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Dormagen am Ende cleverer als der TuS

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Abwehrchef Branimir Koloper auf dem Weg zum Torerfolg

Der Heimspielabend begann melancholisch. Denn es hieß Abschied nehmen von verdienten Spielern, die eine denkwürdige Saison zu einem guten Ende gebracht hatten. Und Abschied nehmen von einem Großen der jüngeren TuS-Geschichte – Co-Trainer Alex Orlov. Als alle Worte gesagt und die entsprechenden Geschenke verteilt waren stand das fünfte Heimspiel in Folge auf dem Programm. Doch statt der erwarteten Ausbeute in der heimischen Stählerwiese, bekamen die treuen Fans bis dato nur einen doppelten Punktgewinn serviert. Stattdessen zog man zwei von drei Mal mit einem einzigen Tor den Kürzeren.

Julian Schneider hieß der erste Hauptprotagonist des Mittwochabends. Bei der ersten Zwei-Tore-Führung zum 4:2 hatte der Ferndorfer Jung bereits zwei Mal genetzt. Anschließend traf Andreas Bornemann auf seine unnachahmliche Art und Weise, bevor die Dormagener zum 5:5 ausgleichen konnten. Da waren erst sieben Minuten auf der Uhr und die Torhüter noch gar nicht im Spiel angekommen. Der erste der das änderte, war Martin Juzbasic im Kasten der Mittelrheiner. Vor allen Dingen von den Außenpositionen kaufte er den Ferndorfer Angreifern ein ums andere Mal den Schneid ab. Sein Gegenüber im Ferndorfer Kasten, Marin Durica, hielt nicht schlechter, aber die spektakulären Paraden waren dem Dormagener Zerberus vorbehalten. In dieser Phase prägten stilistisch wunderschöne Tore aus dem Rückraum  das Spiel. Andreas Bornemann auf Ferndorfer Seite sowie André Meuser und Alexander Senden bei den Gästen. Apropos Bornemann – der hatte richtig viel Spielfreude im Tank und beim Zwischenstand von 13:12 nach zweiundzwanzig Minuten schon sechs Mal getroffen. Inzwischen stand, zum ersten Mal in dieser Saison, Christopher Klasmann an der Freiwurflinie. Um es vorweg zu nehmen – er hielt sich bei seinen zwei Versuchen schadlos. Mattis Michel hatte zuvor vergeben, Josip Eres saß inzwischen auf der Bank, und Torben Matzken hatte es erwischt. Nach einem harten Einsteigen der Gäste-Abwehr musste der junge Mittelmann, in seinem letzten Heimspiel in der Stählerwiese, frühzeitig das Handtuch werfen. Es blieb weiterhin das erwartet enge Spiel, auch wenn sich nun die Fehler auf beiden Seiten häuften. Senden markierte die 15:16 Halbzeitführung der Blau-Weißen quasi mit der Pausensirene.

Direkt nach der Pause zog der Gast das erste Mal mit zwei Toren davon, bevor dann ganz starke zehn Minuten der Rot-Weißen folgten. Schnelle Beine in der Abwehr und vorne mit teils atemberaubenden Anspielen, drehten sie die Partie und bogen Kopf an Kopf auf die Zielgerade ein. Man musste kein Prophet sein um vorherzusagen, dass diese Partie wohl erst in der letzten Spielminute entschieden würde. Zwei Spieler in rot und weiß, die das Handballspiel unter dem Kindelsbergturm gelernt haben, waren nun im Spiel und drückten selbigem ihren Stempel auf. Tim Hottgenroth führte sich im Ferndorfer Kasten direkt mit einer Parade ein, und auf der Mittelposition zog nun Linus Michel die Fäden. „Linus hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er hat eine skandinavische Art zu spielen. Wenn er noch an Athletik zulegt, kann er ein guter Mittelmann in der zweiten Liga werden“, war Ferndorfs Coach Robert Andersson nach dem Spiel hörbar stolz auf den jungen Nachwuchsmann. Was aber die Siegerländer nicht verhindern konnten, waren drei Dormagener Tore in Folge. Nach dem 26:25 durch Eres fünfeinhalb Minuten vor Schluss, waren diese Gästetore Wirkungstreffer. Julian Schneider und Eres sorgten nochmal für Hoffnung im Lager der TuS-Equipe, doch der Schlussakkord blieb den Gästen vorbehalten. So setzte es in fünf aufeinanderfolgenden Heimspielen die dritte Ein-Tore-Niederlage. Ein bitterer Abschluss einer tollen Spielzeit, wie auch Andersson nochmal herausstellte: „Wir sind zufrieden mit der Saison und dem Erreichen des Klassenerhalts. Zur neuen Saison wollen wir mit jungen Spielern hier etwas aufbauen.“

Vor der sehr kurzen, aber mehr als wohlverdienten Pause, steht erst einmal noch ein letzter Kraftakt auf dem Programm. Kein Geringerer als der Aufstiegsaspirant Nettelstedt-Lübbecke wartet am Samstagabend in Ostwestfalen auf die Andersson-Mannen. Die Nettelstedter wollen mit einem Punktgewinn den Aufstieg eintüten und nächstes Jahr in der Beletage des deutschen Handballs spielen. Mal schauen, ob der TuS Ferndorf da nicht den Party-Crasher spielen mag.

Tore: Andreas Bornemann (9), Josip Eres (5), Thomas Rink, Julian Schneider (je 3), Christopher Klasmann, Mattis Michel, Patrick Weber (je 2), Jonas Faulenbach, Tim Rüdiger (je 1)


Fotos: H.Burbach

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