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Volle Kraft voraus für den Klassenerhalt

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Es gibt keine Vier-Punkte-Spiele. Noch nie hat ein Verein für ein gewonnenes Spiel vier Pluspunkte einkassiert. Doch quer durch die Republik spricht man von eben solchen Spielen, wenn man durch ein gewonnenes Match einen direkten Konkurrenten distanzieren kann. Und das kann der TuS Ferndorf am Samstagabend machen. Während man selbst, durch die verrückten Ergebnisse des vergangenen Wochenendes, wieder Abstiegsplatz Nummer Eins ziert, ist nun der Tabellenletzte aus Aue zu Gast. „Für beide ein äußerst wichtiges Spiel. Ich sehe Ähnlichkeiten im Saisonverlauf, da auch Aue in vielen Spielen richtig gut war, dann aber Phasen fehlender Konstanz und Stabilität hatte“, verweist Ferndorfs Coach Robert Andersson zusätzlich noch darauf, dass man für einen erfolgreichen Abend „eine kompakte Abwehr sowie einen guten Torwart braucht“.

Warum ziert diese Auer Mannschaft eigentlich das Tabellenende? Eine gute Frage, wenn man sich mal die erste Sieben der Erzgebirgler ansieht. Denn da hat Trainer Stephan Swat durchaus gute Zweitliga-Qualität auf der Platte. Apropos Swat – der ehemalige Kreisläufer ist nun seit 14 Jahren Cheftrainer bei den Sachsen, sowie insgesamt seit 2003 im Verein aktiv ; eine beeindruckend lange Zeit, und bis auf eine einzige Saison, durchgängig in der zweiten Liga. Das könnte sich dieses Jahr ändern. Und das, obwohl die Auer drei Spieler unter den besten 25 Feldtorschützen haben. Allen voran der torgefährliche, portugiesische Spielgestalter Goncalo Ribeiro, der zuletzt seltenst unter sechs Toren das Parkett verließ. Dazu kommt eine ganz starke rechte Angriffsseite. Mit dem Isländer Arnar Birkir Halfandsson auf der Halbposition und dem pfeilschnellen Außen Maximilian Lux. Auf Halblinks performt mit Adrian Kammlodt schon seit Jahren ein echter Shooter, den es nach der Saison zum TV Großwallstadt zieht. Nicht zu vergessen in dieser Auflistung ist der bullige Kreisläufer Bengt Bornhorn, den auch Andersson auf dem Schirm hat: „Wahrscheinlich werden wir etwas tiefer stehen, um die Räume von Bornhorn einzuengen!“ Und zu guter Letzt gibt es im Tor mit Erik Töpfer einen Rückhalt, der seit Wochen in Bereichen von über 30% gehaltener Bälle agiert. Zurück zur Ausgangsfrage – wahrscheinlich deshalb, weil Swat gerade dann in Nöte kommt, wenn er diese richtig gute Formation durchwechseln muss. Daher kann für den TuS Ferndorf am Wochenende die Devise ähnlich lauten wie gegen Essen: Run & Gun Handball mit hohem Unterhaltungswert für die Zuschauer.

Apropos Zuschauer – die sollen zu bester Ferndorfer Handballzeit, am Samstagabend um 19 Uhr, das Zünglein an der Waage sein. Heimvorteil, eine Begrifflichkeit die inflationär benutzt wird, aber gerade in Bezug auf die Stählerwiese Anwendung finden muss. Denn wenn der Hexenkessel mal angestocht ist, dann ist er durchaus in der Lage die Seinen zum Sieg zu tragen. Und wie schwer die Aufgabe wird, zeigt ein Blick auf das Hinspiel, welches die Rot-Weißen mit einem Tor verloren. Eine lange Verletztenliste und zwei verworfene Siebenmeter kosteten den Mannen von Trainer Robert Andersson im November vergangenen Jahres etwas Zählbares. Gut, von der Rekonvaleszenten-Front gibt es keine Neuigkeiten, aber von der Strafwurfmarke gibt es Neues zu vermelden. Analog zum Frühjahr 2021 hat auch dieses Jahr Mattis Michel seine Torgefahr aus sieben Metern wieder entdeckt. Neun der letzten zehn Siebenmeter hat der neue Chef im Ferndorfer Innenblock verwandelt. In Zusammenarbeit mit einem Team dass, so sieht es die Andersssonsche Handball-Philosophie vor, von jeder Position aus torgefährlich ist. Wenn da bloß nicht die ehemalige Königsposition des Handballsports wäre – Halblinks. Oft genug tummelt sich dort ein echter Shooter und/oder ein technisch versierter Handballer. Beides hat der TuS mit den dort aufgestellten Spielern zu bieten. Doch aktuell bringt es keiner der Protagonisten wirklich auf die Platte. Da es aber gerade ein Niklas Diebel und ein Christoph Neuhold im Tank haben, hofft man rund um die Stählerwiese auf den platzenden Knoten. Kurzfristig hat sich noch Josip Eres bei den Ausfällen eingereiht. Doch wie auf der anderen Seite Julian Schneider, steht auch hier mit Tim Rüdiger gleichwertiger Ersatz parat.

Zurück zum Zünglein an der Waage. Es ist kein Grillwetter angesagt und auch „Wetten dass“ läuft nicht (mehr). Man kann also dem TuS Ferndorf live in der Stählerwiese die Daumen drücken. Was aufgrund des Wochenspieltages gegen Essen nicht geklappt hat, soll nun gegen Aue Realität werden: zum ersten Mal über 1000 Zuschauer in der runderneuerten Stählerwiese. Einige Spieler im Ferndorfer Kader sind bislang noch nicht in den Genuss eines ausverkauften Hexenkessels gekommen. Deshalb der Aufruf an alle Siegerländer Handballfans: Kommt in die Halle und helft mit, damit auch in der kommenden Saison Zweitliga-Handball unter dem Kindelsberg gespielt wird. Doch egal wie und wo es die Fans verfolgen, am Ende heißt es für Jeden: Scream for our team !


WISSENSWERTES
Gegner: EHV Aue
Erzgebirgische Handballverein Aue
Heimspielstätte: Erzgebirgshalle (2.250 Plätze)
Einwohner Aue: 16.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 4.200)
Trikotfarbe: blau / weiß
größte Erfolge: Dino der 2.Handball Bundesliga – 29 Jahre Zweitligist

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