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Happy-End in Sachsen-Anhalt

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Foto: Dessau-Roßlauer HV

Menschen mit Herzkrankheiten sollten aktuell die Spiele des TuS Ferndorf meiden. Nach dem Unentschieden-Krimi in Emsdetten war es in Dessau wieder nichts für schwache Nerven. Viele Handballfans haben wahrscheinlich in ihrem Leben nicht nur das runde Leder geworfen, sondern auch mal aktiv gegen selbiges getreten. Und bei den Fußballern gibt es den Spruch: Hoch und weit bringt Sicherheit ! Abgewandelt auf den gestrigen Abend könnte man für den TuS auch sagen: TDH bringt Sicherheit – wobei TDH für den Zerberus im Ferndorfer Kasten steht: Tim Dominik Hottgenroth.

Seien wir ehrlich. Über die ersten vierzehn Minuten des sonntäglichen Zweitligaspiels legen wir aus Ferndorfer Sicht lieber den Mantel des Schweigens. Denn teilgenommen am Spiel hatte in diesen ersten vierzehn Minuten nur eine Mannschaft. Und das waren die Gastgeber. Die Jungs in Rot und Weiß hingegen überboten sich reihenweise in technischen Unzulänglichkeiten und fehlender Durchschlagskraft. Negativer Höhepunkt die Phase zwischen der 4. und 14.Minute, in der es der TuS nicht ein einziges Mal schaffte, den Ball aus dem Spiel heraus im Dessauer Tor zu versenken. Eine Auszeit von Ferndorfs Coach Robert Andersson nach knapp sieben Minuten verpuffte wirkungslos. War die Bürde, ohne Jonas Faulenbach und Patrick Weber auf Halblinks auskommen zu müssen etwa doch zu groß? „Mit der ersten Viertelstunde war ich überhaupt nicht zufrieden. Das darf in der 2.Liga nicht passieren“, sah Andersson ein Team, welches nicht im Stande schien, den Matchplan umzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Dessauer schon auf 10:3 enteilt und spielten in dieser einen hervorragenden Ball. Sie waren spritziger, engagierter und motivierter als die TuS-Equipe. Aus einer etwas offensiveren Abwehr als zuletzt erzwangen die Blau-Weißen ein ums andere Mal Ballgewinne die sie zu einfachen Toren nutzten. Doch Andersson hatte genug gesehen und stellte um. Tim Hottgenroth ins Tor und Lucas Schneider auf die halbrechte Angriffsposition. Zwei Schachzüge die im Spielverlauf immer mehr zu Greifen begannen. Denn der einzige bis dahin in Normalform agierende Spieler, Josip Eres, drehte auf Rechtsaußen nun richtig auf. Zwar waren die Gastgeber beim Pausenpfiff mit 17:12 immer noch mit fünf Toren in Front, doch inzwischen hatten sich die Andersson-Jungs entschlossen, am Spiel teilzunehmen.


Nach der Halbzeit zeigte das TuS-Team dann ein gänzlich anderes Gesicht. Tim Hottgenroth mit vielen wichtigen Paraden kam am Ende auf eine spektakuläre Quote von 43% gehaltener Bälle. Die rechte Seite mit Schneider und Eres spielte immer wieder Katz und Maus mit der Dessauer Abwehr. Und im Rückraum machten Julian Schneider und Torben Matzken mächtig Betrieb. Das sah auch Andersson so: „Wir haben dann endlich gut in der Abwehr gestanden und an uns geglaubt. Wir sind unheimlich viel gelaufen und waren vielleicht auch ein bisschen frischer.“ Und spätestens als Eres einen Siebenmeter zum 21:19 Anschlusstreffer verwandeln konnte, war man sich einig, dass die Leichtigkeit ins Ferndorfer Spiel zurückgekehrt war. Als dann der bosnische Rechtsaußen zum 22:23, und somit zur ersten Ferndorfer Führung in der gesamten Partie, netzte, bog das Spiel auf die Zielgerade ein und es ging in die Crunchtime. Diesmal wieder eine Ferndorfer Domäne. Zwar berappelte sich der bisherige Tabellenführer aus Dessau noch einmal und konterte die Ferndorfer Führungen ein ums andere Mal, aber in den Schlusssekunden hatten die Jungs in Rot und Weiß einfach den längeren Atem. „Es hängt einfach immens viel von uns selber ab. Wir müssen immer weiter versuchen Fehler zu minimieren, da diese in dieser Liga unmittelbar bestraft werden“, war der Schwede auf der Ferndorfer Bank schon in die Spielanalyse vertieft. 

Einmal mehr haben die Schneider & Co. gezeigt, dass sie bei konsequentem Verfolgen des Matchplans gegen jeden Gegner mithalten können. Dessau wurde in der zweiten Halbzeit von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt. Der nächste Gegner bei dem das gelingen soll, sind am kommenden Samstag die Rimparer Wölfe. Im Übrigen ist die kommende Woche die letzte mit 

einem spielfreien Mittwoch im Jahr 2020. Ab dem 16.Dezember folgt mit fünf Spielen in fünfzehn Tagen ein wahrer Marathon. Wobei den Ferndorfer Fans aufgrund des aktuellen Fitness-Zustands der Truppe deshalb nicht bange werden sollte. Und vielleicht feiert bei einem der folgenden Spiele auch einer der aktuell Verletzten sein Comeback. 

Tore: Josip Eres (12/7), Lucas Schneider (5), Thomas Rink (4), Lukas Pechy (3), Julian Schneider (2), Andreas Bornemann, Torben Matzken (je 1)

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