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Unglückliche Niederlage beendet die Siegesserie

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Erneut war Andreas Bornemann bester Rückraumakteur. Am Ende erzielte er neun Treffer für sein Team

Solche Spiele gibt es in fast jeder Mannschaftssportart. Nämlich die, wo man am Ende sagt, dass das Spiel keinen Sieger verdient hatte. So geschehen am späten Donnerstagabend in der Stählerwiese. Endlich waren wieder Zuschauer vor Ort. 250 waren zugelassen und sorgten bei der ersten Teilöffnung seit Oktober 2020 endlich wieder für ein bisschen Heimspiel-Atmosphäre im sonst ligaweit so gefürchteten Hexenkessel Stählerwiese. Der Interimscoach der SG BBM Bietigheim, Brian Ankersen, fand nach dem Spiel deutliche Worte: „Vielen Dank für die Organisation. Es war toll, endlich wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen – danke !“

Los ging die wilde Fahrt mit einem Spieler, dem man bis in die Haarspitzen anmerkte, dass ihm das Spiel vor Zuschauern gefehlt hat – Andreas Bornemann. Ferndorfs Mr. Steelhammer glich die ersten beiden Bietigheimer Führungen aus und war auch für den Rest der Partie von der Abwehr der Süddeutschen kaum zu kontrollieren. Thomas Rink mit einem Treffer der Marke Seltenheitswert, da per Tempogegenstoß erzielt, sorgte für die erste Ferndorfer Führung beim 3:2 in der 3.Minute. Und da Tim Hottgenroth im Ferndorfer Kasten sofort im Spiel war und sich mit ersten Paraden auszeichnen konnte, war die Chance da die Führung auszubauen. Doch nach über dreißig Treffern von der Siebenmeter-Marke, scheiterte Mattis Michel erstmals wieder. Beim 5:3 durch Lukas Pechy war zu sehen, welche Marschroute Coach Robert Andersson den Seinen mit auf den Weg gegeben hatte. Schnelles, präzises Angriffspiel und warten auf die sich bietenden Möglichkeiten. Ein ums andere räumte man lehrbuchreif ab, und in der 11.Minute hatte Ankersen beim 7:3 genug gesehen. Wenn es noch eines Beweises für die Torgefahr von allen Positionen bedürft hätte, die Andersson immer wieder anspricht – die sieben Tore verteilten sich auf sechs Torschützen! Doch nach dieser Auszeit war der Siegerländer Spielfluss ins Stocken geraten. Bietigheim konnte wieder aufschließen und beim 10:10 erstmals wieder ausgleichen. Andersson hatte seinen Innenblock umgestellt und agierte wieder mit den beiden Hünen Branimir Koloper und Thomas Rink. Mit einer Hottgenroth-Parade und einem leistungsgerechten 11:11 gingen die Teams in die Kabine.


Der Beginn der zweiten dreißig Minuten war geprägt von „Run & Gun Handball“. Innerhalb von sieben Minuten fielen elf Treffer und beim Zwischenstand von 16:18 nahm Andersson seine Auszeit, um erneut nachzujustieren: „Bietigheim ist eine top besetzte Mannschaft mit einem sehr schnell agierenden Rückraum.“ Sein Team wusste die Anweisungen umzusetzen, und insbesondere Bornemann zeigte sich nun wieder in Wurflaune. Bei den Gästen hatte man zu diesem Zeitpunkt ab und an das Gefühl beim Feldhandball zu sein. Durch Spezialistenwechsel in Abwehr/Angriff wechselten die Bietigheimer teils drei Spieler, so dass der schnelle Ball aus den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit keine Fortführung fand. Und so wechselte die Führung munter hin und her. Als das Spiel auf die Zielgerade einbog, sorgten die Rot-Weißen mit dem 23:21 für die erste Zwei-Tore-Führung seit der 23.Minute. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Bietigheims Ausnahmekönner im Rückraum, Dominik Claus und Jonas Link, sorgten wieder für den Ausgleich. Eine Dublette der Aktionen aus Halbzeit Eins sorgte dann weiter für Spannung in der Crunch-Time. Immer dann, wenn es den Faulenbach & Co. gelang das Tempo hoch zu halten, war oft genug die Möglichkeit zum einfachen Abräumen gegeben. Und so war es Bornemann, der die Seinen auf Schlagdistanz hielt. Am Ende sollte es aber dann nicht reichen für etwas Zählbares. Michels Siebenmeter mit der Schlusssirene zum 27:28 reichte nicht mehr. Bietigheim war vielleicht nicht die bessere, aber ganz bestimmt die abgezocktere von zwei guten Mannschaften. So sah es auch Ankersen nach dem Spiel: „Es war ein hervorragendes Zweitliga-Spiel. Wir haben von den letzten neun Partien acht gewonnen und sind dementsprechend selbstbewusst.“ In die gleiche Kerbe schlug Andersson: „Ein gutes Handballspiel. Ich bin stolz auf die Jungs. Denn die Entwicklung ist super. Wir sind inzwischen nah dran an Spitzenteams wie Bietigheim.“

Nun gilt es, am kommenden Mittwoch den Sack zuzumachen. Der Tabellenvorletzte aus Emsdetten kommt in die Stählerwiese. Erst einen Sieg haben die Münsterländer in der Fremde einfahren können. Gute Voraussetzungen, um den einen Punkt zu holen und die Punktausbeute auf 30 zu stellen. Denn die sollten am Ende reichen, um auch in der nächsten Saison Zweitligist zu sein. 

Tore: Andreas Bornemann (9), Mattis Michel (4/3), Torben Matzken (3), Josip Eres, Christopher Klasmann, Lukas Pechy, Thomas Rink (je 2), Jonas Faulenbach, Julian Schneider, Lucas Schneider (je 1)


Fotos: RGR

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