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Ohne jeglichen Druck zum Tabellenführer

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An eines der letzten Auswärtsspiele mit Zuschauern werden sich viele Fans des TuS Ferndorf gerne erinnern. Am 26.Dezember 2019 war es – und die Rot-Weißen gewannen, in einem Spiel für die Ferndorfer Geschichtsbücher, hochverdient mit 20:24 in der Hansestadt. Nun, an diesem Wochenende werden sich weder mehrere hundert TuS-Fans nach Hamburg aufmachen, noch wird in der Barclaycard-Arena vor über zehntausend Zuschauern gespielt. Und da sind wir schon bei einem der größten Probleme, die der HSV Hamburg aktuell hat. Die über fünfzig Jahre alte Sporthalle ist marode und weißt Schäden an der Dachkonstruktion auf. Aktuell ist die Mannschaft um Trainer Torsten Jansen, seines Zeichens Weltmeister 2007, in die kleine Trainingshalle im Volkspark umgezogen. Eine Minitribüne und beengte Platzverhältnisse sorgen in der, rein für das Training und Jugendspiele ausgelegten Halle, nicht unbedingt für Wohlfühlatmosphäre.

Gänzlich unbeeindruckt zeigt sich davon aktuell der Tabellenführer. Seine Schwächephase scheint sich der HSV Hamburg um den Monatswechsel März/April genommen zu haben, als man das Heimspiel gegen Großwallstadt und die Auswärtspartie in Fürstenfeldbruck verlor. Aktuell ist man wieder auf Torejagd. 811 Saisontore (der TuS steht bei 688 – bei zwei ausgetragenen Spielen weniger) und dazu sieben Feldtorschützen mit je über 50 Toren stehen beim HSV Hamburg zu Buche. Spieler wie Leif Tissier und auch Philipp Bauer sind mit ihren tiefen Bewegungen von jeder Abwehr schwer zu verteidigen. Und hinten sorgt Winter-Neuzugang Jens Vortmann für Sicherheit. Der Keeper, der in seiner Karriere schon zwei Mal in Liga Eins aufgestiegen ist, kann mit einer guten Quote aufwarten und gibt seinem Abwehrverbund Sicherheit. Bleiben wir beim Thema Neuzugänge. Denn mit einer Millionenmetropole im Rücken geht an der Elbe natürlich mehr als nur Zweitligahandball, was die Vergangenheit ja bereits eindrucksvoll bewiesen hat. Aber nicht nur aus diesem Grunde konnten die Hamburger bereits die ersten drei namhaften Neuzugänge für die kommende Saison verbuchen. Unabhängig der Ligazugehörigkeit kommen Johannes „Jogi“ Bitter, Manuel Späth und Nicolai Theilinger in eine der schönsten Städte Deutschlands. Alle mit Gardemaß von fast 2 Meter ausgestattet und mit brutal viel Erfahrung aus über 200 Länderspielen.

„Alle Mann an Bord“ – man könnte und möchte sich an die Aussage Anderssons gewöhnen. Zu oft ist der TuS Ferndorf in der Vergangenheit durch Verletzungen und Quarantäne gebeutelt worden. „Wir haben nichts zu verlieren“, weißt der Coach dann auch gleich jedwede Gedankenspiele ins Reich der Fabeln, man würde das Spiel nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angehen. Ganz im Gegenteil. In dieser verrückten Liga muss jedes Spiel erst einmal gespielt werden. Und auch wenn der schwedische Alt-Internationale betont „viel durchwechseln zu wollen aufgrund der hohen Belastung in den letzten Wochen“, sind solche Spiele geradezu prädestiniert für Heldengeschichten. Vielleicht nicht unbedingt für einen Jonas Faulenbach oder Christopher Klasmann, die kleinere Wehwehchen plagen, aber vielleicht für „die Bank von England“ aus sieben Metern – Mattis Michel. Oder aber Lucas Schneider, seit Wochen ein Maß an Beständigkeit, aber viel zu oft unter dem Radar. Die Rot-Weißen werden jedenfalls nichts unversucht lassen, die Chance beim Schopfe zu greifen, sollte sie sich bieten. Das Hinspiel konnte schließlich 45 Minuten lang offen gestaltet werden. Verwundbar ist der Tabellenführer also.

Und doch muss bei realistischer Betrachtungsweise gelten, dass es sich um eine Art Bonusspiel handelt. Keiner erwartet was Zählbares, so dass ohne jeglichen Druck aufgespielt werden kann. Vielleicht genau die richtige Konstellation zum jetzigen Zeitpunkt. Und wer weiß, vielleicht ist es ja wirklich so, dass sich Geschichte wiederholt. Deshalb sei für den späten Sonntagnachmittag um 17 Uhr allen TuS-Fans der Livestream von Sportdeutschland.tv empfohlen. In gewohnter Weise, wenn auch unter den eingangs erwähnten, beengten Platzverhältnissen, heißt es dann wieder Daumen drücken und: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Gegner:  Handball Sport Verein Hamburg
Einwohner Hamburg:  1.845.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte:  Barclaycard-Arena – 16.000 Zuschauer Fassungsvermögen
Sporthalle Hamburg – 5.100 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe:  rot-weiß / blau-weiß
größte Erfolge: DHB-Pokalsieger 2006 + 2010, Deutscher Meister 2011, Europapokalsieger 2007, Gewinn der Champions-League 2013

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