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Auftakt nach Maß für den TuS Ferndorf

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Foto: TV Großwallstadt

Über die zurückliegenden, und wahrscheinlich auch noch vor uns liegenden, Monate ist genug gesagt, so dass wir uns rein auf den sportlichen Charakter des Samstagabends reduzieren. Es war die lang erhoffte Rückkehr in den Wettkampfsport, die rund um den TuS Ferndorf seit Wochen und Monaten herbei gesehnt wurde. Und der TV Großwallstadt erwies sich als hervorragender Gastgeber, der die zu treffenden Maßnahmen perfekt umsetzte und somit den zugelassenen 963 Zuschauern, unter Ihnen auch die ehemaligen Weltklasse-Handballer Kurt Klühspies und Manfred Hofmann, endlich wieder Zweitliga-Handball präsentieren konnte.

„Gewinnen ist immer super“, brachte es ein hörbar zufriedener Robert Andersson auf den Punkt. Mit zwei Zählern auf der Habenseite konnte die rot-weiße Equipe des neuen schwedischen Chefcoachs die Heimreise aus Unterfranken antreten. Dabei hatte es in der Anfangsviertelstunde der Partie noch gar nicht so recht klappen wollen mit Abläufen und Abschlüssen. Der neue Coach sah das ebenso: „Wir haben ein wenig gebraucht um ins Spiel zu kommen. Im Zusammenspiel mit der dann immer besser werdenden Abwehr wurde auch Puhl immer besser.“ Puhl, oder aber auch Puhlic, wie ihn seine Mannschaftskameraden nennen, war am gestrigen Abend wieder mal mit einer herausragenden Leistung aufgefallen. Und auch wenn es Trainer nicht gerne hören, so muss man für den gestrigen Abend zwei Akteure als Säulen des Erfolges hervorheben. Neben dem oben erwähnten Puhl war dies der erst 20-jährige Torben Matzken, dem die Einladung zur Junioren-Nationalmannschaft offensichtlich Flügel verliehen hatte.

Aber der Reihe nach. Personalrochaden hatte es hüben wie drüben gegeben. Wichtige Spieler, welche auf beiden Seiten vermisst werden, neue Spieler die Lust auf Handball machen und auch Trainer, die vor Erfahrung nur so strotzen. Mit Thomas Rink war es dem Ferndorfer Kreisläufer vorbehalten, das erste Tor der Saison 2020/21 für den TuS Ferndorf zu erzielen. Doch anschließend stockte der TuS-Motor und die Andersson-Sieben kam nicht richtig in Gang. Nach dem 8:7 Rückstand in der 17.Minute benötigte es, unter der Leitung des aufmerksam und gut leitenden Schiedsrichter-Gespanns Malte Frank & Leonard Bona, mehr als fünf Minuten, bis Matzken mit dem 8:8 zum Schlussakkord der ersten Halbzeit blies. Puhl vernagelte in den verbleibenden acht Minuten seinen Kasten. Und Matzken, Julian Schneider und Jonas Faulenbach legten einen fulminanten Zwischenspurt zum 8:12 Halbzeitstand hin. Die Untermainhölle, wie die Heimspielstätte des Heimteams oft gerühmt wird, war still und die Rot-Weißen hatten eine erste Duftmarke gesetzt.

In Halbzeit Zwei ging es weiter mit leichter Ferndorfer Überlegenheit. Matzken war von der Großwallstädter Abwehr kaum zu stoppen, auch wenn Andersson noch Luft nach oben sieht: „Torben hatte eine hervorragende individuelle Quote. Aber er kann noch mutiger in den 1:1 Situationen agieren. Allerdings erwarte ich auch von den arrivierten und erfahrenen Nebenleuten noch mehr Unterstützung.“ Anderssons ruhige und besonnene Art an der Seitenlinie übertrug sich auf die Mannschaft, so dass auch die berechtigte rote Karte gegen den Neuzugang auf der Rechtsaußen-Position, Josip Eres, keine Schwächung darstellte. Im Gegenteil – als der für Eres gekommene Tim Rüdiger nach knapp 50 Minuten mit zwei blitzsauberen Treffern auf 15:21 stellte, war dies schon eine kleine Vorentscheidung. Matzken blieb auch von der Siebenmeter-Marke weiterhin kalt wie eine Hundeschnauze und der mit einer überragenden 43%-Quote haltende Puhl, verließ nur für einen Siebenmeter seinen Kasten. Marin Durica fügte sich nahtlos in die gute Leistung ein und entschäfte eben jenen.

Viele Angriff-/Abwehr-Wechsel mit hoher Intensität. Eine homogen und eingespielt wirkende Mannschaft. Da ist schon ein klein wenig die Handschrift des neuen starken Mannes an der Seitenlinie erkennbar, der hörbar stolz auf sein Team war: „Wir haben auf jeder Position zwei Spieler mit hoher Qualität. Da können wir durchaus hohes Tempo gehen, wenn wir viel wechseln.“

Ganz viel Selbstbewusstsein also, was die rot-weiße Equipe gestern in Großwallstadt tanken konnte. Äußerst wichtig vor dem anstehenden Heimspiel gegen den Zweitliga-Dino aus Aue, der gestern mit einem Heimsieg gegen die Rimparer Wölfe ein erstes Ausrufezeichen setzte.

Tore: Torben Matzken (12/5), Jonas Faulenbach (5), Andreas Bornemann (4), Thomas Rink, Julian Schneider (je 3), Tim Rüdiger (2), Lucas Schneider (1)

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