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Auswärts bleibt der TuS sieglos

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Unsanft gebremst wird hier Lukas Siegler (Foto: HBL/HC Empor Rostock)

Tritt man als Team Reisen an, so kommt auch meist der gesellige Faktor nicht zu kurz. Darauf hatten die Mannen von Coach Robert Andersson auf der siebenstündigen Rückfahrt aber ganz bestimmt keine Lust. Denn der erhoffte Beutezug in der Hansestadt, hoch oben an der mecklenburgischen Küste, blieb leider erfolglos. Und so wartet die TuS-Equipe weiter auf Zähler in der Fremde.

Tim Hottgenroth machte ein starkes Spiel (Foto: HBL/HC Empor Rostock)

Dabei hatte es verheißungsvoll begonnen. Der Kapitän im Ferndorfer Kasten, Lucas Puhl, bekam direkt im ersten Rostocker Angriff die Finger an den Ball. Und im Gegenzug setzte Simon Strakeljahn seinen halblinken Gespannpartner Lukas Siegler in Szene. Doch damit war die rot-weiße Herrlichkeit bereits vorbei, denn nach über zehn Minuten hatten die Schneider & Co. erst gnaze zwei Mal getroffen, und auch „Puhlic“ war nicht der erhoffte Faktor. Es war wahrlich kein Spiel für Handball-Ästheten. Dafür produzierten die beiden Teams bereits in der Anfangsphase zu viele technische Fehler. Und als dann auch noch Abwehrchef Branimir Koloper nach dreizehn Minuten das zweite Mal mit einer Zwei-Minuten-Strafe hinausgestellt wurde, schwante den TuS-Anhängern Böses. Doch zwei Maßnahmen brachten den Siegerland-Express wieder ins Rollen. Die Abwehr hatte nun endlich mehr Zugriff auf die Rostocker Angriffe. Was im Zusammenspiel sicherlich auch an der Einwechslung von Tim-Dominik Hottgenroth lag. Der Zerberus im Ferndorfer Tor war von Beginn an ein Faktor und sollte bis Spielschluss auf eine tolle Quote von 37% gehaltener Bälle kommen. So konnte vom zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand, wie z.B. beim 8:4 und 12:8, immer wieder etwas abgeknabbert werden, so dass es mit einem 13:10 Rückstand in die Pause ging. Ein Ergebnis, welches zumindest alle Chancen offen ließ.

Und dass die Männer in rot und weiß gewillt waren, den Kampf um Punkte anzunehmen, zeigten die Minuten nach Wiederbeginn. Empor Rostock, angetrieben von rund 2300 Zuschauern in der altehrwürdigen Sport- und Kongresshalle, wurde nun immer wieder ins Zeitspiel gezwungen. Die aus diesen Situationen entstehenden schnellen Konter wurden durch Lucas Schneider, Rutger ten Velde und Niklas Diebel verwandelt, so dass fünf Minuten nach Wiederbeginn der Spielstand beim 13:13 egalisiert war. Und da sich weiterhin ein Festival an technischen Fehlern auf dem Rostocker Hallenboden abzeichnete, ergaben sich immer wieder Chancen für den TuS Ferndorf, endlich mal das Ruder an sich zu reißen und in Führung zu gehen. Doch genau in die Phase hinein, als man mit einem 16:16 Unentschieden Richtung Crunch-Time unterwegs war, schwächte der TuS sich selbst. Zwei vertretbare Strafen, durch die mit strenger Regelauslegung durchs Spiel führenden Unparteiischen Patrick Arndt und Matthes Westphal, zwangen den TuS ins Unterzahlspiel. Genau in diesen Moment hinein fiel eine unglaublich gute Phase der Gastgeber. Binnen fünf Minuten stellten die traditionsreichen Handballer von der Ostseeküste den Spielstand auf 20:16. Eine kleine Vorentscheidung, zumal Rutger ten Velde bei den angeführten Hinausstellungen mit einer roten Karte bestraft wurde und nicht mehr eingreifen konnte. Durch die dadurch erzwungenen Umstellungen kam ein weiterer Bruch ins ansonsten schon sehr fehlerbehaftete Ferndorfer Spiel. Egal wie toll Hottgenroth auch hielt, seine Vorderleute, und insbesondere die Rückraumakteure, waren an diesem Spieltag einfach nicht torgeil genug. Die Verantwortung wurde viel zu oft weiter geschoben, und am Ende schlug dann häufig ein technischer Fehler ins Kontor. 25:20 lautete das Endergebnis – sicherlich um zwei, drei Tore zu hoch ausgefallen, aber in der Summe verdient. Denn außer in ein paar Phasen kurz vor und kurz nach der Halbzeit hatte man selten das Gefühl, dass der Ferndorfer Tross was Zählbares mit auf die Heimfahrt nehmen dürfte.


So bleibt es bei zwei Punkten auf der Habenseite. Und der Druck wird vor dem Spiel gegen den TV Großwallstadt am kommenden Samstag nicht weniger. Wichtig wird es für die Beteiligten und das Umfeld sein die Ruhe zu bewahren. Robert Andersson hat bereits in der vergangenen Saison

vorgelebt, dass er mit seiner fachlich herausragenden Art und Ruhe die Mannschaft durch schwierige Zeiten führen kann. Umso mehr ist nun auch die #familieferndorf, #familietus gefragt. Nicht nur Hashtags, sondern Schlagworte, die mit Leben gefüllt werden müssen. Vom Team bei der täglichen Arbeit in der Woche, aber auch von den Rängen, wo am Samstag hoffentlich wieder die gewohnte Hexenkessel-Atmosphäre herrscht. Diese hat schließlich in den vergangenen Jahren schon häufig dazu geführt, dass schwierige Situation gemeinsam gemeistert wurden.

Tore: Lucas Schneider (4), Niklas Diebel, Andreas Bornemann (je 3), Rutger ten Velde (3/1), Julian Schneider, Lukas Siegler (je 2), Tim Rüdiger, Simon Strakeljahn, Kim Voss-Fels (je 1)

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