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Zuschauer tragen ihr Team zum verdienten Heimsieg

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Einen Ausflug zu einem Handballspiel des TuS Ferndorf sollte sich eine Koronarsportgruppe sparen. Denn wie TuS Ferndorfs Coach Michael Lerscht schon letzte Woche anmerkte: „Anscheinend können wir momentan nicht ohne Drama !“ Und auch der gestrige Abend hatte wieder all das zu bieten, was der geneigte Handballfan so an diesem Sport liebt. Spannung, Dramatik, Begeisterung, Kampf – all das waren die Zutaten für einen Krimi mit Happy End.

1.170 Zuschauer, davon etwa vierzig mitgereiste Emsdettener, waren in die Stählerwiese gekommen und sorgten für eine nahezu ausverkaufte Halle und prickelnde Atmosphäre von der ersten Sekunde an. Schon beim Einlaufen brandete einmal besonders lauter Jubel auf, als erstmals der Spanier Toni Sario in die Stählerwiese einlief. Und u.a. dieser Sario war es, der den TuS nach 20 Minuten wieder ins Spiel brachte. Denn nach siebzehn gespielten Minuten hatte die Lerscht-Equipe erst vier Mal den Ball im Emsdettener Gehäuse versenken können. Die ersten drei Ferndorfer Treffer resultierten gar alle aus Siebenmetern, die der von der Marke aus wieder einmal fehlerfreie Julius Lindskog Andersson verwandelte. Nachdem dann der Rückstand in der 17.Minute auf 4:8 angewachsen war, kam Sario früher als erwartet zu seinem Debüt. Und was für eins. Seine ersten beiden Torschüsse schweißte er aus zehn Metern in den Winkel – die Stählerwiese war das erste Mal kurz vor dem Siedepunkt. „Welcome to Stählerwiese“, hieß ihn sein Coach nach dem Match augenzwinkernd in der Ferndorfer Heimspielstätte willkommen und ergänzte: „Die Umstellung auf eine 5:1 Abwehr nach einer Viertelstunde hat uns zurück ins Spiel gebracht.“ Bis zur Pause sollte das Geschehen weiter hin und her wanken. Die Lerscht-Sieben versuchte mühevoll den Rückstand zu verkürzen. Doch die nicht immer sicher wirkenden Unparteiischen André Kolb und Markus Kauth schickten bei beiden Teams immer wieder Spieler mit Zeitstrafen auf die Bank, so dass selten ein flüssiges Handballspiel zustande kam. In die Halbzeitpause ging es dann mit einem 12:14 Rückstand.


Und egal welche Knöpfe Lerscht in dieser gedrückt hat, es scheinen die richtigen gewesen zu sein. Denn nach dem 12:15 waren es Julius Lindskog Andersson, Julian Schneider und Jan Wicklein, die ihr Team wieder heran brachten. Und nicht nur das. Der sich immer mehr zu einer Art „Emotional Leader“ entwickelnde Andreas Bornemann wurde äußerst rüde gefoult, woraufhin den Schiedsrichtern keine andere Wahl blieb, als den Übeltäter auf Emsdettener Seite, Julian Damm, vorzeitig zum Duschen zu schicken. Was dann passierte beschrieb Julian Schneider nach dem Spiel so: „Es ist super für uns, wenn wir in solch einer Phase einen Lauf bekommen und dann das Publikum mitnehmen können“, und richtete dafür auch nochmal einen herzlichen Dank an selbiges für die großartige Unterstützung. Dem Taktgeber auf der Mitte, Julius Lindskog Andersson, war es dann in der 48.Minute vorbehalten für die erste Ferndorfer Führung seit Spielminute Zwei zu sorgen. Mit einer nun entfesselt mitgehenden Stählerwiese im Rücken sorgten Bornemann, Michel und Wicklein innerhalb von drei Minuten für eine fast schon beruhigende Führung. Doch wie eingangs erwähnt, können es die Rot-Weißen ja nicht mehr ohne Drama. Emsdetten war gut zwei Minuten vor dem Ende auf zwei Tore ran. Doch die TuS-Spieler waren an diesem Abend nicht gewillt, auch nur einen Zentimeter auf dem Feld kampflos herzugeben. So stand am Ende ein 26:24 zu Buche dass, wie es Lerscht ausdrückte „am Ende verdient war, auch wenn die erste Viertelstunde nicht gut war“. Auch wenn Ferndorfs Coach nie einzelne Spieler heraushebt, zollte er am Samstagabend einem Mann seinen ausdrücklichen Respekt, der sich für das Team geopfert hatte. Branimir „Branko“ Koloper hatte sich trotz Schmerzen in den Dienst der Mannschaft gestellt und die Abwehr zusammen gehalten.

Zeitweise waren es unter der Woche acht verletzte Spieler. Und auch Toni Sario konnte Donnerstag und Freitag nicht mittrainieren, weshalb er in viele Spielsituationen nicht so eingebunden war, wie es Lerscht gerne gehabt hätte. Deshalb konnte Ferndorfs Coach in Halbzeit Zwei, die mit Über- und Unterzahlsituationen gepflastert war, den Spanier nicht mehr so einsetzen wie er es gerne getan hätte. Und so war er nach der Schlusssirene auch voll des Lobes für seinen dezimierten Kader: „Kompliment an das Team, das trotz der Ausfälle solch eine Leistung aufs Parkett gebracht hat.“

Vor den schweren Aufgaben der kommenden Wochen zwei ganz wichtige Punkte auf der Habenseite. Sieben Punkte beträgt der Abstand auf die direkten Abstiegsplätze. Und vielleicht geht ja für die rot-weiße Equipe sogar am Karnevalssamstag etwas bei den Unterfranken in Rimpar.

Tore: Julius Lindskog Andersson (10/6), Jan Wicklein (4), Andreas Bornemann, Mattis Michel, Juan Antonio Viciano Sario (3), Julian Schneider (2), Jonas Faulenbach (1)


Fotos: H.Burbach / Verein