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Am Ende ist N.-Lübbecke doch eine Nummer zu groß

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Es war nicht die Kragenweite des TuS Ferndorf. Einen Gegner wie den TuS N.-Lübbecke müssen die Rot-Weißen nicht aus der Stählerwiese schießen. Und um überhaupt an was Zählbarem zu schnuppern, muss das Team schon auf allen Positionen annähernd 100% bringen. Nach den Auftritten vor der WM-Pause war das den Schneider & Co. nicht unbedingt zuzutrauen. Und so konnte man den besten Gradmesser nach dem Spiel bemühen – den Applaus des Publikums. Es waren wieder nur ein paar wenige die vor Ort sein durften. Aber die verabschiedeten ihr Team nach dem Spiel mit richtig viel Beifall. Und das, sowie die Worte von Nettelstedts Trainer Emir Kurtagic sollten sich die Spieler aus diesem Abend mitnehmen. Kurtagic hatte nämlich resümiert: „Wir wussten dass es schwer wird und wir auf einen angeschlagenen, aber hochmotivierten Gegner treffen werden. Beste Wünsche an den TuS Ferndorf – ihr holt die notwendigen Punkte noch !“

Dabei hatte der Abend nicht sonderlich verheißungsvoll begonnen. Die Ostwestfalen legten nämlich los wie die Feuerwehr und führten schnell 0:2. Doch was die Andersson-Sieben an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis stellte waren ihre Nehmer-Qualitäten. Der zu Beginn gut aufgelegte Torben Matzken führte seine Farben heran und Josip Erses von der Siebenmeter-Marke sorgte für die erste Ferndorfer Führung beim 4:3. Danach hatten die Rückraum-Kanoniere geladen und zündeten. Neun Tore in sechs Minuten mündeten in einem 7:9. Beide Torhüter bekamen nicht wirklich eine Hand an den Ball. Beim 7:10 war Nettelstedt das erste Mal im Spiel auf drei Tore enteilt. Wieder zurück gekämpft – wieder auf ein Tor dran, aber der Ausgleich wollte partout nicht fallen. Als dann die in schwarz gekleideten Gäste zum wiederholten Male auf drei Tore wegzogen, zog Ferndorfs Coach Robert Andersson mit einer Auszeit die Bremse: „Wir spielen keine schlechte Abwehr. Aber unser Ziel war ganz klar, N.-Lübbecke unter 30 Toren zu halten.“ In den verbleibenden vier Minuten spielte die TuS-Equipe dann groß auf. U.a. Mattis Michel mit zwei schönen Toren vom Kreis sorgte für den Gleichstand von 13:13 beim Gang in die Halbzeit.

Zu Beginn von Halbzeit Zwei war dann Julian Schneider Wegbereiter der Führung, die bis zum 17:16 Bestand hatte. In den dann folgenden acht Minuten erfolgte der eindrucksvolle Beweis, warum am Mittwochabend ein Abstiegskandidat gegen einen Aufstiegskandidat spielte. Auf der einen Seite ein abgezocktes Team mit einem sehr gut aufgelegten Johannes Jepsen im Tor. Auf der anderen Seite ein Team, was die technischen Fehler fast abgestellt hat, diese aber in den ungünstigsten Momenten der Partie fabriziert. Und auf einmal steht es nach einer dreiviertel Stunde 17:21. Tim Hottgenroth löste daraufhin Lucas Puhl im Kasten ab und hatte einen guten Einstand. Nettelstedts Rechtsaußen Peter Strosack erhielt für ein Foul, welches erst seit dieser Saison so rigoros bestraft wird, den roten Karton des gut leitenden Schiedsrichter-Gespanns Tobias Schmack & Philipp Dinges. Mit 22:24 ging es in die Crunch-Time. Der Rest ist inzwischen Ferndorfer Geschichte. Die Spieler bekommen es aktuell hinten raus nicht geregelt. An mangelnder Physis liegt es nicht. Aber man gönnt dem Team geradezu eine richtig gute Phase im Spiel, damit die Brust einmal breit genug und die vorhandene Qualität auf die Platte gebracht wird. „Uns fehlen die einfachen Tore aus dem Rückraum“, legte Andersson nach der Partie den Finger in die Wunde. Denn während die erfahrene Rückraum-Achse des Tabellendritten trotz hoher Kreuzbewegungen immer Torgefahr ausstrahlte, ließen Ferndorfs Rückraum-Asse nur allzu viele Chancen liegen. Weder die beiden Neuzugänge auf Halblinks, noch unsere beiden Linkshänder auf Halbrechts stellten die gegnerische Abwehrreihe vor Probleme. Und so ging das Spiel dahin. Mit jedem weiteren Gegentreffer gingen die Köpfe ein bisschen weiter runter, so dass man am Ende mit drei, vier Toren zu hoch verlor. 24:30 lautete der Endstand in der Stählerwiese. 

„Ich habe gute Sachen gesehen, die wir mitnehmen in die nächsten Spiele“, zeigte sich Andersson kämpferisch. Und meinte damit sicherlich die unermüdlich arbeitende Ferndorfer Abwehr, die er aufgrund zweier früher Zeitstrafen gegen den Turm in der Schlacht, Branimir Koloper, oft umstellen musste. Hier zeigten sich Spieler wie Mattis Michel und Lucas Schneider in ungewohnter Rolle sehr stark. Aber auch bei der vom Trainer bevorzugten 6:0 Abwehrformation fehlen dann die etatmäßigen Innenblock-Spieler wie der oben erwähnte Koloper und der mit Knieproblemen pausierende Thomas Rink. Die nächste Möglichkeit es besser zu machen bietet sich der rot-weißen Equipe bereits am Samstag. Zu Gast in der Stählerwiese ist der strahlende Sieger DES Mittwochabend-Duells. In den 80-er Jahren lautete die Frage nach dem deutschen Handballmeister oftmals: Gummersbach oder Großwallstadt. Im Duell der Altmeister unterstrichen die Unterfranken am Mittwochabend eindrucksvoll ihre Auswärtsstärke und brachten dem VfL Gummersbach die erste Heimniederlage bei. Warnung genug für das Ferndorfer Team, welches aber langsam in Zugzwang kommt und wieder punkten muss ! 

Tore: Andreas Bornemann (5), Josip Eres (5/4), Torben Matzken, Julian Schneider (je 4), Mattis Michel (3), Niklas Diebel (2), Christopher Klasmann (1)


Fotos: H.Burbach und TuS Ferndorf

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