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Den vierten Sieg in Folge im Visier

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Hätte man den Begriff des Reitens während der Hinrunde mit dem TuS Ferndorf in Verbindung gebracht, so wären einem sicherlich Zitate eingefallen wie: „Wenn du merkst dass du ein totes Pferd reitest – steige ab !“ Inzwischen kann man den Begriff des Reitens eher aufs Wasser verlagern. Denn was die Schützlinge von Robert Andersson seit dem 11. Februar machen, hat etwas mit Wellenreiten zu tun – allerdings dem Ritt auf einer Erfolgswelle. Und diese sollte man ja, um bei der Begrifflichkeit des Wellenreitens zu bleiben, reiten so lange es geht. Diese Erfolgswelle hat inzwischen den gesamten Verein erfasst. Die überall wieder verspürte Zuversicht in Bezug auf den Klassenerhalt, lässt auch die Massen wieder in die Stählerwiese strömen. Die Verantwortlichen hoffen, dass die offiziell zugelassene Zuschauerzahl ausgereizt wird, und mit 1.000 Besuchern ein ausverkauftes Haus vermeldet werden kann.

Gegner am Samstagabend ist der, neben dem SC Magdeburg, klangvollste Name des ehemals sehr erfolgreichen DDR-Handballs – der HC Empor Rostock. Welcher ältere Handballfan erinnert sich nicht gerne an wahre Handballschlachten Mitte der 80-er, die nicht selten zu einem Klassenkampf Ost gegen West ausarteten. Früher eine Kaderschmiede mit einem schier unerschöpflichen Reservoir an guten Handballern, schicken sich aktuell die Schützlinge von Till Wiechers an, in die großen Fußstapfen eines Frank-Michael Wahl oder Wolfgang Böhme zu treten. Allerdings haben die Hansestädter einen mächtigen Schlag ins Kontor zu verkraften. Der Top-Torschütze, und Dreh- und Angelpunkt des Rostocker Spiels, Robin Breitenfeldt hat sich das Kreuzband gerissen. Da auch der Spieler mit den meisten Feldtoren, Kreisläufer Jonas Thümmler, ausfällt, kann man sich ausmalen, dass diese beiden Ausfälle schwer wie Blei auf den Schultern der restlichen Spieler lasten. Dabei sind genau solche Situation wie geschaffen dafür, dass sich Spieler aus der zweiten Reihe ins Rampenlicht spielen. Gar nicht erst ins Rampenlicht spielen müssen sich die beiden Torhüter des Gegners von der mecklenburgischen Ostseeküste. Leon Mehler und Robert Wetzel stehen für gehobene Zweitliga-Qualität. Und auch wenn das Nachholspiel unter der Woche gegen den VfL Lübeck-Schwartau verloren ging, so ist höchste Vorsicht geboten vor einem angeschlagenen Boxer – denn die sind immer am gefährlichsten.

Gefährlich ist das Stichwort für die Offensiv-Abteilung des TuS-Express. Derzeit legt man wieder eine Qualität an den Tag, die frappierende Ähnlichkeit aufweist zu der Serie, die man im Frühjahr 2021 starten konnte. Und die letztendlich verantwortlich war für den Klassenerhalt in der vergangenen Saison. Nämlich, es wird Torgefahr von jeder Position ausgestrahlt. Ob aus dem Rückraum oder den beiden treffsicheren Außenpositionen, oder aber von den unermüdlichen Kämpfern am Kreis. Wenn dann noch eine bewegliche, gut eingestellte Abwehr dazu kommt, wird es aktuell schwer diesen TuS Ferndorf zu schlagen. Valentino Duvancic und Mattis Michel machen im Mittelblock eine sehr gute Figur, während sich die beiden Keeper, Lucas Puhl und Kai Rottschäfer, mit exzellenten Leistungen die Klinke in die Hand geben. Da fällt das weiterhin verletzungsbedingte Fehlen von Jonas Faulenbach, Tim Hottgenroth und Simon Strakeljahn gar nicht mehr so stark ins Gewicht. Auch wenn die Ausfälle natürlich weiterhin schmerzen. Ganz und gar keine Schmerzen könnte der Blick auf die Tabelle am späten Samstagabend verursachen. Denn, einen Heimsieg vorausgesetzt, winkt zum ersten Mal seit dem 1.Spieltag der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz.

Das möchte die wieder eng zusammengerückte #familieferndorf #familietus natürlich mit ihren Fans feiern. Und so könnte es auch in punkto Zuschauerzahl zu einem echten Highlight in der Saison 2021/22 kommen. Der Rekordbesuch stammt pandemiebedingt aus dem Heimspiel Ende Oktober gegen Hamm. 870 Zuschauer waren damals zugegen. Dieser Rekordbesuch soll diesen Samstag geknackt werden. Und so entwickelt sich auch die Stählerwiese zu dem Faktor, der sie als all die Jahre war. Ein Hexenkessel, der die Mannschaft in schwierigen Situation zum Sieg trägt. So haben auch die Zuschauer und Fans eine entscheidende Rolle im Abstiegskampf, wenn es Woche für Woche heißt: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Gegner:  HC Empor Rostock
Einwohner Rostock:  209.750 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte:  Stadthalle Rostock – 4.600 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe:  blau-gelb
größte Erfolge:  7x DDR-Meister, 7x DDR-Pokalsieger, Europapokalsieger der Pokalsieger 1982

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