Auch Dansenberg kann den TuS-Express nicht stoppen

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Deutlicher Sieg auch dank eines starten Jonas Wilde im Tor (Foto: RGR)

Wie gut, dass das närrische Treiben einen Bogen ums Siegerland macht. Denn während andernorts die Karnevalisten das Ruder im Straßenkarneval übernommen haben, konnte man unterhalb des Kindelsbergs Handball spielen. Und das sogar auf einem neuen Hallenboden, dessen Montage die Verlegung des Heimspiels vom 27. Januar erst notwendig gemacht hatte. Und das Geläuf hat seinen ersten Test mit Bravour bestanden und es wird hoffentlich noch viel Wasser die Sieg hinunterfließen, bis die erste Niederlage auf dem neuen, blauen Boden quittiert werden muss.

Den Auftakt wollte man in der Stählerwiese aber doch ein wenig karnevalistisch gestalten. Eine Tanzgruppe aus Attendorn zeigte vor Spielbeginn ihr Können und wurde mit viel Applaus bedacht. Den gab es dann auch beim Einlauf der Spieler. Ferndorfs Chefcoach Ceven Klatt hatte schon unter der Woche durchblicken lassen, dass wieder mit einem Linkshänder im Rückraum zu rechnen sei. Dass dann aber sowohl Fabian Hecker, wie auch Marvin Mundus, die beide erst kürzlich ihre Arbeitspapiere beim TuS Ferndorf verlängert hatten, aufliefen, war dann doch etwas überraschend. Weniger überraschend sind diese Saison gute Torhüterleistungen beim TuS Ferndorf. Und da Jonas Wilde seinen Kasten gleich zu Beginn vernagelte, nahm Gäste-Coach Thomas Weber bereits beim 2:0 (5.) eine Auszeit. Sicherlich eines der frühesten Team-Time-Outs, die die Stählerwiese je gesehen hat. Doch es änderte nichts an der Gemengelage. Die Gastgeber kamen immer wieder zu Ballgewinnen in der Abwehr, die vornehmlich Josip Eres mit schnellen Tempogegenstößen bestrafte. Der TuS-Express hatte Fahrt aufgenommen. Besonders Eres auf Rechtsaußen sowie Daniel Hideg im linken Rückraum sorgten beim 7:2 (10.) für eine beruhigende Führung. Danach gab es einen kleinen Bruch im Spiel. Die Pfälzer verkürzten nach einer Viertelstunde auf 8:5, was Klatt seinerseits zu einer Auszeit bewog. Als dann in der 17.Minute einer von Dansenbergs Hoffnungsträgern, Jonas Dambach, seine zweite Zwei-Minuten-Strafe erhielt, war das eine erhebliche Schwächung für die Pfälzer. Die Michel & Co. fanden zügig wieder zum Tempospiel der ersten Minuten zurück. Beim zwischenzeitlichen 15:7 (23.) musste einem Angst und Bange werden, wenn man es mit den Gästen hielt. Eres verzauberte mit seinen Toren die wieder einmal prall gefüllte Stählerwiese. Mit am Ende elf Treffern zeigte der Kroate, wie wichtig er für sein Team ist. Im Live-Stream auf Sportdeutschland.tv gab der verletzte Linksaußen Alexander Reimann derweil einen Einblick ins Teamleben, als er betonte, dass sich wirklich alle untereinander gut verstehen und man einen tollen Mix aus jungen und erfahrenen Spielern im Team habe. Nach dem 18:8 (26.) stellten die Dansenberger dann ihr Abwehrsystem um. Wesentlich offensiver, in einer 5:1 Formation, versuchten sie, dem Ferndorfer Angriffsschwung ein wenig die Wucht zu nehmen. Mit einem 19:9 ging es dann in die Halbzeitpause. „Wir haben mit sehr viel Bereitschaft in der Abwehr gearbeitet und darauf basierend ein gutes Umschaltspiel gehabt“, war Klatt mit dem Auftritt in den ersten dreißig Minuten sehr zufrieden.

Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit stockte der Motor der Siegerländer Handballer ein wenig. Obwohl Wilde sofort einen Siebenmeter entschärfte, kamen seine Teamkameraden mit einer Unterzahlsituation gar nicht zurecht. Zwei Treffer kassierte man ins verwaiste Tor. Doch in der 38. Minute hatten sich die Klatt-Jungs wieder gefangen. Wer anders als Eres war man geneigt zu sagen. Drei Tore des Rechtsaußens in Folge sorgten beim 22:12 (40.) wieder für klare Verhältnisse. Der eingangs erwähnte Dambach kassierte nun seine dritte Hinausstellung, was gleichbedeutend mit der roten Karte war. Eres hatte nun sein Tagwerk erledigt und wurde von seinem Coach freudigst auf der Bank empfangen. In der 46.Minute war es dann soweit. Arvid Pötz, seit Monaten fleißiger Trainingsgast bei den Drittliga-Handballern des TuS und 18-jähriges Ferndorfer Eigengewächs, feierte seine Premiere in der ersten Mannschaft. Regisseur Janko Kevic und der vierfache Torschütze Hideg bekamen hingegen ihre verdienten Pausen. Doch auch ohne die Zwei verstand es die TuS-Equipe ein ums andere Mal, das Gaspedal durchzudrücken. Und immer dann wurde es auch gefährlich. Klatt nahm beim Stande von 26:17 (47.)  nochmal eine Auszeit, damit die Seinen auch bis zum Schluss durchziehen. Und das taten sie dann auch. Der sechzig Minuten lang durchspielende Fabian Hecker auf Rückraum Rechts hatte nun auch noch Gefallen am Torewerfen gefunden. Und dann kam es in der 53.Minute zu einer besonderen Begebenheit. Der erst 17-jährige Konstantin Kasch, Debütant im Dezember vergangenen Jahres, bekam auch noch Spielzeit und bildete mit Pötz eine echte Ferndorfer Achse. Und zwei, drei Hochkaräter sollte das Spiel noch parat halten. In der 56.Minute feierte Pötz beim 32:20 seine Tor-Premiere in Liga Drei. Und nachdem Wilde nochmal mit einer Top-Parade aufwarten konnte (59.), war es dann in der Schlussminute Kasch auf Zuspiel Pötz, der für den  Endstand sorgte. „Ein souveräner Sieg. Und für mich das Highlight des Abends Konstantin und Arvid. Das ist dann die Belohnung für harte Trainingsarbeit“, war Ferndorfs Erfolgscoach hocherfreut über die Einsatzzeit der beiden Youngster. Überall nur strahlende Gesichter. Was zum einen an der Premiere der beiden oben Genannten lag. Aber zum anderen auch an der Siegprämie des Coaches: „Wir hatten es im Vorfeld besprochen. Und jetzt haben die Jungs sich einen trainingsfreien Rosenmontag verdient, bevor ab Dienstag die Vorbereitung für das Gelnhausen-Spiel beginnt!“

Es gibt nun kaum noch Möglichkeiten zum Verschnaufen. Woche für Woche gilt es die Konzentration hochzuhalten. Denn Woche für Woche haben die Mannschaften das Ziel, der erste Verein zu sein, der dem Tabellenführer die erste Niederlage der Saison beibringt. Mit 1.233 Zuschauern war die Stählerwiese wieder einmal herausragend gut gefüllt. Belohnung für den Spitzenreiter, aber auch Belohnung für wöchentliche Bestleistungen der Michel & Co.. Und so geht es bereits am kommenden Samstag mit einem Heimspiel weiter. Gegner ist dann, zur gewohnten Anwurfzeit um 19 Uhr, der TV Gelnhausen. Vor hoffentlich noch mehr als 1.233 Zuschauern, für die es dann heißt: Alle dabei für Liga Zwei!

Tore: Josip Eres (11/3), Valentino Duvancic, Daniel Hideg (je 4), Julius Fanger, Janko Kevic, Gabriel Viana (je 3), Fabian Hecker, Paul Schikora (je 2), Mattis Michel (2/2), Konstantin Kasch (1), Arvid Pötz (1)


Fotos: H.Burbach und RGR

 

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