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Ohne Druck beim Tabellendritten

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Dass es für den ein oder anderen im Ferndorfer Umfeld ein besonderes Spiel werden wird ist unbestritten. Für einen Ex-Ferndorfer wird es ganz bestimmt ein besonderes Spiel: Michael Lerscht, sechzehn Jahre in verschiedensten Funktionen beim TuS Ferndorf aktiv, leitet seit Sommer 2020 die Geschicke auf der Trainerbank des ASV Hamm. Und auch wenn ein gutes halbes Dutzend der Aktiven im rot-weißen Trikot unter Lerscht gespielt haben, so zählt am Samstagabend in der Westpress-Arena nur das Ergebnis. Denn während auf der einen Seite die Hammer noch mit einem möglichen Aufstieg in die Beletage des deutschen Handballs liebäugeln, sind auf der anderen Seite die Begehrlichkeiten auf Punktgewinne zum Klassenerhalt riesengroß.

Über Qualitäten muss man beim samstäglichen Duell nicht streiten. Mit zahlreichen bundesligaerfahrenen Spielern verfügt der ASV Hamm unbestritten über die höhere Qualität. Das sieht auch Ferndorfs Coach Robert Andersson so: „Hamm ist eine absolute Top-Mannschaft. Wir gehen als Außenseiter ins Spiel. Um was zu holen, muss bei uns schon zu 100% alles passen.“ Bei den Männern im östlichen Ruhrgebiet beginnt die gehobene Qualität schon im Kasten. Sowohl Felix Storbeck wie auch Vladimir Bozic, den einige noch aus seiner Zeit bei den Rhein-Vikings kennen könnten, haben mit knapp 2 Meter Gardemaß für einen Keeper. Davor tummeln sich einige wahrhaftig torhungrige Feldspieler. Herausstechend dabei die rechte Angriffsseite. Über ein Drittel der Hammer Tore fallen über die Kleingruppe Halbrechts/Rechtsaußen. Wobei der Dreh- und Angelpunkt im Lerscht-Team ein anderer ist. Dani Baijens, Mannschaftskamerad von Rutger ten Velde in der holländischen Nationalmannschaft, ist der unbestrittene Leader im Hammer Team. Der vor der Saison aus Lemgo verpflichtete Mittelmann sorgt nicht nur für überraschende Tempowechsel, sondern ist obendrein Top-Torschütze seines Teams. Die einzig erkennbare Schwäche im ASV-Team ist die aktuelle Form. Denn der letzte wirklich überzeugende Sieg datiert vom 19. Februar, als man den direkten Konkurrenten aus Essen 35:29 schlug.


„Wir müssen besser durch die Crunch-Time kommen“, diktierte Andersson zu Beginn der Woche in die Notizblöcke der Pressevertreter. Dabei meinte er die Spielminuten 50-60. Was er da noch nicht auf dem Schirm haben konnte, war die kollektive Schwäche seiner Mannen gegen Essen zwischen der 40. und 50. Minute. Hätte, wenn und aber – man hat einige Fehler begangen und am Ende mit zwei Toren gegen den Favoriten verloren. Ein Ergebnis wiederum, das Mut macht für die anstehenden Aufgaben. Die Schneider-Brüder waren überraschend in den Spieltagskader gegen Essen gerückt. Für das Spiel in Hamm hofft der schwedische Coach zusätzlich auf Kim Voss-Fels. Damit wären nur noch Jonas Faulenbach, Tim Hottgenroth und Rutger ten Velde im Krankenstand. Das bringt zusätzliche Wechseloptionen, so dass man dem Team durchaus zutrauen kann sechzig Minuten Vollgas-Handball zu spielen. Wichtige Stützen in Angriff und Abwehr waren zuletzt die beiden Mittelblocker Valentino Duvancic und Mattis Michel. Vorne höchst effektiv, hinten schnell auf den Beinen und hart zupackend. Wobei auch ein Simon Strakeljahn immer mehr in Fahrt kommt, und zuletzt auch Niklas Diebel gezeigt hat, welch großes handballerisches Potenzial in ihm schlummert. Für einen Ferndorfer wird es kein Spiel wie jedes andere sein.. Andreas Bornemann trägt in der kommenden Saison das Trikot des Gastgebers. Vorspielen bei den neuen Mannschaftskameraden und dem enthusiastischen Hammer Publikum ist für ihn angesagt. Da Mr. Steelhammer aber Sportler durch und durch ist, wird er daran während der sechzig Minuten keinen Gedanken verschwenden.

Lust bekommen das Spiel zu verfolgen? Neben den treuen Fans, die den TuS sicherlich wieder zahlreich begleiten werden, besteht für alle Daheimgebliebenen wieder die Möglichkeit dem Spiel per Stream beizuwohnen. Unter Sportdeutschland.tv können alle mitfiebern, getreu dem Motto: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Entfernung: 125 km
Fahrzeit: 2 ¼ Stunden
Einwohner Hamm: 179000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4200)
Heimspielstätte: Westpress-Arena – 2650 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: rot
größte Erfolge: Aufstieg in die Handball-Bundesliga 2010
4. Platz in der 2.Liga 2018/19

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