuS N.-Lübbecke feierten. Die Stählerwiese stand Kopf und feierte ihre Helden.

Somit sind die Weichen für die nächsten Wochen gestellt. Sollte der Lerscht-Equipe am kommenden Freitag ein Auswärtssieg beim Tabellenletzten aus Krefeld gelingen, könnte man mit dann 25:23 Punkten recht gelassen in die schweren Aufgaben gehen, die der Spielplan dann bereithält.

Tore: Julius Lindskog Andersson (11/4), Andreas Bornemann (4), Jonas Faulenbach (3), Mattis, Michel, Julian Schneider (je 2), Thomas Rink (1)


Fotos: Burbach / Becker / Heidrich