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 Fehlende Konstanz kostet die Punkte in Konstanz

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Foto: HSG Konstanz/Peter Pisa

Es gibt Dinge im Leben eines Sportlers, auf die kann man verzichten. Dazu gehören, und das gilt von der Kreisliga bis in die Bundesliga, Auswärtsniederlagen an sich – und Auswärtsniederlagen bei weit entfernten Gegnern im Besonderen. Bereits am Samstag hatte sich der TuS-Tross auf den Weg gen Süden gemacht. Quartier am Bodensee bezogen, um am Sonntag ausgeruht und ohne Reisestrapazen in das Spiel bei der HSG Konstanz zu gehen. Dass es trotz dieser guten Bedingungen am Ende nicht zu etwas Zählbarem gereicht hat, dürfte die ohnehin lange Rückfahrt gefühlt noch ein bisschen länger gemacht haben. Und stimmungsvoll dürfte diese auch nicht gewesen sein.

Denn dafür fehlte der TuS-Equipe zwischen der 35. und 49.Minute jegliche Durchschlagskraft. Doch der Reihe nach. Toni Sario durfte erstmals diese Saison auf der Königsposition im linken Rückraum beginnen. Grund dafür ist eine Schulterverletzung beim Capitano. Jonas Faulenbach wird seinem Team in den nächsten beiden Spielen nicht zur Verfügung stehen. Wahrscheinlich muss Ferndorfs Coach Robert Andersson sogar mehrere Wochen auf den Routinier verzichten. Während sich Ferndorfs rechte Seite mit Josip Eres und Andreas Bornemann von Beginn an hellwach zeigte, war es auf Seiten der Gastgeber insbesondere Tom Wolf, der seine Farben im Alleingang im Spiel hielt. Sage und schreibe acht der ersten elf Konstanzer Tore gingen auf sein Konto. Ferndorfs Rechtsaußen Josip Eres sorgte mit traumhaft sicher verwandeltem Siebenmeter beim 9:12 für die erstmalige Drei-Tore-Führung. Eine Unterzahl 1:0 gewonnen, die Gastgeber in lange Angriffe gezwungen und das gefährliche Kreisläufer-Spiel unterbunden. Einzig die Rückraumschützen bekam die Ferndorfer Abwehr nicht in den Griff. „Die erste Halbzeit war o.k. und wir hatten ein gutes Gefühl. Allerdings haben wir zum Rückraum keinen Körperkontakt bekommen“, bemängelte Andersson die vielen freien Würfe aus acht Metern. Dass die erste Halbzeit nur o.k. und nicht klasse war, lag an der Wurfausbeute in den letzten Minuten vor dem Pausentee. Während man nach der 10:13 Führung sogar die Chance hatte auf eine Vier-Tore-Führung zu stellen, ließ man den Gegner wieder in Spiel kommen und bis zur Pause auf 12:13 verkürzen.


Was sich kurz vor der Pause schon angekündigt hatte, fand unmittelbar nach der Pause seine Fortsetzung. Patrick Weber war inzwischen ins Spiel gekommen und zeigte, von welch immenser Wichtigkeit seine unnachahmlichen Fackeln aus dem Rückraum für den weiteren Saisonverlauf noch sein werden. Zwei Mal Weber, dazu Treffer von Lukas Pechy und Thomas Rink – der TuS führte in der 35.Minute 14:18. Was dann allerdings in den darauffolgenden fünfzehn Minuten passierte, wird den ein oder anderen der es mit dem TuS hält wahrscheinlich auch in den nächsten Tagen noch beschäftigen. Während die Blau-Gelben nun gefühlt jeden Angriff erfolgreich abschlossen, ging bei den Rot-Weißen so gut wie nichts mehr. Aus einer Vier-Tore-Führung wurde innerhalb von neun Minuten ein Zwei-Tore-Rückstand. Als dann der Rückraumrechte der Süddeutschen, Fynn Beckmann, zur 24:20 Führung traf, war die Messe zehn Minuten vor Schluss fast gelesen. „Wir kommen dann nicht mehr zurück ins Match. Darüber hinaus war auch das Zusammenspiel der Abwehr mit dem Torwart nicht gut“, war Andersson unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams in der zweiten Halbzeit, wollte aber nicht den Stab über jenem brechen. Denn das wäre nach dem guten Auftritt am vergangenen Mittwoch auch ungerecht. Und das es in dieser verrückten Liga, mit den besonderen äußeren Umständen in dieser SaisonRückschläge geben wird, dass muss jedem klar sein. Die letzten zehn Minuten sind schnell erzählt. Gegen die bewegliche Abwehr der Männer vom Bodensee fanden die Andersson-Mannen keine Lösungen mehr, so dass am Ende ein verdienter Sieg der HSG Konstanz zu Buche stand. Einzig die Auszeit, die HSG-Coach Daniel Eblen sechzig Sekunden vor dem Ende nahm – die hätte sich der erfahrene Trainer schlicht und ergreifend schenken können. 

Ferndorfs Coach hatte den Fokus schon auf den nächsten Wochen, die weiterhin ein Mammutprogramm bereithalten: „Wir haben von den letzten drei Begegnungen zwei für uns entschieden. Aufgrund der Wochenspiele müssen wir uns im Spiel die Sicherheit holen. Das ist für die Jungs nicht einfach.“ Absoluter Lichtblick war Patrick Weber. Ein couragierter Auftritt, garniert mit wunderschönen Toren aus dem Rückraum. Und auch wenn dem Hünen noch Spielpraxis fehlt und er sicherlich auch mal in ein Loch fallen wird, hat er angedeutet von welch immenser Wichtigkeit seine einfachen Tore aus dem linken Rückraum sein werden.

Bereits am Mittwochabend geht die wilde Fahrt weiter. Die Aufgabe beim TV Emsdetten wartet auf die Andersson-Schützlinge. Das dritte Spiel innerhalb von acht Tagen. Da kommt nach der langen, coronabedingten Pause gleich einiges auf unser Team zu. Drücken wir die Daumen, dass die Rückfahrt aus dem nördlichen Münsterland etwas stimmungsvoller wird als die gestrige.

Tore: Andreas Bornemann (7), Josip Eres (7/5), Patrick Weber (6), Torben Matzken, Mattis Michel, Lukas Pechy, Thomas Rink, Toni Sario, Lucas Schneider (je 1)