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Showdown-Finale rückt näher

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Das Gesetz der Serie – man kann es in und um die Stählerwiese nicht mehr hören. Doch die Serie der sich abwechselnden Siege und Niederlagen geht (leider) immer weiter. Dem Auswärtssieg in Rimpar folgte eine Niederlage gegen die SG BBM Bietigheim. Keine erschreckende Leistung, vielmehr erschreckend schwache zehn Minuten kosten die TuS-Equipe am Ende was Zählbares. Im Vertrauen auf diese Serie sollte dann aber am kommenden Samstag der VfL Gummersbach geschlagen werden. Zuzutrauen ist es den Mannen von Coach Robert Andersson, der allerdings einschränkt: „Gegen Gummersbach müssen wir über sechzig Minuten mit der Leidenschaft aus der ersten Halbzeit agieren.“ Was gegen Gummersbach auf jeden Fall fällt, ist der Zuschauerrekord in der umgebauten Stählerwiese. Leider schrammte man gestern um 29 Zahlende an der 1000-er Marke vorbei.

Die die gekommen waren, erlebten zu Beginn ein entfesselnd aufspielendes Ferndorfer Team, welches gerade im Defensivverbund zu gefallen wusste. Tim Hottgenroth war direkt im Spiel und Andreas Bornemann schoss aus der Hüfte, wie man es früher nur von John Wayne kannte. Nach etwas mehr als zehn gespielten Minuten trauten die mitgereisten Bietigheimer Fans ihren Augen nicht. Gerade einmal ein Törchen hatten die Schwaben erzielt. Ausdruck einer sehr starken Ferndorfer Abwehr, die emotional agierte und schnell auf den Beinen war. Bietigheim fand keine Mittel und wurde von der früh attackierenden TuS-Abwehr vor schwer zu lösende Aufgaben gestellt. Als dann Rutger ten Velde auf 4:1 in der 11.Minute erhöhte, träumte so manch einer in der Stählerwiese schon von einer großen Nichtabstiegsparty nach dem Heimspiel gegen Gummersbach. Doch schon beim 5:4 (14.) hatten die Gäste den Anschluss wieder hergestellt. Anschließend scheiterte ten Velde vom Siebenmeterpunkt. Für ihn übernahm Josip Eres und verwandelte gewohnt sicher. Bitter für Ferndorf, dass Eres kurz darauf aufgrund einer Verletzung den Dienst am Samstagabend quittieren musste. Nächstes Highlight war die 22.Minute, als die Ferndorfer Jungs wunderbar abräumten, und der auf Rechtsaußen freigespielte Lucas Schneider vollendete. Hätte man in dieser Phase Nikola Vlahovic besser im Griff gehabt, die Führung hätte durchaus höher ausfallen können. Wobei Andersson noch woanders den Finger in die Wunde legte: „Auch in der ersten Halbzeit spielen wir zu viele Fehlpässe und verwerfen zu viele Bälle.“ Besonders die 120 Sekunden zwischen dem 13:8 und 13:11 müssen dem Coach missfallen haben. Denn zu einfach kamen die Süddeutschen zu ihren Anschlusstreffern. Als gegen Ende von Durchgang Eins Oleksandr Kasai das Bietigheimer Netz zappeln ließ, wusste man allerdings auch beim Team von Gäste-Coach Iker Romero, warum man oft vom Hexenkessel Stählerwiese spricht.

Romero nutzte die Halbzeitansprache, um in seinem Deckungsverbund Umstellungen vorzunehmen: „Die erste Halbzeit war Ferndorf besser. Wir spielten keine kompakte Abwehr und uns fehlte im Angriff die Tiefe.“ Die 15:11 Halbzeitführung baute die Andersson-Sieben sogar noch aus. Christoph Neuhold traf nach 34 Minuten zum 19:14. Doch was ab diesem Zeitpunkt zirka zehn Minuten passierte, wird auch in den Tagen nach dem Spiel noch für Diskussionen sorgen. Innerhalb von sage und schreibe 198 Sekunden kamen die Bietigheimer auf ein Tor heran. Auszeit Andersson und Nerven beruhigen bei den Seinen. Denn auch zu diesem Zeitpunkt lagen die Rot-Weißen ja immer noch in Führung. Lagen – denn beim 20:21 in der 40.Minute hatten die Gäste die Partie gedreht. Neuhold war es, der in dieser Phase Verantwortung übernahm und seine Jungs wieder ins Spiel brachte. Was in diesen unsäglichen Minuten dazu kam, war eine Abwehr, die mit der Tiefe im Bietigheimer Spiel nicht mehr zurecht kam und eine Torhüter-Leistung, die nicht existent war. „Fünfzehn Minuten ohne einen gehaltenen Ball sind zu viel“, schob Andersson die statistischen Werte auf der Pressekonferenz nach und ergänzte: „Wir verlieren in der zweiten Halbzeit zu viele Zweikämpfe in der Abwehr!“ Von da an waren es die Gäste, die ständig mit ein, zwei Toren in Führung lagen. Dem unbändigen Durchsetzungswillen eines Jörn Persson war es zu verdanken, dass es mit einem 26:26 in die Crunch-Time ging. Was allerdings auch dazu gehört, sind hier und da ein paar Kleinigkeiten. Und so gingen dann seitens des Schiedsrichter-Gespanns, Jan und Manuel Lier, die Pfiffe die in der ersten Halbzeit noch für den TuS ausgelegt wurden, jetzt eher Richtung Romero-Team. Noch dazu gesellte sich der ständige Rückstand in den letzten zehn Minuten. So lag bei den Schneider & Co. ständig die Bürde des „Treffen müssens“. Als dann drei Minuten vor dem Ende Andersson seine letzte Auszeit nahm stand es 28:30. Bornemann traf für Ferndorf, Öhler für Bietigheim und ten Velde für Ferndorf. 30:31 und noch vierzig Sekunden auf der Uhr. Romero nimmt bei 59:37 Minuten die Auszeit und bespricht den letzten Spielzug. Auf Ferndorfer Seite stellte man nur noch Geleit, ließ den ganz stark Regie führenden de la Pena werfen, und musste leider das Tor zum 30:32 Endstand schlucken.

Es war mehr drin. Die Unterstützung seitens des Heimpublikums wieder mal überragend, doch am Ende sind es Kleinigkeiten, die das Pendel Richtung der SG BBM Bietigheim ausschlagen lassen. Vor allen Dingen aber die zehn vermaledeiten Minuten zwischen der 35. und 45.Minute. Am Rest gibt es nicht allzu viel zu kritisieren. Und somit geht der Blick des TuS-Trosses schon klar Richtung Saisonfinale. Dem Derby gegen den großen VfL Gummersbach und das vermeintliche Abstiegsfinale am 11.Juni in Dormagen. Auf was es in beiden Spielen ankommen wird, ist die Rückendeckung des fantastischen Ferndorfer Publikums. Es wird ein Saisonendspurt werden, über den in der TuS-Familie noch lange gesprochen wird. Deshalb lässt sich dieses Finish hoffentlich kein Fan entgehen und am 4.Juni gegen Gummersbach und am 11.Juni in Dormagen heißt es dann: Gemeinsam dabei für Liga Zwei!

Tore: , Andreas Bornemann (6), Christoph Neuhold (5), Rutger ten Velde (5/3), Jörn Persson (4), Mattis Michel (3/1), Josip Eres, Julian Schneider (je 2), Oleksandr Kasai, Lucas Schneider, Kim Voss-Fels (je 1)


Fotos: Mathias Lehman und TuS Ferndorf

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