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Derby mit hessischem Nachbar

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Ferndorfs Trainer Michael Lerscht ist immer noch beeindruckt, wenn er an die Reaktion der Zuschauer bei der Heimniederlage gegen Dormagen denkt: „Das Publikum hat extrem gut auf das Dormagen-Spiel reagiert, indem sie sehr fair zu den Jungs waren. Da haben wir was gut zu machen. Wir wollen unseren tollen Zuschauern zeigen, welches Feuer in uns brennt und wieviel Bock wir auf die Heimspiele in der Stählerwiese haben.“

Das wird zur ungewohnten Anwurfzeit am Freitag Abend auch extrem wichtig sein. Denn es wartet der hessische Rivale TV Hüttenberg, mit dem sich der TuS in den vergangenen Jahren das ein oder andere hochdramatische, emotionale Match geliefert hat. „Hüttenberg ist ein spannender Gegner. Gegen deren Deckungsformation benötigt es eine spezielle Vorbereitung, in der man einiges a-typisch machen muss im Vergleich zum Rest der Liga.“ ist Lerscht sich sicher, dass die Hüttenberger hochmotiviert in die Stählerwiese kommen. Die Mittelhessen haben aktuell einen 0:8 Lauf aus den letzten vier Partien und wollen das „Spiel mit Derby-Charakter“, wie es die Hüttenberger bezeichnen, nutzen um den Bock umzustoßen. Doch das Team des 30-jährigen Trainers Frederick Griesbach, der in Hüttenberg seine erste Station im Profi-Handball innehat, plagen aktuell genauso Verletzungssorgen wie das Lerscht-Team. Mit Markus Stegefelt und dem tschechischen Nationalspieler Dieudonné Mubenzem fehlen den Hessen voraussichtlich ihre zwei Rückraum-Asse, die für die einfachen Tore zuständig sind. Zudem fehlt der etatmäßige Rechtsaußen Tobias Hahn.


Es rumort in Mittelhessen, nicht unbedingt ob des Saisonverlaufs des TV Hüttenberg. Da sind sich die Fans, die sicher auch wieder sehr zahlreich den Weg nach Kreuztal antreten werden, bewusst darüber, dass nach dem Abenteuer 1. Liga Konsolidierung und Neuausrichtung angesagt ist. Vielmehr sorgt der von der HSG Wetzlar angekündigte Rückzug seines Reserveteams aus der dritten Liga für Gesprächsstoff. Denn während man sich in Mittelhessen zurecht damit rühmte, mit der HSG Wetzlar, dem TV Hüttenberg und der zweiten Mannschaft der HSG eine Durchlässigkeit von Liga Eins bis Liga Drei zu gewährleisten, steht mit diesem Rückzug vieles auf dem Prüfstand. Vielleicht sogar ein Fingerzeig in die Richtung, dass es 80 Kilometer südlich von Kreuztal bald eine HSG Mittelhessen gibt !?

Große Qualität besitzen die Hüttenberger auf Rückraum Mitte. Neben dem 37-jährigen tschechischen Alt-Internationalen Thomas Sklenak, der in sein fünftes Jahr beim TV Hüttenberg geht, ist es vor allen Dingen Björn Zintel, der immer wieder für Torgefahr sorgt und schon bei 51 Saisontoren steht. Den ehemaligen Junioren-Nationalspieler werden einige noch aus seiner Zeit beim ASV Hamm kennen, für den er von 2015 bis 2018 in der 2. Liga aktiv war.

Beim TuS Ferndorf hat sich die personelle Lage trotz der Rückkehr Andreas Bornemanns nach seiner blauen Karte nicht wesentlich verbessert. Bei den Rekonvaleszenten Moritz Barwitzki, Branimir Koloper und Thomas Rink wird sich erst kurzfristig entscheiden, ob sie ihrem Coach eine weitere Alternative an die Hand geben können. Ein besonderes Spiel wird dieses Heimspiel ganz sicher für die beiden Ex-Hüttenberger Jonas und Jonas, unsere beiden Halblinken Jonas Faulenbach und Jonas Müller, die beide schon im Trikot des freitäglichen Konkurrenten aufliefen.

Die Spieler in Rot-Weiß brennen auf Wiedergutmachung und freuen sich darauf, die Zuschauer von der ersten Sekunde an mitzunehmen. Ein sicherlich wieder spannendes und emotionsgeladenes Derby wartet auf eine hoffentlich ausverkaufte Stählerwiese.


Gegner: TV Hüttenberg
Einwohner Hüttenberg: 10.650 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte: Sporthalle Hüttenberg – 1.450 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau/rot
größte Erfolge: 4. Platz Bundesliga 1980, Platz 23 in der „Ewigen Tabelle der Handball-Bundesliga“