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Hochverdienter Punkt beim Bundesliga-Absteiger

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Achtfacher Torschütze für den TuS – Simon Strakeljahn (Foto: Harry Preis/ Eulen Ludwigshafen)

Auch mit etwas Abstand ist das Geschehene aus der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen kaum in Worte zu fassen. Ein einziges Mal im Spiel, beim 7:6 in der 18. Minute, lag der TuS Ferndorf im Rückstand. Ansonsten hat das von Verletzungen arg gebeutelte Team den letztjährigen Bundesligisten aus Rheinland-Pfalz sechzig Minuten in dessen eigener Halle beherrscht. Und doch scheint der ein oder andere aus dem aktuellen Kader eine Blockade zu haben. Wie schon so oft in dieser Saison, war es auch in Ludwigshafen am Ende kein physisches, sondern eher ein psychisches Problem. Das Team, welches abermals eine hoch gehandelte Mannschaft am Rande einer Niederlage hatte, konnte wieder einmal den Sack nicht zumachen. Bei den Tretballern fällt oft der Spruch dass „ein Tor dem Spiel guttun würde“. Was den Jungs von Coach Robert Andersson hingegen unheimlich guttun würde, wäre die Belohnung in Form eines Sieges, der sicherlich ein Brustlöser für die anstehenden Aufgaben bis Weihnachten wäre.

Andreas Bornemann – der letzte namhafte Ausfall im TuS-Lazarett. Um Spieler wie ihn, Lucas Puhl, Jonas Faulenbach und Josip Eres wollte Andersson die jungen Spieler an den harten Ligaalltag ranführen. Alles Makulatur, denn die o.a. führen die Verletztenliste des TuS an und werden von Allen schmerzhaft vermisst. So mussten es am Abend in Ludwigshafen wieder andere richten. Und so begann der Ferndorfer Coach mit einer schnellen, beweglichen Formation. Tim Hottgenroth im Kasten gab direkt mal seine Visitenkarte ab. Mehrere Paraden zu Beginn des Spiels brachten den Kollegen Sicherheit im Spiel nach vorne. Und da wurden lange Angriffe vorgetragen. Meist bis der Arm der gut leitenden Schiedsrichterinnen Katharina Heinz-Hebisch und Sonja Lenhardt nach oben ging. Am Ende war dann Julian Schneider der Entscheider. Bis zum 2:4 hatte der gebürtige Ferndorfer schon drei Mal genetzt. Einmal mit einem herausragenden Wackler zum 2:3. Ein gutes Rückzugsverhalten, eine bewegliche Abwehr und ein famos haltender Hottgenroth. Fertig ist das Rezept für einen Auswärtscoup beim Favoriten. Wobei da meist noch herausragende Protagonisten auf dem Feld dazugehören. Und da war zwischen der 19. und 28.Minute Simon Strakeljahn nicht zu bremsen. Der Spielmacher traf fünf Mal und sorgte mit seinen Nebenleuten für eine nicht für möglich gehaltene 11:14 Pausenführung. Der aufopferungsvolle Kampf hatte sich also gelohnt. Und selbst die Abwehrumstellung auf Seiten der Gastgeber konnte den TuS-Express nicht aus der Bahn werfen.

Robert Andersson wollte eigentlich einen schnellen Ball spielen lassen und so zu einfachen Toren kommen. Doch seine Mannen erledigten die Aufgabe im Angriff exzellent. Fast bei jedem Angriff im Zeitspiel, fand man in der Kleingruppe am Ende immer eine Lösung die zum Tor führte. Als in der 36.Minute der Ludwigshafener Anschlusstreffer zum 14:16 fiel, machten sich allerdings nicht wenige im Ferndorfer Lager Sorgen. Doch der oben erwähnte Strakeljahn, Tim Rüdiger, Niklas Diebel und Mattis Michel sorgten für eine 16:21 Führung in der 45.Minute. Weil auch Hottgenroth weiterhin seinen Kasten so sauber wie möglich hielt, und am Ende auf formidable sechzehn Paraden kam, sollte doch bei diesem Zwischenstand nun wirklich was möglich sein. Der sonst so lauten Friedrich-Ebert-Halle hatte man den Stecker gezogen, und auch Eulen-Coach Ceven Klatt wusste sich keinen Rat mehr, mit welcher Abwehrformation dem TuS beizukommen ist. Doch als nur 120 Sekunden später der zweite Ferndorfer Siebenmeter verworfen wurde und der bundesligaerfahrene Stefan Salger zum 19:21 Anschluss traf, begann wieder einmal das große Zittern. Davon unbeeindruckt zeigten sich in dieser Phase allerdings die beiden Kreisläufer des TuS in persona Mattis Michel und Valentino Duvancic. Die beiden Youngster trafen nicht nur vorne, sondern stellten über weite Strecken des Spiels auch einen sehr stark agierenden Innenblock. Doch im Angriff war sie auf einmal wieder spürbar und greifbar – die Angst vor dem Gewinnen. In den letzten sechs Minuten gelang es einzig Strakeljahn, den Keeper des Gastgebers zu überwinden. Und da sich die Pfälzer auf ihren wurfstarken Rückraum verlassen konnten, ging es mit einem

Unentschieden und Ballbesitz Ferndorf in die letzten zwanzig Sekunden. Andersson hatte die Seinen in einer letzten Auszeit eingenordet. Herunterspielen der Zeit und kurz vor Schluss den finalen Stoß setzen. Aber Strakeljahn, der bis dahin schon acht Mal getroffen hatte, scheiterte. Ballbesitz und ein finaler Versuch der Eulen, ein verloren geglaubtes Spiel in der Schlusssekunde noch zu drehen. Doch Gott sei Dank aus Ferndorfer Sicht vergaben die in Rot gekleideten Gastgeber ihre Wurfchance und auch der letzte Freiwurf von Salger fand den Weg nicht mehr Richtung Tor. So bleibt am Ende die Frage, ob man auf der Rückfahrt ins Siegerland einen verlorenen Punkt betrauert, oder aber einen gewonnenen Punkt bejubelt hat.

Viel Zeit darüber nachzudenken haben die Jungs aber nicht. Denn bereits am Mittwoch wartet der nächste Bundeliga-Absteiger. HSC 2000 Coburg heißt der Gegner, wenn um 19:30 Uhr der Anwurf in der Stählerwiese erfolgt. Was unbedingt vonnöten, und aktuell noch möglich ist, dass ist die Unterstützung von den Rängen. Helfen Sie am Mittwochabend mit, wenn die Kämpfer in Rot und Weiß, zur alten Ferndorfer Anwurfzeit um 19:30 Uhr, endlich den zweiten Saisonsieg einfahren wollen.

Tore: Simon Strakeljahn (8), Julian Schneider (4), Lucas Schneider (3), Rutger ten Velde (3/1), Mattis Michel (3/2), Niklas Diebel, Valentino Duvancic, Tim Rüdiger (je 2)

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