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 Ein gewonnenener oder ein verlorener Punkt ?

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Tim Rüdiger machte auf Rechtsaußen eine starke Partie und traf fünf mal (Foto: H.Burbach)

Es war ein seltsames Spiel am Samstagabend in der Stählerwiese. Ein Spiel, welches am Ende mit einem Unentschieden ein gerechtes Ergebnis fand. Während nämlich die Anfangs- und Schlussphase den Gastgebern gehörte, spielte zwischendurch der Gast aus Konstanz famos auf. Und so war auch die Gefühlslage der Ferndorfer Spieler nach der Schlusssirene durchweg von Enttäuschung geprägt. Denn man hatte sich für dieses Duell gegen den Tabellennachbarn, gerade nach der überzeugenden Vorstellung gegen den VfL Gummersbach, ganz viel vorgenommen. Doch wie es TuS-Coach Robert Andersson nach dem Spiel in die Notizblöcke der anwesenden Journalisten diktierte: „Für solch eine Art Spiele ist das Team noch nicht weit genug. Die Jungs müssen lernen, solch ein Spiel zu führen und zu steuern.“

Die HSG Konstanz fand besser ins Spiel. Zudem trat bereits kurz nach Spielbeginn das erste Manko auf. Ein konsequent pfeifendes Schiedsrichter-Gespann Tobias Biehler / Fabian Dietz gab insgesamt acht Siebenmeter für die TuS-Equipe. Doch egal wer sich probierte. Am Ende stand bei fünf Siebenmetern Konstanz‘ Keeper Michael Haßferter oder das Aluminium im Weg. Als sich nach zehn Minuten das Blatt wendete und der TuS seinerseits mit 7:4 in Führung ging, sah sich manch einer schon auf der Gewinnerstraße. Tim Hottgenroth im Ferndorfer Kasten war inzwischen besser im Spiel und konnte sich vor allen Dingen bei Würfen aus dem Rückraum auszeichnen. Was nach langer Zeit nochmal passte, war zudem das Tempogegenstoß-Spiel. Josip Eres war der Abnehmer und zeigte sich, aus dem Feld heraus, äußerst treffsicher. Doch Handball wäre nicht der Sport den wir alle so lieben, wenn sich nicht innerhalb von Minuten das Spiel drehen könnte. Und so kamen die Männer vom Bodensee, unterstützt von Ferndorfer Unkonzentriertheiten und fehlender Konsequenz, zurück ins Spiel. Kopf an Kopf ging es Richtung Halbzeitpause, bevor eine strittige Entscheidung der Schiedsrichter für Verwirrung im TuS-Lager sorgte. Diese Phase, und die Überzahl durch die mit der Entscheidung einhergehenden Zeitstrafe gegen Thomas Rink, sorgte für die doch etwas überraschende 12:14 Halbzeitführung für die in gelb gekleideten Gäste.


Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte Haßferther im Konstanzer Tor mit einer Monster-Parade das nächste Ausrufezeichen. Doch zwei Personalwechsel von Andersson hielten die Rot-Weißen im Spiel. Zum einen löste Tim Rüdiger auf Rechtsaußen Eres ab. Und war Rüdiger zuvor schon der treffsicherste Ferndorfer aus sieben Metern, so zeigte er in Halbzeit Zwei auch auf dem Feld sein unbestrittenes Können. Denn während man im Ferndorfer Rückraum ein wenig das Gefühl bekam, die Verantwortung würde immer weiter geschoben, nahm sich der Kleinste auf dem Feld drei Schüsse, die er auch allesamt verwandelte. Der zweite entscheidende Wechsel betraf die Torwartposition. Marin Durica löste nach knapp 40 Minuten den keinesfalls schlecht haltenden Hottgenroth ab. Und weil Durica in der verbleibenden Spielzeit mehr als jeden zweiten Ball zu packen bekam, fing das Blatt sich wieder an zu wenden. Beim 17:20 in der 46.Minute merkte man förmlich den Ruck, der auf einmal durchs Team ging. Verantwortung wurde nicht mehr weiter geschoben, sondern jeder Einzelne auf dem Feld wollte seinen Teil zum Heimerfolg beitragen. Immer wieder wurden die noch so kleinen Lücken gesucht. Und mit diesen Durchstößen gelang es dem TuS Ferndorf, beim 22:22 wieder auszugleichen. 240 Sekunden Restspielzeit auf der Uhr und alles war möglich – die Koronarsportgruppe des RSV Ferndorf sollte einen Besuch der Stählerwiese meiden. Und der Showdown hatte es in sich. Siebenmeter für den TuS fünfzehn Sekunden vor Ende der Partie. Eres behält die Nerven und bringt seine Farben mit 24:23 in Front. Doch die nach einer Auszeit neu justierten Konstanzer schafften es in der letzten Sekunde, den Ball auf die Rechtsaußenposition zu bringen. Matthias Hild war dann auf Seiten der Süddeutschen der umjubelte Schütze des Unentschieden-Tores. „Die ersten zwanzig Minuten stehen wir super. Doch die vielen verworfenen Siebenmeter und die schlechte Chancenverwertung haben uns um den Sieg gebracht. Vielleicht müssen wir zum Schluss früher ein Stopfoul machen“, haderte Andersson mit einem eher verlorenen Punkt.

Wie in den letzten Wochen oft angekündigt, geht es für den TuS Ferndorf nun Schlag auf Schlag weiter. Bereits am Mittwoch wartet mit dem gastgebenden Mittelrhein-Rivalen vom TSV Bayer Dormagen der nächste Brocken auf die Faulenbach & Co. Apropos Faulenbach – bereits gestern bekamen Andreas Bornemann, Jonas Faulenbach, Branimir Koloper und Tim Rüdiger Spielzeit. Zudem ist Lucas Puhl auf dem Sprung, so dass sich über kurz oder lang wieder mehr Alternativen für Andersson bieten.

Tore: Josip Eres (7/1), Torben Matzken (6), Tim Rüdiger (5/2), Julian Schneider, Christopher Klasmann (je 2), Jonas Faulenbach, Lucas Schneider (je 1)


Fotos: H.Burbach

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