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TuS setzt weiteres Ausrufezeichen im Abstiegskampf

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Es sind diese Spiele wie in Hagen und gegen Emsdetten. Am liebsten würde sich der TuS-Fan solche Momente in ein Marmeladenglas abfüllen, um es immer und immer wieder rauszuholen und dran zu schnuppern. 750 Zuschauer in einer, nach Corona-Bedingungen, ausverkauften Stählerwiese trauten ihren Augen nicht. Soeben hatten die Ferndorfer Jungs Ausrufezeichen Nummer Zwei in der Rückrunde der 2. HBL gesetzt. Die LaOla Welle schwappte noch nicht durch die altehrwürdigen Mauern der Kreuztaler Sporthalle, aber man sah ein feierndes Heimteam und Ferndorf-Fans die durch die Reihe zufrieden waren mit dem Auftritt ihres Teams.

Dabei hatte es zäh begonnen. Denn auch wenn sich Lucas Schneider in den Dienst der Mannschaft stellte, und Linus Michel auf dem Spielberichtsbogen stand – zu den bekannten Ausfällen von Jonas Faulenbach, Tim Hottgenroth und Simon Strakeljahn, gesellten sich kurzfristig auch die Arrivierten Mattis Michel, Christoph Neuhold und Lukas Siegler. So dauerte es zehn Minuten bis das Spiel Fahrt aufnahm. 2:2 lautete da der Zwischenstand, und zu den wenigen Höhepunkten zählten die Paraden der beiden Keeper und das Anspiel von Julian Schneider auf Valentino Duvancic, der zum 2:1 (6.) vollendete. Sprach man in Hagen noch vom Mentalitäts-Monster Julian Schneider, so ging dieser „Titel“ gestern an den Rückkehrer mit der Nummer 29, Andreas Bornemann. Der im Sommer nach Hamm wechselnde „Mr. Steelhammer“ traf zum 3:2 und pushte sich und sein Team bei jeder Gelegenheit. Als dann Josip Eres ins leere Emsdettener Tor traf und Rutger ten Velde einen Tempogegenstoß verwandeln konnte, stand die Ampel auf Grün. Innerhalb von 180 Sekunden zogen die Rot-Weißen auf 9:4 davon. Angeführt von einer unglaublich beweglichen, aufopferungsvoll kämpfenden Abwehr, war es nun Duvancic der zum Faktor wurde. Hinten ganz stark mit Branimir Koloper die Abwehr dirigierend, netzte der 20-jährige insgesamt fünf Mal bei fünf Versuchen – eine beeindruckende Leistung des jungen Kreisläufers! In Zusammenarbeit mit dieser guten Abwehrarbeit wuchs einmal mehr der Zerberus im Ferndorfer Kasten über sich hinaus. Lucas Puhl ließ zehn Minuten lang nur einen Treffer zu, so dass nach 23 Minuten ein 12:5 Zwischenstand auf der Anzeigetafel aufleuchtete Inzwischen hatten sich fast alle im Team am Torreigen beteiligt, und so war es nur folgerichtig, dass der sehr überlegt agierende, und seine Nebenleute gut in Szene setzende Niklas Diebel auch zum Torerfolg kam. So profitierten Kim Voss-Fels beim 13:6 und Tim Rüdiger bei seinem spektakulären Tor zum 16:9 von Diebels Übersicht. Zum Halbzeittee prangte auf der Anzeigetafel ein 17:9 für den TuS Ferndorf. Das Andersson-Team hatte den TV Emsdetten schlicht und ergreifend an die Wand gespielt. Eine Leistung, die man diesem Kader in dieser Deutlichkeit nicht zugetraut hatte.

Halbzeit Zwei ging zunächst in diesem Tempo weiter. Doch nach dem 19:11 fiel die Spannung bei den Ferndorfer Jungs ein bisschen ab. Puhl agierte mit seiner Abwehr nicht mehr ganz so spektakulär, und auch im Angriff wurde der ein oder andere Fehler produziert. Trotzdem ließ man den Gast aus dem nördlichen Münsterland nie auf weniger als fünf Tore herankommen. Über 19:14 (37.) und 23:17 (44.) ging es in die Schlussviertelstunde. „Puhlic“, der Teufelskerl im Ferndorfer Kasten, wandelte wieder Richtung Traumquote von 40% gehaltener Bälle. Und auch das gut leitende Schiedsrichter-Gespann Sascha Schmidt und Frederic Linker fand die kurzzeitig verlorene Linie schnell wieder. Wobei die rote Karte gegen den Emsdettener Marcel Schliedermann diskussionswürdig war. Regelkonform ja, aber nach neuester Regelkunde sind die auf Außen deckenden Akteure inzwischen mehr zum Zuschauen denn zum Eingreifen verbannt. Einem der besten Akteure des Abends, Valentino Duvancic, war es dann vorbehalten, in der 56. und 57.Minute den Deckel drauf zu machen. Leider nicht auf das eingangs erwähnte Marmeladenglas, wohl aber auf das eminent wichtige Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. 33:24 lautete der Endstand in der Stählerwiese. Stehende Ovationen von einem Heimpublikum, welches die Mannschaft über sechzig Minuten großartig unterstützt hat. Sicherlich geht ein Teil des Sieges auch an den Hexenkessel. Oft beschworen, gestern wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Wenn die Zuschauer hinter dem Team stehen und die Spiele zu Hause wieder zu Handballfesten werden, dann kann es am Ende wirklich etwas werden mit dem großen Traum vom Klassenerhalt.

Nächste Gelegenheit zum Punkte einsammeln gibt es am kommenden Sonntag in Dessau. Ein besonderes Spiel, auch aufgrund der bestehenden Fanfreundschaft. Imponierend z.B. die Aktion von fünf Dessau-Fans, die sich gestern Nachmittag kurzentschlossen auf den Weg nach Kreuztal gemacht hatten. 900 Kilometer Wegstrecke um Freunde im Abstiegskampf zu unterstützen. Wenn eine Aktion deutlich macht, warum am 11. Juni beide Teams die Klasse halten müssen, dann wohl diese! Das nächste Heimspiel im Hexenkessel findet am 12. März statt. Gegner ist dann der Aufsteiger und aktuelle Tabellenfünfte Empor Rostock. Schon heute gilt es für die Anhänger des Siegerländer Traditionsvereins, sich diesen Termin im Kalender zu markieren. Denn dann heißt es ab 19 Uhr wieder: Scream for our team!

Tore: Rutger ten Velde (7/2), Josip Eres (6/2), Valentino Duvancic (5), Andreas Bornemann, Kim Voss-Fels (je 4), Tim Rüdiger (3), Niklas Diebel, Julian Schneider (je 2)


Fotos: A. Domian

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