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Zu viele technische Fehler im Ferndorfer Spiel

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Foto: HBL / HSC Coburg

Der Trainer des Tabellenführers aus Gummersbach sagte jüngst: „Das Herz einer erfolgreichen Mannschaft schlägt im Takt.“ Gemessen an dieser Aussage hatte das Herz des TuS Ferndorf am Samstagabend Herzrhythmusstörungen. In Bezuug auf die Auftritte in Nordhorn und gegen Ludwigshafen waren das zwei Entwicklungsschritte in die falsche Richtung. „Wir müssen das schnell abhaken und vergessen. Uns Selbstvertrauen holen und bei den beiden anstehenden Heimspielen eine Reaktion zeigen. Wir brauchen unsere Zuschauer und wollen zu Hause wieder erfolgreichen Handball spielen“, muss Ferndorfs Coach Robert Andersson sich bei den Seinen ein Stück weit als Psychologe betätigen.

Dabei kam der TuS Ferndorf gut ins Spiel. Rutger ten Velde war von Beginn an hellwach, während seine Nebenleute Christoph Neuhold und Jörn Persson das Spiel ordneten. Schon zu Beginn war die Chancenverwertung alles andere als gut, so dass die anfängliche 1:2 Führung (5.) nicht ausgebaut werden konnte. Als ten Velde spektakulär den 6:5 Anschlusstreffer markierte, und er damit drei der ersten fünf Ferndorfer Tore erzielt hatte, war allerdings das Gefühl noch da, dass in Coburg was Zählbares erbeutet werden kann. Doch dann kam neben der schlechten Chancenverwertung Faktor Nummer Zwei ins Spiel – technische Fehler. Durch diese Unzulänglichkeiten und Pässe in die Arme des Gegners, war es den Gastgebern aus dem Frankenland möglich sich von 8:7 (15.) auf 12:7 (18.) abzusetzen. Nur drei Minuten später musste man Angst haben, dass die in Schwarz-Gelb gekleideten Gastgeber schon zur Pause alles klar machen. Doch durch häufige Überzahlsituationen konnten die Rot-Weißen den Rückstand zur Pause auf vier Tore verkürzen. Mit einem 18:14 Rückstand ging es in die Kabinen, wo Andersson versuchte sein Team neu zu justieren.


Doch die personellen Rochaden im Rückraum zeigten nicht durchgehend die erhoffte Wirkung. Während Kim Voss-Fels auf Halbrechts durchaus eine Belebung des Ferndorfer Spiels darstellte, zeigte die Herausnahme Christoph Neuholds, wie sehr man von dessen Kreativität in Halbzeit Eins abhängig war. Wichtigste Stellschraube im modernen Handball ist ein gutes Zusammenspiel der Abwehr mit dem Torwart. Aber egal in welcher Formation Andersson mit seinen Schützlingen versuchte etwas zu kreieren, in keiner Konstellation ging etwas zusammen. Zudem hatte Coburg inzwischen den Keeper gewechselt. Und dieser Jan Jochens hatte bereits im Hinspiel in der Stählerwiese einen Sahnetag erwischt. Das gelang ihm nun auch im Rückspiel. Innerhalb weniger Minuten nahm er ten Velde einen Siebenmeter weg und parierte ebenso oft, wie das Ferndorfer Gespann innerhalb der gesamten sechzig Minuten. Andersson zog beim 24:17 in der 41.Minute die Reißleine – Auszeit und letzte Chance etwas zu verändern. Kurzzeitig hatten die betätigten Stellschrauben gegriffen. Beim 27:22 in der 48.Minute hatten alle die die es mit dem TuS halten, nochmal Hoffnung auf die Crunch-Time. Doch der oben erwähnte Jochens machte den Deckel drauf. Erst zog er auch Sascha Kasai den Zahn beim Siebenmeter (49.), um nur eine Minute später selbst ins verwaiste Ferndorfer Tor zu treffen. In der oft zitierten Crunch-Time passierte nichts Wildes mehr, so dass am Ende ein, auch in dieser Höhe, verdienter Coburger Sieg zu Buche steht. Die Hausherren zauberten noch einen Kempa-Trick ins Tor und verabschiedeten sich mit diesem Sieg aus dem Kreis der abstiegsgefährdeten Teams. Am Ende zeigte die Anzeigetafel ein 36:27, zu dem auch Andersson deutliche Worte fand: „Keine Abwehrleistung – keine Torhüterleistung – in der Mitte schlecht verteidigt. So kann man in Coburg nicht gewinnen.“

Jörn Persson fasste es nach dem Spiel so zusammen: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Und aktuell haben wir es selbst in der Hand!“ Damit hat der junge Mittelmann vollkommen recht. Die volle Konzentration der TuS-Equipe gilt den beiden bevorstehenden Aufgaben in der Stählerwiese. Am Mittwochabend um 19:30 Uhr ist unser hessischer Nachbar, der TV Hüttenberg, zu Gast. Und am kommenden Samstag gibt sich um 19:00 Uhr der HC Elbflorenz die Ehre in der Stählerwiese. Zwei Heimspiele, in denen man einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen kann. Und auch die Stadt Kreuztal hat ihr Scherflein dazu beigetragen, dass die Stählerwiese wieder alte Dezibel-Stärken erlangen kann. Denn für die oben avisierten Heimspiele entfallen die 3G-Regeln und die Maskenpflicht. So sollte es doch mit Mephistopheles zugehen, wenn nicht an einem der beiden Heimspieltage der Zuschauerrekord in der neuen Stählerwiese fällt.

Tore: Rutger ten Velde (7/4), Christoph Neuhold (5), Josip Eres, Kim Voss-Fels (je 4), Jörn Persson (3), Andreas Bornemann, Oleksandr Kasai, Mattis Michel, Lucas Schneider (je 1)

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