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Die Favoritenrolle liegt beim TuS

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Traurige Berühmtheit erlangte der Gastgeberort der TuS-Handballer im Jahre 1972. Die Attentäter der Olympischen Spiele wurden damals auf den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gefahren, wo sich das Geisel-Fiasko zuspitzte. Fürwahr, dafür kann der Ort Fürstenfeldbruck nichts – von daher sprechen wir über einen viel positiveren Zusammenhang mit dem Ort im Westen Münchens. Denn aus dem traditionell sehr starken Handballsüden hatte sich im letzten Jahr ein Verein in den Vordergrund gespielt, den selbst einige Experten nicht unbedingt als Aufsteiger in die 2.Handball Bundesliga sahen.

Die Brucker Panther, wie sich die Fürstenfeldbrucker Handballer nennen, war zum zweiten Mal in der Vereinshistorie in die 2.Liga aufgestiegen. Und im Herbst vergangenen Jahres waren viele der Meinung, den Absteiger Nummer 1 bereits gefunden zu haben. Keine Profis, sondern nur mit „Feierabend-Handballern“ bestückt, starteten die Süddeutschen in das Abenteuer 2.Liga. Aber die ganze Liga muss feststellen, dass es sich bei den Panthern um eine absolute Bereicherung selbiger handelt. Fünfzehn Punkte haben die Männer aus dem Münchener Westen bereits gesammelt und das Unternehmen Klassenerhalt noch nicht gänzlich zu den Akten gelegt. Denn neben dem TuS Ferndorf spielt man in den verbleibenden sechs Partien noch gegen weitere Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Ihre Heimstärke haben die Fürstenfeldbrucker bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hätte man nicht unglücklich mit einem Tor gegen N.-Lübbecke verloren, wäre man wahrscheinlich der einzige Verein, der die ersten fünf Teams der Tabelle in heimischer Halle geschlagen hat. Unter Coach Martin Wild, der seit 2010 im Amt ist, bevorzugen die Panther eine sehr unkonventionelle Abwehr. Sehr offen, mit schnellen Beinen und dadurch vielen Ballgewinnen machen sie das Spiel äußerst interessant und für den Gegner außerordentlich schwer und laufintensiv. Über allem steht das Team – und doch ragt mit Mittelmann Falk Kolodziej ein Spieler heraus. Der Sohn des früheren Handball-Profis Christoph Kolodziej ist Dreh- und Angelpunkt des Fürstenfeldbrucker Spiels. Und wenn er nicht selber den Torabschluss sucht, setzt er mit Vorliebe seine beiden Halbspieler und den Kreisläufer in Szene. Alles in allem eine hochinteressante Partie, die auf die Rot-Weißen wartet.


Die wiederum schwimmen auf einer wahren Erfolgswelle. Seit dem herausragenden Derbyerfolg gegen den VfL Gummersbach haben die Schützlinge von Robert Andersson ganz starke 13:7 Punkte eingeheimst. „Wir haben uns die Favoritenrolle gegen Fürstenfeldbruck in den letzten Wochen hart erarbeitet“, ist der Coach hörbar stolz auf sein Team. Einen einzigen Spieler heraus zu stellen ist kaum möglich, da die ganze Mannschaft eine tolle Leistung auf die Platte bringt. Und um die Worte des schwedischen Übungsleiters zu wiederholen – es wird schwer, die TuS-Equipe zu besiegen, wenn diese ihren unbändigen Siegeswillen und eine hohe Wurfeffektivität auf die Platte bringen. Wobei man beim Thema Effektivität nicht an dem 23-jährigen „Ferndorfer Jung“ auf der Kreisläufer-Position vorbei kommt. Mattis Michel wirft aktuell fast alles ins Tor. Ob Abschlüsse vom Kreis oder Strafwürfe aus sieben Metern. Wobei z.B. auch Torben Matzken seine hohe Anfälligkeit für technische Fehler massiv reduziert hat und aktuell Woche für Woche Extralob vom Trainer einheimst. Dazu kommt eine äußerst bewegliche Ferndorfer Abwehr, die mit den beiden, sich in Topform befindlichen, Keepern Tim Hottgenroth und Marin Durica schwer lösbare Aufgaben für die Angriffsreihen der zweiten Liga parat hält. „Wir schauen auf uns und wollen da weitermachen, wo wir zuletzt aufgehört haben“, sagte Andersson, kurz bevor sich der TuS-Tross gen Süddeutschland in Bewegung setzte.

Ebenso viel Spaß wie die Auftritte der Faulenbach & Co. machen die Posts der Siegerländer Handball-Fans in den sozialen Medien. Toll, wie der Mannschaft damit immer wieder der Rücken gestärkt wird. Ganz wichtig in Zeiten, wo gerade die enthusiastisch mitgehenden Ferndorf-Fans dem Team sehr fehlen. Die nächste Möglichkeit zum Mitfiebern haben die Fans am Mittwochabend um 20 Uhr, wenn auf gewohnte Art und Weise dem Stream von Sportdeutschland.tv gefröhnt werden kann. Seid dabei und denkt in altbekannter Form daran: Scream for our team !


WiISSENSWERTES
Gegner:  TuS Fürstenfeldbruck
Einwohner Fürstenfeldbruck:  38.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Heimspielstätte:  Wittelsbacher Halle – 950 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe:  schwarz
größte Erfolge:  Aufstieg in die 2.Handball Bundesliga 1992 + 2020

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